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Donald Trump: 3 Fehler zerlegen Trump - US-Präsident völlig planlos

Donald Trumps Führungsstil steht wieder einmal in der Kritik. Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Gian Ehrenzeller

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  • Donald Trump: Bittere Abrechnung mit seinem Führungsstil
  • Donald Trump hat keine Strategie für Regimewechsel trotz großer Ankündigungen
  • Donald Trump macht drei gravierende Fehler in der Kriegsplanung
  • Kriegsrealität widersetzt sich Trumps Selbstdarstellung

Das Editorial Board der "New York Times" hat vernichtende Kritik an Präsident Donald Trumps Führung im mittlerweile fast drei Wochen andauernden Iran-Krieg geübt. Die Redakteure werfen dem Präsidenten eine chaotische, von seinem Ego getriebene Herangehensweise vor, die sich als beispielhaft für seinen gesamten Regierungsstil erweise.

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Donald Trump: Bittere Abrechnung mit seinem Führungsstil

Es ist eine gnadenlose Analyse, die das Blatt vornimmt.

  • Anders als frühere US-Präsidenten habe Donald Trump sich bei militärischen Entscheidungen nur auf einen kleinen Kreis von Beratern gestützt und den üblichen sorgfältigen Prozess zur Identifizierung potenzieller Probleme umgangen.
  • Die Zeitung kritisiert zudem "lächerliche und widersprüchliche öffentliche Erklärungen", darunter die Behauptung, der Krieg habe seine Ziele nahezu erreicht.
  • Besonders scharf verurteilt das Blatt Trumps Versuch, die Weltöffentlichkeit über den tragischen Tod dutzender iranischer Schulkinder durch eine fehlgeleitete amerikanische Rakete zu täuschen.
  • Fast täglich demonstriere er, "warum man ihm bei den folgenreichsten Regierungsangelegenheiten nicht vertrauen kann", schreibt das Editorial Board.

Donald Trump hat keine Strategie für Regimewechsel trotz großer Ankündigungen

Laut der "New York Times" startete Trump die Militäraktion, ohne der amerikanischen Öffentlichkeit oder der internationalen Gemeinschaft eine zusammenhängende Strategie zu präsentieren. Kein erkennbares Konzept existiere für den von ihm angestrebten Sturz des iranischen Regimes. Falls seine Ziele begrenzter seien, etwa die Sicherstellung nuklearer Materialien, habe er keine glaubwürdigen Vorschläge zur Umsetzung vorgelegt.

  • Unmittelbar nach Beginn der Angriffe verkündete der Präsident pathetisch, die Stunde der Freiheit für das stolze iranische Volk sei gekommen.
  • Später forderte er die "bedingungslose Kapitulation der iranischen Regierung" und behauptete, er müsse "den nächsten Anführer des Landes genehmigen".

Wie er diese ambitionierten Ziele erreichen wolle, habe Trump jedoch nicht einmal ansatzweise zu erklären begonnen, kritisiert das Blatt. Die Kluft zwischen seinen vollmundigen Versprechungen und der fehlenden Umsetzungsstrategie sei eklatant.

Donald Trump macht drei gravierende Fehler in der Kriegsplanung

Die Zeitung identifiziert drei fundamentale strategische Versäumnisse.

  • Erstens habe Trump historische Fehler wiederholt, indem er glaubte, einen Regimewechsel allein durch Luftangriffe herbeiführen zu können. Zusammen mit dem israelischen Premierminister Netanyahu verfolge er vage Szenarien wie die Bewaffnung kurdischer Minderheiten oder die Anstiftung iranischer Sicherheitskräfte zum Überlaufen. Im Januar hatte Trump bereits Straßenproteste angefeuert, doch das Regime behielt die Kontrolle.
  • Zweitens ignoriere Trump die iranischen Nuklearwaffen. Während Außenminister Marco Rubio einräumte, dass "Leute hingehen und sie holen müssen", antwortete der Präsident auf Fragen zum Uran lapidar: "Darauf konzentrieren wir uns nicht."
  • Drittens habe Trump die wirtschaftlichen Folgen verschlafen. Trotz Warnungen von Militärberater General Dan Caine über Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus ignorierte Trump die Risiken. Die Ölpreise explodierten daraufhin um über 40 Prozent.

Kriegsrealität widersetzt sich Trumps Selbstdarstellung

Das grundlegende Problem spiegele Trumps gesamte Herangehensweise wider, resümiert die "New York Times". Während seiner gesamten Geschäfts- und politischen Karriere habe er versucht, seine eigene Realität zu konstruieren. Wenn die Wahrheit unbequem sei, ignoriere er sie und verbreite Falschaussagen, die ihm nützlich sind.

Doch Krieg lasse sich weniger leicht manipulieren als Politik oder Marketing, stellt das Blatt fest. Die frühe Realität des Iran-Kriegs kooperiere nicht mit Trumps Prahlerei. Als Reaktion auf die explodierenden Ölpreise habe Trump Sanktionen gegen Russland aufgehoben und traditionelle Verbündete angefleht, die Schifffahrtsrouten zu schützen.

Die vernichtende Analyse des Editorial Boards unterstreicht die Einschätzung, dass Trump mit den folgenreichsten Aufgaben der Regierung nicht betraut werden könne. Seine chaotische Führung und fehlende strategische Planung hätten den Iran-Konflikt zu einem Paradebeispiel seiner problematischen Präsidentschaft gemacht.

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