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Pete Hegseth: "Putineske Lüge" - Trump-Minister nach Erklärung zerrissen

Pete Hegseth kassiert mit einer Erklärung zu "Project Freedom" reichlich Kritik. Bild: picture alliance/dpa/FR172078 AP | Rod Lamkey Jr.

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  • Heftige Kritik: Hegseths Aussagen lösen Empörung aus
  • Zweifel am Einsatz: Beobachter sprechen von Chaos und Fehlplanung
  • Kurzzeit-Mission: "Project Freedom" nach nur einem Tag gestoppt

Bei einer Pressekonferenz im Pentagon am Dienstag (05.05.2026) sprach US-Verteidigungsminister Pete Hegseth über die neue Militäroperation in der Straße von Hormus. "Project Freedom" sei "defensiver Natur, begrenzt im Umfang und zeitlich befristet", erklärte der Pentagon-Chef. Die einzige Aufgabe bestehe darin, "unschuldige Handelsschifffahrt vor iranischer Aggression zu schützen".

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Hegseth betonte ausdrücklich, dass diese Mission "getrennt und unterschiedlich" von der laufenden Operation Epic Fury sei. Nach Angaben des Ministers haben zwei US-Handelsschiffe die strategisch wichtige Meerenge erfolgreich passiert. Sechs weitere Schiffe, die versucht hätten, die Blockade iranischer Häfen zu durchbrechen, seien zurückgewiesen worden.

"Putineske Lüge": Heftige Kritik an Hegseths Iran-Darstellung

Besonders Hegseths Charakterisierung des Iran als "klarer Aggressor" stieß in sozialen Medien auf scharfen Widerspruch. "Deshalb haben wir sie zuerst angegriffen?", fragte der populäre Bluesky-Nutzer Philo of Alexan sarkastisch. Autor und Kolumnist David Rothkopf bezeichnete die Aussage als "gewaltige Lüge" und zog einen Vergleich zu russischer Propaganda: "Putinesk." Auch die Journalistin Lindsay Beyerstein reagierte ungehalten auf die Darstellung des Pentagon-Chefs. Die USA kontrollierten die Straße von Hormus keineswegs, argumentierte sie. Schließlich fahren keine Tanker durch die Meerenge, während der Iran weiterhin eine Art Mautstelle betreibe.

Zwei Schiffe, zwei Zerstörer, tausende Soldaten

Die von Hegseth betonte Unterscheidung zwischen den beiden Operationen überzeugte längst nicht alle Beobachter. "Worte haben keine Bedeutung mehr", kommentierte Justin Baragona vom Nachrichtenportal "Zeteo" lakonisch. Der demokratische Stratege Simon Rosenberg nannte Hegseth schlicht "eine lächerliche Person".

Nicholas Grossman, Professor für Internationale Beziehungen an der University of Illinois, verwies auf die Unverhältnismäßigkeit des Einsatzes: Zwei US-Handelsschiffe hätten die Meerenge mit Unterstützung von zwei Zerstörern, mehreren Kampfhubschraubern und tausenden Soldaten passiert, die dabei Geschosse und Angriffsboote abgefeuert hätten. "Ich glaube nicht, dass Reedereien und Versicherungen sich sichere Passage so vorgestellt haben", merkte er an.

Kapitulation durch die Hintertür? Trump-Minister sorgt mit Pressekonferenz für Irritation

Hegseths Ankündigung, die Verantwortung für die Wasserstraße künftig anderen Ländern übertragen zu wollen, sorgte für zusätzliche Irritationen. Für manche Kritiker klang dies verdächtig nach einem Rückzug. "Pete Hegseth verkündet, dass wir kurz vor der Kapitulation stehen", schrieb die Bluesky-Nutzerin Torquemada's Kat.

Andere interpretierten die Aussage als Eingeständnis eines schwerwiegenden Fehlers. "Hegseth gibt zu, dass sie etwas wirklich, wirklich Wichtiges kaputtgemacht haben und absolut keine Pläne haben, es zu reparieren", kommentierte die populäre Bluesky-Nutzerin Wendy the Woke. Ein weiterer Nutzer fasste die Situation spöttisch zusammen: Der Minister verhalte sich, als könne man bei einem Spiel einfach eine Auszeit nehmen und von vorne beginnen.

Nur wenige Stunden nach der Erklärung von Hegseth legte Donald Trump das "Project Freedom" nach nur einem Tag wieder auf Eis.

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/fka/news.de/stg

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