Donald Trump: Schweigen gebrochen - "The Don" wütet nach Epstein-Enthüllungen gegen Autor
Donald Trump spricht auf einem Flug über die neu veröffentlichten Epstein-Dokumente. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
Erstellt von Sabrina Böhme
01.02.2026 17.46
- Donald Trump spricht über die neu veröffentlichten Epstein-Dokumente.
- US-Präsident wettert gegen "radikale Linke" und sieht sich entlastet.
- TRump droht Michael Wolff mit einer Klage.
Donald Trump hat sich erstmals zu den neu veröffentlichten Epstein-Dokumenten geäußert. Auf einem Flug nach Florida erklärte Trump gegenüber Reportern, die Akten würden ihn vollständig entlasten. Gleichzeitig drohte er einem seiner schärfsten Kritiker.
Donald Trump spricht nach neuen Epstein-Enthüllungen
"Ich habe es selbst nicht gesehen, aber mir wurde von sehr wichtigen Leuten gesagt, dass es mich nicht nur entlastet, sondern das Gegenteil von dem ist, was die Leute erhofft haben, Sie wissen schon, die radikale Linke", sagte er an Bord der Air Force One.
Trump droht Wolff mit einer Klage
Gleichzeitig kündigte Trump rechtliche Schritte an. Er drohte dem Autor Michael Wolff. Er werde ihn verklagen, möglicherweise auch den Nachlass des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. "Wir werden Wolff wahrscheinlich deswegen verklagen. Und vielleicht den Epstein-Nachlass, ich weiß nicht, aber wir werden ihn auf jeden Fall verklagen", so der Präsident.
Als ihn eine Reporterin fragte, ob er denke, dass seine Kritiker zufrieden seien, sagte er: "Sie sollten es sein." Der Präsident beschuldigt Wolff, gemeinsam mit Epstein gegen ihn intrigiert zu haben. "Er hat mit Wolff konspiriert, um mir politisch zu schaden. Das ist kein Freund", erklärte Trump. Der Autor verfasste eine nicht autorisierte Biografie über den US-Präsidenten und taucht in zahlreichen der veröffentlichten Epstein-Dokumente auf.
E-Mails aus dem Jahr 2016 zeigen, wie Wolff dem verurteilten Finanzier eine Strategie gegen Trump vorschlug. Als Epstein berichtete, dass immer mehr Reporter ihn wegen Trumps steigender Umfragewerte kontaktierten, antwortete Wolff laut "New York Post": "Ja, du bist die Trump-Kugel."
US-Justizministerium spricht von falschen Anschuldigungen gegen Donald Trump
Das US-Justizministerium veröffentlichte am Freitag (30.01.2026) eine Erklärung. Die Behörde wies darauf hin, dass die Sammlung möglicherweise gefälschte Bilder, Dokumente oder Videos enthalte. Alles, was die Öffentlichkeit an das FBI geschickt habe, sei in die Veröffentlichung aufgenommen worden. Einige Unterlagen enthielten "unwahre und sensationslüsterne Behauptungen" gegen den Präsidenten, die kurz vor der Wahl 2020 beim FBI eingereicht worden seien, schreibt das Justizministerium. "Um es klar zu sagen: Die Behauptungen sind unbegründet und falsch", erklärte das Ministerium. Hätten diese Vorwürfe auch nur einen Funken Glaubwürdigkeit besessen, wären sie längst gegen Trump eingesetzt worden. Es gibt keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal.Trump selbst bestreitet bis heute jegliches Wissen über Epsteins Verbrechen.
Für Spekulationen und Kritik sorgte jedoch, dass er noch im Präsidentschaftswahlkampf die Freigabe der Akten gefordert hatte, sich nach Amtsantritt dann allerdings dagegen sträubte. Das kam auch im eigenen Lager nicht bei allen gut an. Der Druck wuchs, bis Trump im November schließlich ein vom US-Parlament vorangetriebenes Gesetz zur Veröffentlichung der Akten unterschrieb.
Nach langjähriger Verbindung zu Jeffrey Epstein kam es zum Bruch
Trump und Epstein pflegten von den späten 1980er Jahren bis Anfang der 2000er eine gut dokumentierte gesellschaftliche Beziehung. Beide wurden mehrfach gemeinsam in New York und Florida fotografiert. Im Jahr 2002 bezeichnete Trump den verurteilten Sexualstraftäter als "tollen Kerl", der Frauen möge, die "eher auf der jüngeren Seite" seien, schreibt der britische "Express".
Nach Epsteins Tod 2019 erklärte Trump jedoch, es habe um 2004 einen Bruch zwischen ihnen gegeben. Auslöser sei ein Streit um eine Villa in Palm Beach gewesen. Der Präsident behauptete zudem, er habe Epstein aus seinem Club Mar-a-Lago verbannt, weil dieser ein "Widerling" gewesen sei und die Tochter eines Mitglieds belästigt habe.
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