Donald Trump: Vom Feind zum Regierungsmitglied - so verlogen ist das Trump-Kabinett
Donald Trump hat viele frühere Gegner in sein Kabinett geholt. Bild: picture alliance:dpa:AP | Mark Schiefelbein
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais
03.05.2026 06.00
- Donald Trumps Regierung besteht aus früheren Feinden
- Vance, Rubio, Gabbard und Co.: Vom Trump-Hasser zum Regierungsmitglied
- So wetterten die Mitglieder der Trump-Regierung früher gegen den US-Präsidenten
Es ist doch erstaunlich, wie flexibel so mancher Politiker und so manche Politikerin in ihren Überzeugungen zu sein scheinen, wenn ihnen plötzlich ein hochrangiges Amt angeboten wird. Denn zur aktuellen Regierung von Donald Trump gehören auffällig viele Personen, die sich noch vor ihrer Ernennung öffentlich gegen den Republikaner und seine Politik ausgesprochen haben.
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Donald Trump holt frühere Feinde in sein Kabinett
Das wohl bekannteste Mitglied der Trump-Regierung, auf das dies zutrifft, ist der US-Vizepräsident J.D. Vance. Noch 2016 war der heutige Trump-Vize einer der schärfsten republikanischen Trump-Verächter. Eine Tatsache, die ihm inzwischen regelmäßig auf die Füße fällt, da frühere Aussagen, die sich gegen den US-Präsidenten richteten, in den sozialen Netzwerken immer wieder geteilt werden. So hatte J.D. Vance Donald Trump nicht nur "America's Hitler" genannt, sondern ihn und seine Politik auch als "verwerflich" und "schädlich" bezeichnet.
Vance, Rubio, Gabbard und Co.: Vom Trump-Hasser zum Regierungsmitglied
Auch der heutige US-Außenminister Marco Rubio gehörte noch 2016 zu den Trump-Hassern, war er doch damals Trumps direkter Gegner in den republikanischen Vorwahlen. Rubio war der Meinung, Trump würde die republikanische Partei zerstören und nannte ihn einen Mann mit "gefährlichem Temperament" und "ohne moralische Prinzipien". Trump wiederum verspottete seinen heutigen Außenminister damals als "Little Marco". Eine Spitze, die ihm dieser offenbar problemlos verziehen hat.
Tulsi Gabbard warf Donald Trump vor, außenpolitisch verantwortungslos zu agieren
Ein weiteres hochrangiges Beispiel der aktuellen Trump-Regierung: Tulsi Gabbard, die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste (DNI). Vor ihrer Ernennung war Gabbard Demokratin und Unterstützerin von Bernie Sanders und nahm sogar an der demokratischen Präsidentschaftsvorwahl 2020 teil. Bevor sie ihren aktuellen Posten antrat, warf sie Donald Trump vor, Muslime zu dämonisieren, das Land zu spalten und außenpolitisch verantwortungslos zu agieren. Inzwischen Schnee von gestern, wie es scheint.
Pete Hegseth kritisierte Trump für seine martialischen Sprüche ohne strategische Tiefe
Auch der US-Kriegsminister Pete Hegseth war früher ein Trump-Hasser. Noch Anfang 2016 gehörte er zum republikanischen Lager der Skeptiker. Damals unterstützte er erst Marco Rubio, dann Ted Cruz, bevor er schließlich auf Donald Trump umschwenkte. Hegseth, damals noch politischer Kommentator bei Fox News, kritisierte in mehreren TV-Auftritten Donald Trumps ständige Positionswechsel sowie seine Neigung zu martialischen Sprüchen ohne strategische Tiefe. Nach Trumps Wahlsieg änderte sich das und Hegseth wurde bei Fox zunächst einer der zuverlässigsten Trump-Verteidiger und schaffte nach Trumps zweitem Wahlsieg sogar den Sprung ins Weiße Haus.
Cleverer Schachzug - darum holte Donald Trump frühere Feinde in sein Kabinett
Doch wie kommt es, dass Donald Trump so viele frühere Feinde in sein Kabinett geholt hat? Man dürfte davon ausgehen, dass dies nicht ohne Grund geschehen ist. Eine Erklärung könnte sein, dass Bekehrte oftmals loyaler sind als Altgläubige. Wer einmal öffentlich gegen Trump war und dann umschwenkt, muss seine Loyalität permanent beweisen. Gleichzeitig haben die früheren Trump-Hasser dem US-Präsidenten gesellschaftliche Reichweite verschafft. Durch Vance, Gabbard, Hegseth und Co. erreicht er neue Wählergruppen, die ihn zuvor abgelehnt haben.
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