Markus Söder: "Sind Ihnen die Menschen wirklich nichts mehr wert?" CSU-Chef heftig kritisiert
Markus Söder bezeichnet die Reformpläne der Bundesregierung als "gutes Signal". Bild: picture alliance/dpa | Malin Wunderlich
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme
30.04.2026 11.27
- Markus Söder spricht im ZDF über Reform-Beschlüsse der Bundesregierung
- Bayerns Ministerpräsident diskutiert über Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger
- Wut nach TV-Auftritt des CSU-Chefs entbrannt
Die Bundesregierung bringt ihren Haushaltsplan inklusive Sparmaßnahmen auf den Weg. Bayerns Ministerpräsident bezeichnet die Beschlüsse am Mittwochabend (29. April 2026) bei "ZDF heute" als "gutes Signal". "Es zeigt sich, da bewegt sich etwas", erklärt der CSU-Chef. In einigen Bereichen müsse aber noch diskutiert werden. Dabei spricht er in der Nachrichtensendung gleich einen Punkt an: Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger.
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Markus Söder über Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldempfänger
In Bezug auf die Krankenkassenbeiträge sei "ein Einstieg gelungen", sagte Söder gegenüber ZDF-Moderatorin Marietta Slomka. "Ob das gerecht ist und sein kann, dass beispielsweise die Krankenkassenkosten für die Bürgergeldversicherer, die selber nichts einzahlen, von den Versicherten übernommen werden muss. Da ist jetzt ein Einstieg gefunden in die Steuerfinanzierung. Er betonte erneut die Signalwirkung. Das müsse ausgeweitet werden.
Bund will Krankenkassenkosten für Bürgergeldempfänger stärker unterstützen
Nach Angaben von "Merkur", unter Berufung auf ntv und den "Stern", soll sich der Bund stärker an den Beiträgen für Bürgergeldempfänger beteiligen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen den Rest. Statt wie bislang sollen Steuergelder die Kosten tragen - und nicht wie bislang die Beiträge der gesetzlichen Versicherten. Das kostet den Staat zwölf Milliarden Euro, wie Bundesfinanzminister Lars Klingbeil der "Süddeutschen Zeitung" mitteilte. Für die Finanzierung sollen 250 Milliarden bereitgestellt werden.
Söders Bürgergeld-Aussagen in der Kritik
Söders Aussagen stoßen in den sozialen Medien nicht auf Zustimmung. In den Kommentarspalten auf der Plattform X und Instagram brodelt es. Viele Nutzer kritisieren den CSU-Chef scharf und erheben schwere Vorwürfe:
- "Im Übrigen profitieren auch Beitragszahler selbst von diesem Prinzip. Jeder kann durch Krankheit, Jobverlust oder Schicksalsschläge schnell in eine Lage kommen, in der er genau diese Absicherung braucht. Ohne diesen Solidarausgleich wäre das System deutlich unsicherer & zu teuer", schreibt ein User auf X.
- "Jemand wie Sie Herr Söder, der das Leben eines Bürgergeldempfängers nur vom Hören & Sagen kennt, hat doch gar keine Ahnung wie hart und unerbittlich das Leben für diese Menschen wirklich ist. Ihre Aussagen sind irreführend, undifferenziert und viel zu pauschal. Aber was anderes als nach unten treten können Sie und weite Teile der Union offenbar leider nicht", beschwert sich eine Followerin auf Instagram.
- "Wer hier nur von Ungerechtigkeit spricht, blendet aus, dass genau diese Solidarität das Fundament der gesetzlichen Krankenversicherung ist und nicht ein Fehler im System", meint ein Nutzer auf X.
- "Fauler Einstieg, Herr Söder. Wir sind nicht blöd", regt sich ein Instagram-Follower auf.
- "Glaubt er eigentlich was er da redet. Unglaublich", heißt es auf Instagram.
- "Ich bitte Sie inständig den Bürgern ganz genau zuzuhören und dann zu handeln! Wir können auch nur mal drei Monate die Plätze tauschen, gesellschaftlich und finanziell. Sind Ihnen die Menschen wirklich nichts mehr wert", fragt sich eine Userin auf X.
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