Donald Trump: Ließ Trump Bin Laden töten? Irres Social-Media-Gerücht sorgt für Wirbel
Donald Trump sorgt unfreiwillig für Social-Media-Wirbel. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster
09.04.2026 08.00
- Trump angeblich verantwortlich für Bin-Laden-Tötung? Social-Media-Hype widerlegt
- Präsident bezog sich auf sein Buch von 2000, nicht auf Operation Neptune Spear
- Experten und Kritiker korrigieren falsche Behauptungen über historische Fakten
Nach einer Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg verbreitete sich in sozialen Medien eine brisante Behauptung: Der Präsident habe sich die Tötung von Al-Qaida-Gründer Osama bin Laden zugeschrieben. Zahlreiche Kritiker griffen diese Interpretation auf.
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Wirbel um Trump-Aussagen: War der US-Präsident für die Bin-Laden-Tötung verantwortlich?
Der demokratische Kongresskandidat Dan Koh kommentierte auf X sarkastisch: "Wusste gar nicht, dass Operation Neptune Spear von Palm Beach aus geleitet wurde." Auch Fred Guttenberg, ein bekannter Trump-Kritiker, schrieb: "Hat er gerade behauptet, dass er Osama bin Laden ausgeschaltet hat? Im Gegensatz zu ihm habe ich keine Demenz und kann mit Sicherheit sagen, dass Barack Obama das getan hat."
Doch was sagte Trump wirklich?
Trump sprach über sein Buch, nicht über die Operation
Bei der Pressekonferenz am Montag äußerte sich Trump zunächst zur Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani. Anschließend kam er auf bin Laden zu sprechen – allerdings in einem anderen Kontext als von Kritikern dargestellt.
"Ich habe noch etwas anderes gemacht, aber das wurde nicht aufgegriffen: Osama bin Laden", sagte Trump laut "Newsweek". "Wenn ihr mein Buch lest – ich habe gesagt, man muss ihn ausschalten, ein Jahr bevor das World Trade Center einstürzte." Der Präsident bezog sich damit auf sein Werk "The America We Deserve" aus dem Jahr 2000. Er betonte, gute Instinkte seien für einen Präsidenten entscheidend.
Was steht wirklich in dem Buch?
In "The America We Deserve" erwähnte Trump den Al-Qaida-Anführer tatsächlich nur ein einziges Mal. Er beschrieb darin eine Welt voller kleinerer Krisen und Konfliktherde anstelle einer großen übergeordneten Bedrohung.
Über bin Laden schrieb er damals: "Eines Tages wird uns gesagt, dass eine schattenhafte Figur ohne festen Wohnsitz namens Osama bin Laden Staatsfeind Nummer eins ist, und US-Kampfjets verwüsten sein Lager in Afghanistan." Der Terrorist verschwinde dann wieder, und wenige Nachrichtenzyklen später gehe es um einen neuen Feind.
Eine konkrete Forderung, bin Laden zu töten, findet sich in der Passage nicht.
Faktencheck: Trump hat nie behauptet, für Osama Bin Ladens Tötung verantwortlich zu sein
Die in sozialen Medien verbreitete Darstellung entspricht daher nicht den Tatsachen. Trump beanspruchte bei der Pressekonferenz nicht die Verantwortung für die militärische Operation gegen bin Laden im Jahr 2011. Diese fand unter Präsident Barack Obama statt.
Stattdessen verwies der amtierende Präsident auf seine frühe Warnung vor dem Terroristenführer in seinem Buch – etwa ein Jahr vor den Anschlägen vom 11. September 2001. Trump argumentierte damit für seine politischen Instinkte, nicht für eine Beteiligung an der tödlichen Mission. Die Behauptung, Trump sei für die Tötung Osama Bin Ladens verantwortlich, ist also falsch.
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