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Donald Trump: "Eine andere Berechnungsweise" – Minister verteidigt Trumps Mathe-Blamage

Donald Trump blamiert sich mit seinen Mathekenntnissen und bekommt jetzt Schützenhilfe von seinem Gesundheitsminister. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Mathematisch unmöglich: Donald Trump spricht von bis zu 1.500 Prozent Rabatt
  • US-Minister verteidigt Zahlen: Kennedy beruft sich auf "andere Berechnungsweise"
  • Senatorin kontert scharf: Elizabeth Warren zerlegt die Rechnung öffentlich

Was als politisches Versprechen begann, endet im Mathe-Fiasko: Donald Trump wirbt seit Monaten mit angeblichen Mega-Rabatten auf Medikamente – doch die Zahlen sind rechnerisch unmöglich. Im Senat verteidigt sein Gesundheitsminister Robert F. Kennedy die Aussagen trotzdem und sorgt damit für fassungsloses Kopfschütteln.Der US-Präsident behauptet seit Monaten, seine TrumpRx-Website biete Medikamentenrabatte von 400 bis 1.500 Prozent – Zahlen, die schlicht nicht existieren können.

Kennedy erklärte am Mittwoch, der US-Präsident habe "eine andere Berechnungsweise". Ein Preisnachlass kann jedoch mathematisch niemals über 100 Prozent liegen, da dies bedeuten würde, dass das Produkt kostenlos wäre oder der Käufer sogar Geld erhielte. Die Aussage des Ministers sorgte für Verwunderung im Senat.

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600 Prozent Rabatt für Medikamente? So rechnet der Trump-Minister

Kennedy lieferte während der Anhörung gleich ein Beispiel für seine ungewöhnliche Mathematik. "Wenn man ein 600-Dollar-Medikament hat und es auf 10 Dollar reduziert, ist das eine 600-prozentige Reduktion", erklärte der Gesundheitsminister. Das Problem: Diese Rechnung ist schlichtweg falsch. Eine Preissenkung von 600 auf 10 Dollar entspricht einem Nachlass von etwas mehr als 98 Prozent. Ein Rabatt von über 100 Prozent ist mathematisch unmöglich – denn bei exakt 100 Prozent wäre der Preis bereits bei null angelangt. Alles darüber hinaus würde bedeuten, dass Unternehmen ihren Kunden Geld dafür zahlen, ihre Produkte zu nehmen.

Senatorin Warren spottet über Trumps Rabatt-Fantasien

Der Schlagabtausch ereignete sich, als die demokratische Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts Kennedy mit konkreten Preisvergleichen konfrontierte. Sie verwies auf das Medikament Protonix und zeigte auf, dass Amerikaner über die staatliche TrumpRx-Website teilweise deutlich mehr bezahlen als für die generische Version bei Costco.

Warren nahm Trumps überzogene Rabattversprechen aufs Korn. Bei Preisnachlässen von 400 bis 1.500 Prozent "müssten die Unternehmen wohl Sie dafür bezahlen, ihre Medikamente zu nehmen", stichelte die Senatorin. Kennedy ging zunächst nicht auf die eigentliche Frage zu den Medikamentenpreisen ein, sondern verteidigte stattdessen die fehlerhafte Mathematik des Präsidenten.

"Man kann sagen, was man will!" Trump verteidigt seine Prozent-Rechnung

Die fragwürdigen Prozentangaben sind kein Versehen, sondern System. Seit dem Start der TrumpRx-Website mit Pharma-Deals im vergangenen Jahr wiederholt der US-Präsident seine mathematisch unmöglichen Behauptungen. Als Medien die Zahlen korrigierten oder ignorierten, beschwerte sich Trump: "Ich habe die größte Preissenkung bei Medikamenten in der Geschichte erreicht, und ich kann diese Leute nicht dazu bringen, darüber zu reden."

Inzwischen räumt der Präsident selbst eine gewisse Beliebigkeit ein. "Man könnte sagen, es ist eine 80-prozentige Reduktion", erklärte Trump im Januar. "Oder man könnte sagen, es ist eine 1.000-prozentige Reduktion. Man kann sagen, was man will." Noch Ende März behauptete er Rabatte von "400, 500, 600, 700 Prozent" – niemand habe je etwas Vergleichbares gesehen.

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/gom/news.de/stg

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