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Donald Trump: Seine Macht schwindet - da fehlen selbst "The Don" die Worte

Donald Trump schweigt plötzlich zur dritten Amtszeit – steckt dahinter etwa die Angst vor dem Machtverlust? Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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  • Trump spricht nicht mehr über dritte Amtszeit
  • Beobachter sehen darin ein Zeichen für sinkenden Einfluss von Donald Trump
  • Dritte Amtszeit wäre für Trump ohnehin ausgeschlossen
  • Kolumnist Jamelle Bouie beschreibt Trump als "lahme Ente" und warnt vor politischem Chaos

Hat Donald Trump seine große Machtfantasie aufgegeben? Der frühere Präsident sprach lange offen darüber, auch nach zwei Amtszeiten im Weißen Haus bleiben zu wollen – obwohl die US-Verfassung das klar verbietet. Doch jetzt fällt Beobachtern etwas auf: Trump erwähnt eine dritte Amtszeit plötzlich viel seltener. Für den Kolumnisten Jamelle Bouie ist das kein Zufall, wie er in der "The New York Times" erklärt.

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Trump spricht plötzlich seltener über dritte Amtszeit – Analyst sieht klares Warnsignal

Er vermutet, dass Trump erkennt, wie schwierig seine politische Lage geworden ist. Sinkende Zustimmungswerte, wachsender Druck innerhalb der eigenen Partei – all das könnte den Präsidenten zum Umdenken zwingen.

Zwar wäre eine dritte Amtszeit ohnehin nicht möglich – das 22nd Amendment to the United States Constitution begrenzt die Präsidentschaft auf zwei Amtszeiten. Doch Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt mit der Idee gespielt. "Vielleicht hat er noch immer die Absicht", schreibt Bouie laut der US-Nachrichtenseite "Raw Story". "Oder vielleicht besitzt er genug Selbsterkenntnis, um zu wissen, dass er nicht der triumphale Anführer seiner Vorstellung ist."

Trump verspielt Ansehen und politische Macht -vorsichtigerer politischer Kurs hätten sein Einfluss gestärkt

In seiner Analyse zeichnet Bouie ein alternatives Szenario. In einer anderen politischen Realität hätte Trump erkannt, dass sein Wahlsieg knapp gewesen sei – und keineswegs ein überwältigender Triumph.

Die entscheidenden Wähler hätten ihn vor allem wegen wirtschaftlicher Sorgen unterstützt. Viele hofften demnach auf sinkende Lebenshaltungskosten und eine Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie.

Ein vorsichtigerer politischer Kurs hätte laut Bouie anders aussehen können: gezielte wirtschaftliche Impulse, moderat eingesetzte Zölle mit Fokus auf nationale Sicherheit und eine restriktive Einwanderungspolitik, die tatsächlich nur die "Schlimmsten der Schlimmen" abgeschoben hätte. Ein solcher Ansatz hätte möglicherweise breitere Unterstützung geschaffen – und langfristig sogar den politischen Einfluss des Präsidenten gestärkt.

Kritik an Trumps politischem Kurs: US-Präsident ist eine "lame duck"

Stattdessen, so Bouie, habe Trump auf maximale Konfrontation gesetzt. Seine Regierung sei geprägt gewesen von einem starken Machtanspruch, radikalen politischen Ideen und einer entsprechend zusammengestellten Administration.

Das Ergebnis sei ein deutlicher Popularitätsverlust gewesen – teilweise sogar stärker als während seiner ersten Amtszeit. Bouies Fazit fällt entsprechend hart aus: Er bezeichnet Trump als "lame duck" (zu Deutsch: "lahme Ente"), also als politisch geschwächten Präsidenten.

Kolumnist Jamelle Bouie warnt:Trump wird Amerika pleite und kaputt hinterlassen

"Er dachte, er könnte das Land nach seinem Bild umgestalten", schreibt der Kolumnist. "Stattdessen wird er es wahrscheinlich wie eines seiner Casinos hinterlassen: pleite, kaputt und dringend auf neue Führung angewiesen."

Ein Amtsenthebungsverfahren hält Bouie für politisch unrealistisch. Stattdessen stellt er eine grundsätzliche Frage über die Zukunft der Vereinigten Staaten. "Es ist offen, ob wir das intakt überleben."

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/gom/news.de/stg

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