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Kim Jong-un: Todesstrafe für K-Pop - Nordkorea-Diktator lässt angeblich Kinder hinrichten

Kim Jong-un terrorisiert sein Volk. Bild: picture alliance/dpa/KCNA/KNS | Uncredited

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  • Todesstrafe für K-Pop: In Nordkorea drohen selbst Kindern Hinrichtung oder Lagerhaft, wenn sie südkoreanische Serien oder Musik konsumieren.
  • Abschreckung durch Terror: Schüler werden laut Überläufern gezwungen, öffentlichen Exekutionen beizuwohnen.
  • Geld rettet Leben: Wohlhabende Familien können sich freikaufen – Arme trifft die volle Härte des Regimes.

Schockierender Bericht von Amnesty International: Kim Jong-un geht mit äußerster Brutalität gegen jede Form ausländischer Kultur vor. Wer in Nordkorea beim Konsum von K-Pop oder südkoreanischem Fernsehen erwischt wird, riskiert laut Zeugenaussagen Verschleppung in Arbeitslager, öffentliche Demütigung oder sogar den Tod. Selbst Kindern drohen öffentliche Hinrichtungen.

Kim Jong-un regiert mit Angst und Schrecken

Überläufer berichten von einem Klima permanenter Angst. Besonders grausam: Schüler sollen aus Klassenzimmern geholt und gezwungen worden sein, öffentlichen Hinrichtungen beizuwohnen – als drastische Warnung. Die Überläuferin Choi Suvin schilderte, wie sie 2017 oder 2018 in der Grenzstadt Sinuiju eine solche Exekution miterlebte. Ein Mann sei vor einer riesigen Menschenmenge hingerichtet worden, weil er verbotene ausländische Medien verbreitet haben soll. "Die Behörden befahlen allen, dabei zu sein", sagte sie. "Zehntausende Menschen aus der Stadt wurden gezwungen, sich zu versammeln und zuzusehen. Sie richten Menschen hin, um uns einer Gehirnwäsche zu unterziehen."

Nordkorea-Flüchtlinge berichten von Einschüchterungen und Hinrichtungen

Auch andere Überläufer berichten von systematischer Einschüchterung junger Menschen. Kim Eunju, heute 40, beschrieb Hinrichtungen als Pflichtveranstaltungen für Schüler. "Als wir 16 oder 17 waren und noch zur Mittelschule gingen, brachten sie uns zu Hinrichtungen und zeigten uns alles", sagte sie. "Menschen wurden getötet, weil sie südkoreanisches Fernsehen geschaut oder geteilt hatten. Die Botschaft war klar: Wenn du das schaust, passiert dir dasselbe."

Doch nicht alle trifft das Regime gleich hart. Mehrere Überläufer berichten von einem korrupten System, in dem Beziehungen und Geld Leben retten können. Der 28-jährige Kim Joonsik gab an, dreimal beim Anschauen südkoreanischer Dramen erwischt worden zu sein, bevor er 2019 floh. Er blieb unbehelligt – dank einflussreicher Kontakte seiner Familie. "Wenn Highschool-Schüler erwischt werden und ihre Familie Geld hat, bekommen sie normalerweise nur eine Verwarnung", sagte er. "Ich wurde nicht strafrechtlich verfolgt, weil wir Beziehungen hatten."

Arbeitslager für die Armen, Straffreiheit für die Reichen

Andere hatten weniger Glück. Kim Joonsik berichtete, dass drei Schulfreundinnen seiner Schwestern Ende der 2010er Jahre für mehrere Jahre in Arbeitslager geschickt wurden – allein, weil sie südkoreanisches Fernsehen geschaut hatten. Der Grund: Ihre Familien waren zu arm, um Bestechungsgelder zu zahlen.

Trotz aller Repressionen sollen sich südkoreanische Serien im ganzen Land verbreitet haben. Besonders beliebt: der Hit "Crash Landing on You", der teilweise in Nordkorea spielt, sowie das Militärdrama "Descendants of the Sun". Ein Bericht spricht sogar davon, dass Menschen – darunter auch Schüler – wegen des Anschauens der Netflix-Serie "Squid Game" hingerichtet worden seien.

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/ife/news.de

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