JD Vance: Falsche Informationen für Trump - Vance ist plötzlich der Sündenbock
JD Vance wird öffentlich immer mehr zum Sündenbock des andauernden Iran-Debakels. Bild: picture alliance/dpa/AP POOL | Jacquelyn Martin
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
28.04.2026 11.31
- JD Vance zweifelt an Pentagon-Berichten aus dem Iran-Krieg
- Alarmierende Zahlen aus Donald Trumps Iran-Einsatz
- Donald Trump spricht von "unbegrenzten" Vorräten an Munition
- JD Vance: Vom Kriegsgegner zum Sündenbock
Hinter den Kulissen der US-Regierung wachsen die Spannungen um den Iran-Krieg. Vizepräsident JD Vance äußert intern erhebliche Zweifel an den Darstellungen des Verteidigungsministeriums, wie das Magazin "The Atlantic" unter Berufung auf zwei Insider berichtet.
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JD Vance zweifelt an Pentagon-Berichten aus dem Iran-Krieg
Die zentrale Sorge: Möglicherweise erhält US-Präsident Donald Trump geschönte Informationen über die tatsächliche Lage der US-Waffenbestände. Vance hat die Angaben des Pentagons in vertraulichen Gesprächen mehrfach angezweifelt und seine Bedenken dem Bericht zufolge auch dem Präsidenten vorgetragen. Besonders kritisch sieht der Vizepräsident die Frage, wie viel Munition im Iran-Konflikt bereits verbraucht wurde und welche Reserven noch verfügbar sind.
Laut "The Atlantic" äußern mehrere Regierungsbeamte, dass Vance befürchtet, das Verteidigungsministerium stelle die Situation zu optimistisch dar und unterschätze bewusst den Verbrauch strategisch wichtiger Waffensysteme.
Alarmierende Zahlen aus Donald Trumps Iran-Einsatz
Die "New York Times" veröffentlichte zuletzt alarmierende Zahlen zum Waffenverbrauch.
- Seit Kriegsbeginn Ende Februar sollen die USA etwa 1.100 Stealth-Marschflugkörper großer Reichweite verschossen haben, dazu rund 1.000 Tomahawk-Marschflugkörper, über 1.200 Patriot-Flugabwehrraketen und mehr als 1.000 Precision-Strike- sowie ATACMS-Raketen.
- Die Zeitung stützt sich auf Pentagon-interne Schätzungen und Aussagen von Kongressabgeordneten.
Besonders dramatisch: Die verbrauchten Stealth-Marschflugkörper entsprechen nahezu dem kompletten verfügbaren Bestand. Bei den Tomahawks wurde das Zehnfache der jährlichen Produktionskapazität verschossen. Jede einzelne Patriot-Rakete verursacht Kosten von über vier Millionen Dollar.
- Die strategischen Konsequenzen sind erheblich. Diese Waffensysteme wären im Ernstfall unverzichtbar für mögliche Auseinandersetzungen mit China, Russland oder Nordkorea.
- Regierungsberater warnen intern, dass die USA durch den massiven Munitionsverbrauch ihre Handlungsfähigkeit in anderen Konfliktregionen gefährden. Schätzungen zufolge ist bei bestimmten Waffenarten bereits mehr als die Hälfte aller Bestände aufgebraucht.
Donald Trump spricht von "unbegrenzten" Vorräten an Munition
Während Vance intern Alarm schlägt, präsentiert das Verteidigungsministerium ein völlig anderes Bild. Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine versichern öffentlich, die amerikanischen Waffenlager seien weiterhin ausreichend gefüllt. Trump selbst übernahm diese Einschätzung und bezeichnete die Munitionsvorräte als "praktisch unbegrenzt".
Ein Pentagon-Sprecher wies die Vorwürfe dem Bericht zufolge zurück und betonte, man liefere dem Präsidenten ein "vollständiges, unverfälschtes Bild". Das Weiße Haus erklärte, kritische Rückfragen seien Teil des normalen Entscheidungsprozesses.
Hinter den Kulissen soll jedoch das Misstrauen wachsen. Vertraute des Vizepräsidenten vermuten, dass Hegseth die Lage bewusst positiver darstellt als sie ist - möglicherweise um den Erwartungen Trumps gerecht zu werden. Ein früherer Mitarbeiter der Trump-Regierung formulierte es laut "The Atlantic" deutlich: Hegseth wisse genau, "wie Trump denkt und was er hören will", und passe seine Botschaften entsprechend an.
JD Vance: Vom Kriegsgegner zum Sündenbock
Vances Situation ist von einer bitteren Ironie geprägt: Der Vizepräsident versuchte ursprünglich, Trump von dem Militäreinsatz gegen Iran abzubringen. Anonyme Leaks aus seinem Umfeld an Journalisten zeichnen laut "Raw Story" das Bild eines Politikers, der die militärische Eskalation verhindern wollte. Doch diese Bemühungen, sich vom Krieg zu distanzieren, schlagen fehl.
Mit seinen 41 Jahren erkannte Vance nach Einschätzung von Beobachtern früh, was für Trump schwer zu akzeptieren war: Der Krieg würde zum politischen Desaster - nicht nur für die Regierung, sondern besonders für Vances eigene Präsidentschaftsambitionen. Dennoch unterstützt er den Konflikt nach außen hin.
Die Realität sieht anders aus: Zunehmend wird Vance zum öffentlichen Gesicht des Fiaskos. Während Trump in Mar-a-Lago Golf spielt oder im Oval Office Fragen beantwortet, erscheint Vance vor den Kameras. Er steht an Rednerpulten und muss erklären, warum die Verhandlungen scheitern - ausgerechnet der Mann, der den Krieg nie gewollt hat.
Die Analyse von "Salon"-Journalistin Amanda Marcotte bringt es auf den Punkt: Der Vizepräsident könnte lange Zeit in diesem "Höllenloch" feststecken, während er versucht, einen Krieg zu beenden, "mit sehr wenigen Karten zum Ausspielen und einem Chef, der nicht zugibt, dass sie besiegt wurden".
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