Mike Johnson: Sind für "Tausende Tote" verantwortlich - Trump-Vertrauter flippt aus
Der Trump-Vertraute Mike Johnson (links) ist im US-Repräsentantenhaus ausgerastet. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
Erstellt von Anika Bube
27.03.2026 12.01
- Mike Johnson geht im US-Kongress lautstark auf eigene Parteikollegen los
- Streitpunkt ist das umstrittene Überwachungsgesetz FISA
- Abweichler warnen vor Eingriffen in Bürgerrechte – die Zeit drängt
Im US-Repräsentantenhaus kam es am Mittwoch (25.03.2026) zu einem heftigen Eklat: Republikaner-Sprecher Mike Johnson fuhr mehrere Abgeordnete seiner eigenen Partei lautstark an. Ziel seines Zorns waren die republikanischen Kongressmitglieder Lauren Boebert, Tim Burchett und Anna Paulina Luna. Der Grund für Johnsons Ausbruch: Die drei weigern sich, für die Verlängerung des Überwachungsgesetzes FISA zu stimmen. Augenzeugen beschrieben den Sprecher als "sichtlich frustriert und aufgebracht", wie "The Daily Beast" berichtet. Johnson machte den Abweichlern schwere Vorwürfe und scheute dabei nicht vor drastischen Formulierungen zurück.
"Ich wurde auf dem Parkett abgekanzelt!" Trump-Vertrauter schockt mit Wutausbruch
Besonders heftig ging Johnson die Florida-Abgeordnete Anna Paulina Luna an. Er schrie sie an und erklärte ihr, sie werde für "tausende amerikanische Tote" verantwortlich sein, sollte sie nicht für die Verlängerung des Gesetzes stimmen. Luna selbst beschrieb die Szene gegenüber "Axios" mit den Worten: "Ich wurde auf dem Parkett abgekanzelt."
Auch Boebert und Burchett bekamen den Unmut des Trump-Vertrauten zu spüren. Burchett schilderte, Johnson habe in "hoher Stimmlage" gesprochen, und fügte hinzu: "Er ist aufgebracht. Sie treiben ihn in alle Richtungen." Der republikanische Abgeordnete Ralph Norman bestätigte, Johnson sei während des Austauschs "aufgebracht, einfach frustriert" gewesen.
Johnsons Büro lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorfall ab. Boebert hat sich bislang nicht zu der Konfrontation geäußert.
Überwachung ohne Richterbeschluss
Im Zentrum des Streits steht Abschnitt 702 des FISA-Gesetzes. Diese Regelung ermöglicht es amerikanischen Behörden, E-Mails, Textnachrichten und Telefonate von Ausländern außerhalb der USA zu erfassen und zwar ohne richterliche Genehmigung. Genau diese Befugnis sorgt für Spannungen innerhalb der republikanischen Fraktion. Die Uhr tickt: Am 20. April verliert das Gesetz seine Gültigkeit. Vergangene Woche verschob die Partei die Abstimmung auf Mitte April, nachdem das Repräsentantenhaus aus einer zweiwöchigen Pause zurückkehrt war.
Das Weiße Haus macht Druck. Unter Führung von Stabschef-Stellvertreter Stephen Miller drängt die Regierung darauf, FISA ohne Änderungen bis 2027 zu verlängern. Konservative Kritiker fordern hingegen, dass künftig Durchsuchungsbefehle erforderlich sein müssen – was Johnson als "nicht praktikabel" bezeichnet.
Sicherheit gegen Bürgerrechte
Johnson verteidigt das Überwachungsinstrument vehement. Gegenüber Reportern erklärte er am Mittwoch, dass "ungefähr 65 Prozent der täglichen Sicherheitsbriefings des Präsidenten" aus Informationen stammen, die über Abschnitt 702 gesammelt werden. "Es ist ein sehr wichtiges Werkzeug, um Amerikaner zu schützen, und damit sollte man nicht spielen", betonte er.
Luna bleibt bei ihrer Haltung unbeirrt. Sie will FISA nur zustimmen, wenn es mit dem SAVE America Act verknüpft wird, der Wähler zur Vorlage eines Staatsbürgerschaftsnachweises verpflichten würde. Die Verantwortung für mögliche Konsequenzen schiebt sie den Senatoren zu.
Hoffnung auf einen Ausweg macht Jim Jordan, Vorsitzender des Justizausschusses. Er arbeitet an einem Kompromiss und zeigte sich zuversichtlich: "Wir wollen es so machen, dass man die Bösen erwischt, aber gleichzeitig Amerikaner schützt."
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