Emmanuel Macron: Sein Mikrofon-Auftritt sorgt in Afrika für Eklat – "totale Respektlosigkeit"
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während des Gipfeltreffens "Africa Forward" an der Universität von Nairobi. Bild: picture alliance/dpa/AP | Brian Inganga
Erstellt von Anika Bube
12.05.2026 09.12
- Emmanuel Macron unterbrach beim "Africa Forward"-Gipfel plötzlich eine Diskussion
- Der französische Präsident griff selbst zum Mikrofon und ermahnte das Publikum
- Im Netz entbrannte daraufhin eine heftige Debatte über Neokolonialismus und Respekt
Beim "Africa Forward"-Gipfel in Nairobi sorgte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für einen Eklat, der in den sozialen Medien heftige Debatten auslöste. Als während einer Podiumsdiskussion Unruhe im Publikum aufkam, verließ der Staatschef seinen Platz in der ersten Reihe und marschierte zur Bühne.
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Die Moderatorin reagierte sichtlich überrascht auf Macrons Vorstoß. "Jetzt schon? Sie sind doch noch gar nicht an der Reihe", wandte sie ein. Der französische Präsident ließ sich davon nicht beirren und entgegnete knapp: "Wir sorgen jetzt für Ordnung." Dann nahm er ihr das Mikrofon ab und wandte sich direkt an die Anwesenden. Was als Ermahnung zur Ruhe gedacht war, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einer internationalen Kontroverse über koloniale Verhaltensmuster und angemessenes Benehmen auf diplomatischem Parkett.
"Das ist eine totale Respektlosigkeit!" Emmanuel Macron unterbricht Veranstaltung beim "Africa Forward"-Gipfel
Mit den Worten "Entschuldigung, an alle. Hey, hey, hey" verschaffte sich Macron Gehör im Saal. Der Präsident machte unmissverständlich klar, dass er die Situation für untragbar hielt: "Tut mir leid, Leute. Aber es ist unmöglich, über Kultur zu sprechen, und so inspirierende Redner hier zu haben, wenn es hier so einen Lärm gibt." Während im Hintergrund weiterhin aufgeregte Stimmen zu hören waren, brandete spontaner Applaus auf. Macron legte nach und bezeichnete das Verhalten als "totale Respektlosigkeit". Wer unbedingt etwas zu besprechen habe, solle den Raum verlassen – draußen gebe es genügend Platz dafür. Nach seiner Ermahnung bedankte sich der französische Staatschef für die Aufmerksamkeit, händigte das Mikrofon wieder aus und kehrte auf seinen Platz in der ersten Reihe zurück.
Neokolonialismus-Vorwürfe und scharfe Kritik an Macron
Die Szene löste in den sozialen Netzwerken eine hitzige Debatte aus. Besonders deutlich wurde die simbabwische Ex-Parlamentsabgeordnete Fadzayi Mahere, die auf X schrieb: "Bei allem Respekt, Emmanuel Macron, ich halte es weder für höflich noch für angemessen, dass Sie auf unseren Kontinent kommen und so herablassend mit den Menschen sprechen. Das sind nicht Ihre Kinder." Zahlreiche Nutzer warfen dem französischen Präsidenten vor, sich wie ein Kolonialherr aufzuführen. "Der französische Präsident ist nach Afrika gefahren, um Leuten zu sagen, sie sollen den Mund halten. Kein guter Auftritt", kommentierte ein X-Nutzer. Andere fragten provokant, ob Macron bei einem EU-Gipfel oder gegenüber lärmenden Studenten an der Sorbonne genauso auftreten würde – oder ob diese Behandlung afrikanischen Zuhörern vorbehalten sei.
Doch nicht alle teilten die Empörung. Zahlreiche Kommentatoren stellten sich hinter Macron und wiesen die Neokolonialismus-Vorwürfe zurück. "Lasst uns schlechte Manieren nicht als Neokolonialismus tarnen. Es ist einfach falsch, Lärm zu machen, wenn jemand auf der Bühne präsentiert", schrieb ein Nutzer. Ein anderer merkte an: "Das Problem ist nicht Macron, sondern die Leute im Publikum, denen Respekt und gesunder Menschenverstand fehlen." Auch Kenias Präsident William Ruto geriet in die Kritik – allerdings von anderer Seite: Als Gastgeber hätte er selbst für Ordnung sorgen müssen, statt dies einem ausländischen Staatsgast zu überlassen, scheibt ein X-Nutzer.
Beim Gipfel kündigte Macron Investitionen von 23 Milliarden Euro für den afrikanischen Kontinent an, die über 250.000 Arbeitsplätze schaffen sollen.
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