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Donald Trump: Wutanfall vorm Weißen Haus - bei dieser Frage rastet er regelrecht aus

Donald Trump hat erneut eine Reporterin verbal angegriffen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein

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  • Donald Trump verliert die Fassung
  • US-Präsident beschimpft Liz Landers als "miese Reporterin"
  • US-Amerikaner sind empört nach Trumps Wutanfall
  • Trump greift regelmäßig Journalistinnen verbal an

Bei einem Pressetermin vor dem Weißen Haus am Mittwoch hat US-Präsident Donald Trump die Korrespondentin Liz Landers als "miese Reporterin" beschimpft. Der Auslöser: Die Journalistin hatte den Präsidenten mit Aussagen seines eigenen ehemaligen Justizministers konfrontiert.

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Donald Trump beschimpft Journalistin als "miese Reporterin"

Landers wollte von Trump wissen, weshalb das FBI Wahlunterlagen in Arizona beschlagnahmt habe. Als der Präsident daraufhin seine unbelegten Behauptungen über Wahlbetrug bei der Wahl 2020 wiederholte, hielt ihm die Reporterin entgegen, dass Bill Barr damals keine nennenswerten Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.

Trumps Reaktion fiel gewohnt harsch aus: "Wenn Sie glauben, dass sie nicht manipuliert war, dann sind Sie eine miese Reporterin", erklärte er, bevor er das Gespräch abbrach. Der Vorfall reiht sich in eine Serie verbaler Attacken des Präsidenten gegen Journalistinnen ein.

Hintergrundwissen zu Bill Barr

  • Bill Barr, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Justizminister ernannt hatte, kam im Dezember 2020 zu einem eindeutigen Ergebnis: Das Justizministerium habe "keinen Betrug in einem Ausmaß festgestellt, der ein anderes Wahlergebnis hätte bewirken können". Diese Feststellung führte zum Bruch zwischen beiden Männern.
  • Gegenüber NBC News schilderte Barr 2022, wie er Trump mit dessen Behauptungen konfrontiert habe. Er habe dem Präsidenten gesagt, seine Aussagen seien "Schwachsinn" und sein Team verbreite Unwahrheiten. Trump sei daraufhin wütend geworden.
  • Trotz des Zerwürfnisses sprach Barr 2024 eine Wahlempfehlung für Trump aus. Der revanchierte sich auf seine Weise: Er habe Barr zuvor als "schwach, langsam, lethargisch, feige und faul" bezeichnet, schrieb Trump auf Truth Social – und strich angesichts der Unterstützung großzügig das Wort "lethargisch".

Video dokumentiert neuerlichen Trump-Ausraster

Ein auf der Trump-kritischen X-Seite "Republicans against Trump" veröffentlichtes Video dokumentiert den Vorfall. Demnach begann der Schlagabtausch mit einer sachlichen Frage: Landers wollte wissen, warum das FBI eine Grand-Jury-Vorladung für Wahlunterlagen aus Maricopa County in Arizona ausgestellt hatte. "Nun, die dachten wahrscheinlich, dass die Wahl manipuliert war, oder?", entgegnete Trump.

Als die Reporterin widersprach, hakte der Präsident nach: "Wirklich? Woher wissen Sie das?" Landers verwies darauf, dass Trumps eigener Justizminister 2020 erklärt hatte, es gebe keinen messbaren Wahlbetrug, der das Ergebnis hätte ändern können.

Trump ließ sich davon nicht beirren: "Sie glauben nicht, dass sie manipuliert war? Ich denke, sie war manipuliert!" Auf die Nachfrage nach Beweisen folgte dann die Beleidigung. Anschließend wandte sich der Präsident ab und beendete den Austausch.

US-Amerikaner teilen gegen Trump aus: "Er ist eine Schande für unser Land. Wir müssen ihn entfernen"

Bei den US-Wählern scheint Trumps jüngster Ausraster gar nicht gut anzukommen. Im Netz erklären etliche Social-Media-User: "Sie sind ein miserabler Präsident." In einem weiteren kritischen Kommentar heißt es außerdem: "Er ist eine Schande für unser Land. Wir müssen ihn entfernen."

Trump verschärft verbale Attacken auf Journalistinnen

Der Angriff auf Landers ist kein Einzelfall. Während seiner zweiten Amtszeit hat Trump seine verbalen Attacken auf Journalistinnen deutlich verschärft. Im vergangenen Dezember bezeichnete er CNN-Moderatorin Kaitlan Collins als "immer dumm und gehässig", nachdem sie ihn zu den Kosten eines neuen Ballsaals im Weißen Haus befragt hatte. Zuvor hatte er sie bereits als "schlechteste Reporterin" abgestempelt.

Besonders drastisch fiel sein Umgang mit Bloomberg-Korrespondentin Catherine Lucey aus: Als sie ihn an Bord der Air Force One zu den Epstein-Dokumenten befragte, fuhr er sie mit den Worten "Ruhe, Schweinchen!" an.

ABC-Reporterin Mary Bruce musste sich während eines Besuchs des saudischen Kronprinzen als "schreckliche Person" bezeichnen lassen. Ihre Kollegin Rachel Scott nannte Trump "widerlich" und eine "furchtbare Reporterin", als sie zu umstrittenen Militäreinsätzen im Pazifik nachhakte.

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/fka/news.de/stg

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