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Jeffrey Epstein: Mutmaßlicher Abschiedsbrief veröffentlicht - waren das seine letzten Worte?

Ein Richter hat einen mutmaßlichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein veröffentlicht. Bild: picture alliance/dpa/Florida Department of Law Enforcement | Uncredited

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  • Mutmaßlicher Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein veröffentlicht
  • Zellengenosse entdeckte Notiz kurz nach Epsteins erstem Selbstmordversuch
  • Epstein bezeichnete es als "Privileg", Abschied selbst wählen zu können

Ein US-Bundesrichter hat am Mittwoch (6. Mai) einen mutmaßlichen Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein freigegeben. Das handschriftliche Dokument wurde nach Epsteins gescheitertem Suizidversuch am 23. Juli 2019 entdeckt - weniger als zwei Wochen vor seinem Tod.

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Mutmaßlicher Abschiedsbrief von Jeffrey Epstein veröffentlicht

Der Brief befand sich im Besitz von Jeffrey Epsteins damaligem Zellengenossen Nicholas Tartaglione, einem ehemaligen Polizeibeamten aus New York. Laut "NBC News" wurde das auf liniertem Papier verfasste Schreiben bislang nicht authentifiziert. In dem schwer lesbaren Brief beschwert sich Epstein über die Ermittlungen gegen ihn. "Sie haben mich monatelang untersucht – und NICHTS gefunden!!!", heißt es darin. Anschließend erwähnt er offenbar Vorwürfe im Zusammenhang mit einer 15-Jährigen, die erneut vorgebracht worden seien.

Wirbel um mutmaßlichen Epstein-Abschiedsbrief - Selbstmord als "Privileg"

Besonders verstörend ist eine weitere Passage in dem mutmaßlichen Abschiedsbrief. "Es ist ein Privileg, sich den Zeitpunkt für den Abschied selbst aussuchen zu können", schrieb Epstein. Dann fügte er hinzu: "Was soll ich denn tun – plötzlich losheulen?! KEIN SPASS, ES LOHNT SICH NICHT!!"

Zellengenosse entdeckte Notiz kurz nach Epsteins erstem Selbstmordversuch

Am 23. Juli 2019 entdeckte Tartaglione Jeffrey Epstein in lebensbedrohlichem Zustand in der gemeinsamen Zelle. Epstein hatte ein orangefarbenes Tuch um seinen Hals gewickelt und an seinem Hals waren Reibungsspuren sichtbar. Der ehemalige NYPD-Beamte informierte sofort die Gefängniswärter und gab an, Epstein habe versucht, sich zu erhängen. Nach dem Vorfall machte Epstein widersprüchliche Angaben. Zunächst behauptete er, Tartaglione habe ihn angegriffen. Später erklärte er gegenüber Ermittlern, er wisse nicht, was passiert sei, und wolle nicht über seine Verletzungen sprechen. Obwohl er unter Suizidbeobachtung gestellt wurde, bestritt er jegliche Selbstmordabsichten.

Schwere Versäumnisse führten zu Jeffrey Epsteins Tod

Keine zwei Wochen nach dem gescheiterten Suizidversuch wurde Jeffrey Epstein am 10. August 2019 tot in seiner Zelle im Metropolitan Correctional Center aufgefunden. Todesursache: Suizid. Bundesermittler kamen 2023 zu einem vernichtenden Urteil über die Haftanstalt. Eine Kette aus Fehlverhalten, Nachlässigkeit und Versäumnissen des Gefängnispersonals habe den Tod ermöglicht, stellte die Untersuchung fest.

Diskussionen um mutmaßlichen Epstein-Abschiedsbrief - Notiz soll nach Donald Trump klingen

In den sozialen Netzwerken sorgt der mutmaßliche Epstein-Abschiedsbrief für hitzige Diskussionen. Etliche Userinnen und User sind der Meinung, dass die Worte sehr nach Donald Trump klingen. "Findet noch jemand, dass diese Notiz verdächtig nach Trump aussieht?", will ein Nutzer wissen. "Hmmm, diese Ausdrucksweise erinnert an jemanden, den wir alle nur zu gut kennen", findet ein weiterer Nutzer. "Das klingt sehr nach einem Beitrag auf Truth Social und liest sich auch so", stimmt ein weiterer zu.

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/bos/news.de/stg

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