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Donald Trump: "Er wäre bis Juni tot" - "The Don" für taktloses Verhalten abgestraft

Donald Trump hat einfach die Diagnose eines Kongressabgeordneten ausgeplaudert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin

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  • Donald Trump plaudert Diagnose vom republikanischen Kongressabgeordneten Neal Dunn aus
  • Krankengeschichte sollte laut Mike Johnson nicht öffentlich werden
  • US-Präsident für sein Verhalten kritisiert

Nicht jeder möchte öffentlich über die Gründe sprechen, wieso er seinen Job aufgibt. Im Fall des republikanischen Kongressabgeordneten Neal Dunn aus Florida weiß jetzt dank Donald Trump die ganze Welt, was hinter dem Rückzug steckt. Doch das sollte nicht auf diese Art und Weise herauskommen.

Mike Johnson macht Andeutungen zum Gesundheitszustand eines Parteikollegen

Neal Dunn war bei einem öffentlichen Termin von Donald Trump und dem Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, Gesprächsthema. Johnson sprach vor Medienvertretern über die ernsten "Gesundheitsherausforderungen" des Kongressabgeordneten. "Er hatte eine düstere Diagnose erhalten", erklärte der Sprecher weiter. Darüber sprach er nach eigenen Aussagen mit dem Präsidenten. Im Gespräch lobte er Dunn als Patrioten, der trotz seiner gesundheitlichen Verfassung zur Arbeit kommt.

Donald Trump plaudert Diagnose eines Kongressabgeordneten aus

Donald Trump wollte offenbar mehr wissen und drängte Johnson dazu, mehr zu sagen. "Was war die Diagnose?", fragte ihn Trump. Johnson wollte nicht näher darauf eingehen, sagte nur, dass es sichum eine "unheilbare" Erkrankung handelt. Daraufhin entgegnete der US-Präsident: "Er wäre bis Juni tot." Ein Raunen ging durch den Raum. Trump beließ es dabei nicht und sagte, Dunn habe ein "Herzproblem". Johnson griff ein und sprach von Trumps Anruf bei seinem erkrankten Parteikollegen. Der US-Präsident lachte kurz auf und verpasste Johnson einen kurzen Schlag auf seine Schulter, der daraufhin leicht grinste. 

Hilfe aus dem Weißen Haus: US-Präsident unterstützt kranken Republikaner

Donald Trump soll Dunn unterstützt haben und bot ihm nach einem Telefonat medizinische Hilfe an. "Es gibt nichts mehr, was man für ihn tun kann", behauptete Trump am Telefon. Das sei schlimm gewesen – auch im Hinblick auf die anstehenden Zwischenwahlen. Dunn soll Trump gesagt haben, dass, egal wie lange er lebt, er für ihn stimmen würde, sagte der US-Präsident. Die meisten Menschen würden in den Ruhestand gehen, nicht jedoch Dunn. Der Republikaner soll sich einem Notfalleingriff unterzogen haben. Jetzt gehe es ihm gut, erklärte Johnson. Er würde sich verhalten, als sei er "30 Jahre jünger." Johnson schilderte noch eine kleine Anekdote. Dunn kam zu einem Meeting und sie dachten, einen Geist zu sehen. Wie es dem Kongressabgeordneten wirklich geht, ist unklar. Offizielle Erklärungen von Dunn gibt es nicht.

Gerüchte über vorzeitigen Ruhestand: Dunns Sprecherin klärt auf

Zuletzt kamen Gerüchte auf, dass Dunn sich aus der Politik zurückziehen will. Im Februar diesen Jahres bestätigte Sprecherin Eleanor Allison den Rücktritt. "Als engagierter Staatsdiener wird er bis zum Ende dieser Legislaturperiode im Kongress bleiben, um seine Wähler zu vertreten", zitiert sie "Politico". Wieso er keine weitere Amtszeit anstrebt, erklärten sowohl Allison als auch Dunn nicht.

Trump für Aussagen über Dunns Gesundheit in der Kritik

Öffentlich über die Krankheit eines Politikers zu sprechen, entsetzte viele Nutzer, wie sie unter einem von Kolumnist Niall Stanage geteilten Video des Moments verdeutlichen. Dabei werfen einige Trump vor, gegen das HIPAA-Gesetz (Health Insurance Portability and Accountability Act) verstoßen zu haben. Das Gesetz regelt den Umgang mit Gesundheitsdaten. Die Vorschriften dienen dem Schutz persönlicher Daten im Gesundheitswesen. Inwieweit Trump das Gesetz missachtet hat, müssten Juristen klären, wonach es aktuell aber nicht aussieht. So scharf wird Trump für seine Aussagen kritisiert:

  • "Momente wie diese machen einem bewusst, wie zerbrechlich grundlegender politischer Anstand sein kann. Über die Krankheit einer Person zu sprechen – insbesondere über eine als unheilbar bezeichnete Erkrankung – sollte niemals zu einem beiläufigen Gesprächsthema in einer öffentlichen Sitzung werden. Bei Führung geht es nicht nur um Macht oder Autorität; es geht auch darum, zu wissen, wann Schweigen und Respekt wichtiger sind als Worte", schreibt Journalist Aseel Swaid.
  • "Typisches Trump-Chaos. Selbst erfahrene Politiker wie Mike Johnson werden überrascht, wenn Trump anfängt, persönliche Details preiszugeben. Der Welt zu erzählen, jemandem sei 'gesagt worden, er würde bis Juni tot sein'? Das ist schockierende, ungefilterte Trump-Energie – ob man ihn nun liebt oder hasst, er hält sich nicht zurück."
  • "Wie Trump nach dieser taktlosen Äußerung schadenfroh lächelt..."
  • "Wie tief kannst du sinken"

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/loc/news.de

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