Donald Trump: Eklat nach Iran-Waffenruhe? US-Präsident explodiert im Netz
Donald Trump explodiert und schießt gegen CNN. Bild: picture alliance/dpa/AP Pool | Alex Brandon
Erstellt von Anika Bube
09.04.2026 06.56
- Donald Trump wirft CNN nach der Iran-Waffenruhe die Verbreitung einer Falschmeldung vor
- Der US-Präsident spricht von "BETRUG" und kündigt eine Untersuchung an
- CNN weist die Vorwürfe zurück und beharrt auf der Echtheit der iranischen Erklärung
Kaum war die überraschende Waffenruhe mit dem Iran verkündet, zündete Donald Trump schon die nächste politische Bombe. Diesmal richtete sich sein Angriff nicht gegen Teheran, sondern gegen CNN. Der US-Präsident wirft dem Nachrichtensender vor, eine angeblich gefälschte iranische Siegeserklärung verbreitet zu haben. Auf seiner Plattform Truth Social legte Trump mit scharfen Vorwürfen nach und machte daraus sofort die nächste große Front in seinem Dauerkrieg gegen die Medien.
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In seinem Post sparte Trump nicht mit Großbuchstaben und Empörung. "Die angebliche Erklärung, die von CNN World News veröffentlicht wurde, ist ein BETRUG, wie CNN sehr wohl weiß." Laut Trump sei die fragliche Mitteilung mit einer "Fake-News-Seite aus Nigeria" verknüpft gewesen und von CNN dennoch sofort als legitime Schlagzeile verbreitet worden. Der Präsident forderte den Sender auf, die Meldung unverzüglich zurückzuziehen und sich zu entschuldigen.
Trump ordnet Untersuchung an – Behörden sollen jetzt prüfen
Doch Trump beließ es nicht bei öffentlicher Empörung. Er erklärte außerdem, dass nun geprüft werde, ob bei der Veröffentlichung möglicherweise sogar eine Straftat begangen worden sei. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen laut Trump "in naher Zukunft" vorliegen. Damit zieht der US-Präsident den Streit um eine Nachrichtensendung auf die nächste Eskalationsstufe und macht klar: Für ihn geht es nicht nur um Berichterstattung, sondern um politische Macht und Deutungshoheit.
CNN wehrt sich sofort – und bleibt bei seiner Darstellung
CNN reagierte auf die Vorwürfe umgehend und wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Ein Sprecher des Senders erklärte gegenüber "Newsweek", die umstrittene Erklärung stamme direkt von iranischen Regierungsvertretern und sei außerdem auf mehreren iranischen Staatsmedien veröffentlicht worden. "Wir haben die Erklärung von bestimmten offiziellen iranischen Sprechern erhalten, die uns bekannt sind." Damit machte CNN deutlich: Man hält die Unterlagen weiterhin für glaubwürdig – und sieht keinen Grund für einen Rückzieher.
Auch der CNN-Korrespondent Matthew Chance verteidigte die Berichterstattung öffentlich und zwar live auf Sendung bei Anderson Cooper. Er erklärte, dass die Erklärung bereits bei iranischen Staatsmedien wie der Fars News Agency und der halboffiziellen Tasnim News Agency veröffentlicht worden sei. Als Trump die Echtheit des Dokuments angezweifelt habe, sei er noch einmal direkt auf das iranische Außenministerium zugegangen. "Ich habe nachgefragt: Haben Sie dieses Dokument, das Sie mir schicken können? Und sie haben mir das Dokument selbst geschickt, das exakt dasselbe ist wie das Original." Chance ergänzte, man sei insgesamt "sehr zuversichtlich", dass das Dokument echt sei.
Der Streit blieb nicht auf Trump und CNN beschränkt. Auch Brendan Carr, der von Trump ernannte Vorsitzende der Federal Communications Commission (FCC), schaltete sich ein, obwohl seine Rolle in dem Fall alles andere als eindeutig ist. Auf X schrieb Carr, das Verhalten von CNN sei "empörend" und verlangte politische Konsequenzen. "Fake News sind schlimm genug für das Land, aber in einem so sensiblen Moment der nationalen Sicherheit eine Falschmeldung zu verbreiten, erfordert Rechenschaft." Außerdem erklärte er: "Zeit für Veränderungen bei CNN." Der Haken: Ausgerechnet Carr ist für CNN gar nicht zuständig.
