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Während Kassenpatienten blechen müssen: So üppig machen sich die Krankenkassen-Bosse die Taschen voll

Wenn es nach Gesundheitsministerin Nina Warken geht, werden gesetzlich Krankenversicherte bald noch stärker zur Kasse gebeten. Bild: picture alliance/dpa/GKV-Spitzenverband | ---

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  • Gesetzlich Krankenversicherten droht Kosten-Explosion wegen Reform-Plan
  • Gesundheitsministerin Nina Warken will Kassenpatienten stärker belasten
  • Welche Krankenkassen-Bosse sahnen am meisten ab? Gehaltsliste enthüllt Rekord-Zahlungen

Die deutschen Krankenkassen stecken in einer schweren Finanzkrise. Gesundheitsministerin Nina Warken plant deshalb einschneidende Maßnahmen, die vor allem die Versicherten empfindlich treffen dürften. Auf die Beitragszahler könnten höhere Zuzahlungen bei Medikamenten, reduziertes Krankengeld und Einschnitte bei den Leistungen zukommen.

Kosten-Klatsche für gesetzlich Krankenversicherte droht, während Kassen-Bosse absahnen

Während die CDU-Ministerin die Versicherten stärker zur Kasse bitten will, verdienen die Führungskräfte der Krankenkassen weiterhin üppige Gehälter, wie ein Überblick der "Bild" zeigt. Die Bezüge der Vorstandschefs von AOK, Barmer, DAK und anderen Kassen bewegen sich teilweise im hohen sechsstelligen Bereich. Die Spanne reicht dabei von knapp 68.000 Euro bis über 400.000 Euro jährlich – finanziert aus den Beiträgen der Versicherten.

Geldregen für Krankenkassen-Chefs: Wer kassiert am meisten?

An der Spitze der Gehaltsrangliste steht Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse. Mit 402.518 Euro jährlich ist er der bestbezahlte Kassenchef Deutschlands. Auch seine Vorstandskollegen bei der TK verdienen fürstlich: Der stellvertretende Vorsitzende erhält 353.186 Euro, ein weiteres Vorstandsmitglied kommt auf 318.592 Euro.

Auf dem zweiten Platz folgt Christoph Straub von der Barmer mit einem Jahresgehalt von 360.600 Euro. Sein Stellvertreter liegt mit 338.054 Euro nur knapp darunter. Den dritten Rang belegt DAK-Chef Andreas Storm, der 352.308 Euro pro Jahr bezieht. Damit verdienen allein die drei Spitzenverdiener zusammen mehr als 1,1 Millionen Euro jährlich – Geld, das aus den Beiträgen der Versicherten stammt.

AOK-Chef kassiert Rekord-Bonus von über 62.000 Euro

Auch bei den regionalen Krankenkassen fließen hohe Summen. Jürgen Peter, Vorstandschef der AOK Niedersachsen, erhält ein Gesamtgehalt von 311.791 Euro. Besonders auffällig: Sein Bonus von 62.576 Euro zählt zu den höchsten aller Kassenchefs bundesweit. Am anderen Ende der Gehaltsskala findet sich Bernhard Zinser, der bis Ende 2025 die BKK Voralb leitete. Er verdiente lediglich 67.760 Euro im Jahr. Zinser begleitete seine Kasse in die Fusion mit der Siemens-Betriebskrankenkasse. Dort allerdings sieht die Vergütung ganz anders aus: Vorstandschefin Gertrud Demmler bezieht 300.360 Euro jährlich. Die Differenz zwischen dem höchsten und niedrigsten Gehalt beträgt damit fast 335.000 Euro – ein gewaltiger Unterschied innerhalb derselben Branche.

Schlag ins Gesicht der Kassenpatienten: Beitragszahler finanzieren Millionengehälter

Die Gehälter der Kassenvorstände variieren enorm. Bei kleineren Betriebskrankenkassen liegen die Bezüge oft zwischen 100.000 und 170.000 Euro. So erhält etwa der Chef der BKK Technoform 109.200 Euro, während sein Kollege bei der BKK EWE auf 117.834 Euro kommt.

Bei den großen Kassen sieht es anders aus. Die Vorstandschefin des AOK Bundesverbands bezieht 319.400 Euro, der Chef der Handelskrankenkasse 287.104 Euro. Auch die KKH zahlt ihrem Vorstandsvorsitzenden 283.678 Euro jährlich.

Sämtliche Vorstandsgehälter werden aus den Beiträgen der Versicherten finanziert. Während Gesundheitsministerin Warken lediglich eine Deckelung der Managergehälter plant, müssen sich die Beitragszahler auf konkrete Einschnitte bei ihren Leistungen einstellen.

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