Donald Trump: Wirbel um geistige Fitness eskaliert - TV-Moderatorin stellt brisante Frage
Ist Donald Trump noch fit genug fürs Präsidentenamt? Bild: picture alliance/dpa/AP | Luis M. Alvarez
Erstellt von Anika Bube
31.03.2026 10.32
- MSNBC-Moderatorin Katy Tur stellt Trumps geistige Fitness öffentlich infrage
- Neue Umfragen zeigen wachsende Zweifel an der mentalen Schärfe des US-Präsidenten
- Mehrere fragwürdige Trump-Anekdoten sorgen für Irritationen – das Weiße Haus schlägt zurück
Jetzt wird die Debatte um Donald Trump richtig heikel. Im US-Fernsehen ist offen die Frage gestellt worden, ob der amerikanische Präsident geistig noch voll auf der Höhe ist. Ausgerechnet MSNBC-Moderatorin Katy Tur sprach am Montag aus, was viele Kritiker Trumps seit Monaten beschäftigt – und was durch neue Umfragen zusätzlich befeuert wird. Denn während das Weiße Haus Stärke demonstrieren will, wächst in Teilen der Öffentlichkeit der Zweifel: Ist Trump mental noch fit genug für das mächtigste Amt der Welt?
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Wirbel um mentalen Zustand: Wie gesund ist Donald Trump?
In ihrer Sendung formulierte Katy Tur die Zweifel ungewöhnlich direkt. "Ist Donald Trump gesund? Ist sein Kopf bei der Präsidentschaft? Hat er die mentale Schärfe, dieses Land zu führen?", fragte die 42-Jährige ihr Publikum. Dass eine prominente TV-Moderatorin diese Fragen nun öffentlich stellt, zeigt, wie sensibel das Thema in den USA inzwischen geworden ist. Denn längst geht es nicht mehr nur um politische Fehltritte oder provokante Aussagen, sondern um Trumps grundsätzliche Belastbarkeit, Konzentration und Wahrnehmung.
Die Zweifel kommen keineswegs aus dem Nichts. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass das Misstrauen gegenüber Trumps geistiger Fitness in der Bevölkerung wächst. Eine Erhebung von "Washington Post", ABC und Ipsos zeigt: 56 Prozent der Befragten sprechen Trump inzwischen die nötige geistige Schärfe für sein Amt ab. Auch eine weitere Umfrage von Reuters und Ipsos kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Demnach sind mehr als 60 Prozent der US-Bürger der Meinung, Trump werde mit zunehmendem Alter unberechenbarer. Besonders bemerkenswert: Auch 30 Prozent der befragten Republikaner teilen diese Einschätzung. Das ist politisch brisant. Denn wenn Zweifel nicht nur aus dem gegnerischen Lager kommen, sondern auch aus der eigenen Basis, wird aus einem Medienthema schnell ein echtes Belastungsproblem für einen Präsidenten.
Diese Trump-Geschichten sorgen in den USA für Stirnrunzeln
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte zuletzt eine Szene aus einer Kabinettssitzung, die Katy Tur in ihrer Sendung besonders herausgriff. Trump hatte dort plötzlich eine ausschweifende Geschichte über seinen Lieblingsstift erzählt. Der US-Präsident behauptete, er habe mit dem Chef des Sharpie-Herstellers persönlich über maßgefertigte Stifte gesprochen. Das Problem: Genau dieses Gespräch soll es offenbar nie gegeben haben. Ein Sprecher von Newell Brands, dem Mutterkonzern von Sharpie, erklärte gegenüber der "Washington Post": "Wir haben keine Informationen über das beschriebene Gespräch."
Trump hatte die Sitzung dem Bericht zufolge unterbrochen, um von angeblich zu teuren 1.000-Dollar-Kugelschreibern zu erzählen und davon, dass er stattdessen günstigere Sharpies mit aufgedrucktem Weißen Haus verwende. Laut Tur habe er diese Geschichte entweder "fabriziert oder halluziniert". Die Sharpie-Episode ist nicht der einzige Vorfall, der nun wieder diskutiert wird. Tur führte in ihrer Analyse mehrere weitere Beispiele an, in denen Trump offenbar Geschichten erzählte, die später öffentlich bestritten oder widerlegt wurden.
So behauptete Trump im vergangenen Sommer, Marylands Gouverneur Wes Moore habe ihn beim Army-Navy-Spiel umarmt und gesagt: "Sir, Sie sind der größte Präsident meines Lebens." Moore stellte diese Darstellung umgehend klar und erklärte, das Gespräch habe nie stattgefunden. Es sei "imaginär" gewesen.
Auch andere Aussagen des Präsidenten gerieten ins Visier. So erzählte Trump mehrfach, sein Onkel John Trump, ein MIT-Professor, habe den Unabomber Ted Kaczynski gekannt. Das Problem dabei: John Trump starb mehr als ein Jahrzehnt bevor Kaczynski identifiziert wurde. Außerdem besuchte Kaczynski nie das MIT.
Weißes Haus weist Kritik entschieden zurück
Die Reaktion aus dem Weißen Haus ließ nicht lange auf sich warten. Die Trump-Administration stellte sich demonstrativ hinter den Präsidenten und wies die Berichterstattung entschieden zurück. "Präsident Trumps mentale Schärfe, unübertroffene Energie und historische Zugänglichkeit stehen in starkem Kontrast zu dem, was wir in den vergangenen vier Jahren gesehen haben", erklärte Sprecherin Olivia Wales gegenüber "The Daily Beast". Wales warf den Medien zugleich vor, den geistigen und körperlichen Verfall von Joe Biden in den vergangenen Jahren absichtlich vertuscht zu haben. Im Gegensatz zur Biden-Regierung sei die aktuelle Administration "vollständig offen und transparent" bezüglich des Gesundheitszustands des US-Präsidenten, der "außergewöhnlich" bleibe.
Warum die Debatte für Trump politisch gefährlich werden könnte
Für Trump ist die Diskussion aus mehreren Gründen unangenehm. Zum einen, weil sie ein Feld berührt, das für jeden Präsidenten extrem sensibel ist: Amtsfähigkeit. Zum anderen, weil sie sich nicht mehr nur auf einzelne Patzer oder provokante Auftritte bezieht, sondern auf ein mögliches Muster aus fragwürdigen Erzählungen, Verwechslungen und Irritationen.
Katy Tur beendete ihre Analyse mit dem Hinweis, dass Trump kurz vor seinem 80. Geburtstag stehe und einen Krieg begonnen habe, für den er offenbar keinen Plan habe. Gerade diese Mischung aus Alter, Macht und außenpolitischer Eskalation macht die Debatte für seine Gegner so explosiv und für das Weiße Haus so gefährlich.
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