Brisant ist dabei vor allem eines: Carr hat in diesem Fall eigentlich gar keine direkte Aufsichtsbefugnis. Denn CNN ist ein Kabelsender und unterliegt damit nicht der klassischen FCC-Aufsicht, weil dafür keine Sendelizenz nötig ist. Genau deshalb war Carr bereits zuvor für ähnliche Drohungen gegen Sender wegen deren Iran-Berichterstattung kritisiert worden. Mit anderen Worten: Der politische Druck ist real, die formale Zuständigkeit dagegen äußerst fragwürdig.
Trump-Lager macht keinen Hehl aus seiner CNN-Abneigung
Dass die Trump-Regierung und CNN seit Jahren auf Kriegsfuß stehen, ist kein Geheimnis. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte erst kürzlich erklärt, er freue sich darauf, dass der trumpfreundliche David Ellison den Sender übernehme. Damit wird deutlich: Der Angriff auf CNN kommt nicht aus dem Nichts, sondern passt in ein längst offenes Machtduell zwischen Trump-Lager und kritischen Medien.
Besonders heikel für Trumps Vorwürfe: CNN stand mit seiner Berichterstattung keineswegs allein. Auch die "New York Times" und PBS veröffentlichten ähnlich formulierte Berichte über die iranische Reaktion auf die Waffenruhe. Die "New York Times" zitierte ebenfalls Irans Nationalen Sicherheitsrat mit den Worten: "Wir gratulieren dem gesamten iranischen Volk zu diesem Sieg und betonen, dass bis zur Finalisierung der Details dieses Sieges Standhaftigkeit und Besonnenheit der Verantwortlichen sowie die Wahrung der Einheit und Solidarität des iranischen Volkes unerlässlich bleiben." Damit bekommt Trumps Attacke eine zusätzliche politische Schärfe: Würde seine Darstellung stimmen, hätte nicht nur CNN ein massives Problem.
Weißes Haus schießt gegen Kritiker
Auch jenseits von CNN reagierte das Weiße Haus auffällig aggressiv auf jede Darstellung, wonach der Iran die Feuerpause als Erfolg für sich verkaufen könnte. Kommunikationsdirektor Steven Cheung griff auf X den linken Autor Owen Jones an, nachdem dieser von der "größten strategischen Niederlage der USA seit ihrem Aufstieg zur Supermacht" gesprochen hatte. Cheungs Antwort fiel entsprechend derb aus: "Du hast keine Ahnung, wovon du redest, du Verlierer." Der Tonfall zeigt, wie nervös und gereizt das Trump-Lager auf jede Deutung reagiert, die nicht in das eigene Erfolgsnarrativ passt. Der Streit um CNN ist nur die mediale Fortsetzung einer ohnehin hochgefährlichen geopolitischen Krise. Trump hatte dem Iran zuvor ein Ultimatum bis Dienstagabend 20 Uhr (Ortszeit) gesetzt, die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Andernfalls, so drohte der Präsident, werde "eine 'ganze Zivilisation sterben'". Zudem kündigte Trump an, "jede Brücke" und "jedes Kraftwerk" im Iran zu zerstören.
90 Minuten vor Ablauf dann die Wende – doch beide Seiten feiern sich als Sieger
Nur rund 90 Minuten vor Ablauf der Frist kam es dann überraschend zur Wende: Trump verkündete eine zweiwöchige Waffenruhe. Doch seitdem reklamieren beide Seiten den Erfolg für sich. Während Pressesprecherin Karoline Leavitt den Waffenstillstand als "Sieg für die Vereinigten Staaten" verkaufte, sprach die iranische Seite von einem "historischen und vernichtenden Sieg" über den Feind. Genau an diesem Punkt entzündete sich nun der neue Streit um die mediale Deutung.
Denn selbst nach der überraschenden Einigung ist keineswegs alles gelöst. Laut Associated Press soll der Iran weiterhin Gebühren für Frachtschiffe erheben, die die Straße von Hormus passieren. Das zeigt: Die Waffenruhe mag eine Eskalation vorerst gestoppt haben, aber der Machtkampf um Kontrolle, Einfluss und öffentliche Wahrnehmung läuft längst weiter. Unterm Strich ist die Lage klar: Der militärische Konflikt mag vorerst eingefroren sein. Der politische und mediale Krieg dagegen tobt bereits mit voller Wucht weiter. Und Donald Trump hat nur wenige Stunden nach der Feuerpause gezeigt, dass er auch in Friedensmomenten sofort den nächsten Gegner sucht.
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