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Teilkrankschreibung: Warum Warkens Reform zum Flop wird

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant ein großes Entlastungspaket für die Krankenkassen. Dazu zählen auch Teilkrankschreibungen für Versicherte. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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  • Teilkrankschreibung im Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung vorgesehen
  • Wird voraussichtlich nicht zu geringeren Fehlzeiten im Job führen
  • Plan ist auch für Arbeitgeber nicht attraktiv

Die Bundesregierung hat sich auf ein umfassendes Gesundheits-Sparpaket geeinigt. Der Plan, den CDU-Ministerin Nina Warken am Mittwoch vorstellte, sieht umfassende Änderungen für Versicherte vor. Dazu zählen unter anderem höhere Zuzahlungen für Medikamente in der Apotheke, eine Beschränkung der kostenlosen Mitversicherung für Familien sowie eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um zusätzlich 300 Euro für Besserverdienende im kommenden Jahr. Ebenfalls eingeführt werden soll eine Teilkrankschreibung. Doch mit dieser Maßnahme könnte sich die schwarz-rote Koalition komplett verkalkulieren.

Gesundheits-Sparpaket der Bundesregierung: Teilkrankschreibung ist eine schlechte Idee

Zum Hintergrund: Beschäftigte müssen bald nicht mehr zwingend zu Hause bleiben, wenn sie krankgeschrieben sind. Sie können stattdessen auch nur 25, 50 oder 75 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit absolvieren. Die Bundesregierung will damit hohen Fehlzeiten im Job - insbesondere bei langwierigeren Erkrankungen - entgegenwirken.

Diese Teilkrankschreibung hat jedoch einen großen Haken: Sie könnte besonders motivierte oder auch unter Druck gesetzte Arbeitnehmer dazu veranlassen, sich nicht die notwendige Ruhe zu gönnen, um vollständig zu genesen. Die Folge: Krankheiten werden verschleppt, sodass ein erneuter Gang zum Arzt erforderlich ist. Letztlich verringern sich dadurch die Fehlzeiten im Job auch nicht. Im Gegenteil: Sie verteilen sich voraussichtlich nur über einen größeren Zeitraum. Dadurch bleiben auch die Ausgaben für Krankengeld hoch. Vor diesem Szenario warnen auch Gewerkschaften und Sozialverbände, wie unter anderem die "Frankfurter Rundschau" berichtet.

Probleme für Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorprogrammiert

Angeschlagene Mitarbeiter werden weniger produktiv sein - auch wenn sie vielleicht nur vier statt acht Stunden pro Tag arbeiten. Das wissen auch Arbeitgeber. Wahrscheinlich werden viele deshalb gar nicht die neue Regelung in Anspruch nehmen wollen - auch weil sie außerdem für zusätzlichen bürokratischen Aufwand sorgt. So verpufft Nina Warkens Reform schließlich wirkungslos.

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/fka/news.de/dpa

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