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Annalena Baerbock: Bundespräsidentin? Ex-Außenministerin polarisiert mit Zukunftsvideo

Baerbock sorgt mit Zukunftsfrage für hitzige Debatte Bild: picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth

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  • Annalena Baerbock wirbt auf Instagram für den UN-"Pact for the Future"
  • Zukunftspakt soll globale Zusammenarbeit und Reformen stärken
  • Im Netz reichen die Reaktionen von Begeisterung bis scharfer Kritik

Mit einem neuen Instagram-Video hat UN-Generalversammlungspräsidentin Annalena Baerbock eine kontroverse Debatte ausgelöst. Die deutsche Politikerin wandte sich am 12. Mai mit einer ungewöhnlichen Frage an ihre Follower: "Wo siehst du dich in der Zukunft?" In dem Clip erklärt Baerbock den sogenannten "Pact for the Future", den die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen bereits 2024 verabschiedet hatten.

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Annalena Baerbock sorgt mit Zukunfts-Video für Diskussionen

"Jetzt kommt die Umsetzung des Pakts: Verpflichtungen in Handlungen verwandeln, von der UN-Reform bis zur Entwicklungsfinanzierung und der Messung von Fortschritt jenseits des BIP", schreibt Baerbock zu ihrem Instagram-Video. Was 2022 als Selbstbefragung von 193 Nationen begann, mündete zwei Jahre später in einem Konsensdokument über die Zukunft der Menschheit.

Der Zukunftspakt vereint Länder mit völlig unterschiedlichen Interessen und Realitäten hinter einer gemeinsamen Vision. Baerbock betont in dem Video, dass sich die Staaten für Zusammenarbeit statt Spaltung entschieden hätten – für eine universelle Menschlichkeit anstelle von brutalem Nationalismus.

Die Einigung erstreckt sich auf zentrale Themenfelder: Frieden und Sicherheit, Klimaschutz, die digitale Transformation sowie Entwicklungsfragen. Auch junge Menschen sollen künftig einen echten Platz am Verhandlungstisch erhalten. Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Frauen, bilden einen weiteren Eckpfeiler des Abkommens. Trotz aller Schwächen bleibe die UN unverzichtbar, so die Generalversammlungspräsidentin.

UN soll effizienter und moderner werden

Im Jahr 2026 verstaubt der Zukunftspakt nicht länger in Schubladen. Mit dem UN80-Reformprozess arbeitet Baerbock nach eigenen Angaben daran, die Vereinten Nationen effizienter und weniger bürokratisch zu gestalten. Die Modernisierung der Weltorganisation steht dabei im Zentrum der Bemühungen.

Konkret geht es auch um ein gerechteres internationales Finanzsystem. Besonders interessant: Neue Kriterien sollen künftig Wohlstand anders definieren als bisher. Statt ausschließlich auf das Bruttoinlandsprodukt zu schauen, fließen soziale und ökologische Faktoren in die Bewertung ein. Auch Ungleichheiten bei der Entwicklung sollen stärker berücksichtigt werden. In den kommenden Wochen will Baerbock weitere Erfolge bei der Umsetzung präsentieren.

Baerbock als Bundespräsidentin?

Die Reaktionen auf Baerbocks Video fallen erwartungsgemäß gemischt aus. Ein Nutzer schwärmt: "Ich wünschte dieser starke Mensch würde Bundespräsidentin." Andere feiern die UN-Arbeit mit enthusiastischen Glückwünschen an die Präsidentin.

Doch nicht alle zeigen sich begeistert. Ein Kommentator hinterfragt kritisch, ob die Zukunftsfrage nur für Eliten oder für die gesamte Menschheit gestellt werde – und schlägt ironisch vor, verschiedene Religionsgruppen auf separate Planeten zu verfrachten. Die Debatte um Baerbocks Rolle bleibt offensichtlich polarisierend.

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/fka/news.de

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