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Wladimir Putin: Kremlchef blamiert - Russen-Agent fliegt nach peinlichem Fehler auf 

Einer von Wladimir Putins Spionen soll durch eine peinliche Aktion aufgeflogen sein. Bild: picture alliance/dpa/Kremlin Pool Planet Pix via ZUMA Press Wire | Mikhail Metzel/Kremlin Pool

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  • Putin-Agent fliegt auf nach fatalem Fehler
  • Kreml-Mann machte Jagd auf Dissidenten
  • Verschlüsselt gechattet, unverschlüsselt übersetzt

Moderne Verschlüsselungstechnologie sollte eigentlich für sichere Kommunikation sorgen - doch einem russischen Geheimdienstagenten wurde ausgerechnet ein simples Online-Tool zum Verhängnis. Denis A., Mitglied einer Spezialeinheit des russischen Militärgeheimdienstes GRU, wurde in Kolumbien festgenommen. Der Grund für seine Enttarnung: die Verwendung des Google-Übersetzers. Putin-Gegner sprechen schon von einer Blamage für den Kremlchef.

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Putin-Agent fliegt auf nach fatalem Fehler

Wie "The Insider" recherchierte, versuchte der Agent, Mordanschläge auf prominente tschetschenische Dissidenten in Europa zu organisieren. Obwohl er und sein rekrutierter Helfer verschlüsselte Chats nutzten, übersetzten sie ihre Nachrichten jeweils mit Googles Dienst - ein fataler Fehler.

  • Die Behörden griffen am Flughafen El Dorado (Bogotá) in der kolumbianischen Hauptstadt zu. Der Putin-Agent befindet sich seither in Haft. Seine Operation wurde durch internationale Ermittlungen von FBI, europäischen und kolumbianischen Stellen aufgedeckt.

Putin-Agent machte Jagd auf Dissidenten

Nach Angaben von "The Insider" sollte der Mann mindestens zwei bekannte tschetschenische Dissidenten auf europäischem Boden eliminieren lassen. Für jede Zielperson bot er eine Belohnung von 1,5 Millionen Dollar - dabei spielte es keine Rolle, ob die Opfer tot waren oder lebend nach Russland gebracht würden. Zur Umsetzung seiner Pläne warb der GRU-Agent Darko D. (später in Istanbul verhaftet) an.

  • Doch zwischen den beiden Männern stand eine erhebliche Hürde: die fehlende gemeinsame Sprache. Obwohl sie ihre Absprachen über einen verschlüsselten Messenger-Dienst abwickelten, mussten beide ihre Botschaften zunächst übersetzen lassen.

Genau diese Notwendigkeit wurde ihnen zum Verhängnis.

  • Statt eine sichere Übersetzungsmethode zu wählen, griffen sie auf den Google-Übersetzer zurück - und öffneten damit unbeabsichtigt den amerikanischen Ermittlungsbehörden Tür und Tor.

Verschlüsselt gechattet, unverschlüsselt übersetzt

Während die eigentlichen Chat-Nachrichten verschlüsselt blieben, liefen die Übersetzungen über Googles Server. Diese befinden sich auf amerikanischem Territorium und unterliegen damit der dortigen Rechtsprechung.

  • Mit einem Gerichtsbeschluss verschaffte sich das FBI Zugang zu den Google-Servern.
  • So konnten die Ermittler die Pläne praktisch in Echtzeit und bereits transkribiert verfolgen - die Verschlüsselung der ursprünglichen Nachrichten spielte keine Rolle mehr.
  • Was eigentlich für Sicherheit sorgen sollte, wurde durch einen simplen Übersetzungsdienst komplett ausgehebelt.

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