Donald Trump erinnert sich nicht: "Leidet er an Demenz?" Attackierte Abgeordnete schlägt gegen "The Don" zurück
Donald Trump erinnert sich nicht an Verbal-Attacke auf demokratische Abgeordnete. Bild: picture alliance/dpa/AP | Charlie Neibergall
Erstellt von Anika Bube
29.01.2026 10.17
- Angriff bei Bürgerversammlung: Ilhan Omar mit Apfelessig besprüht
- Trump kurz zuvor mit Attacken: US-Präsident beschimpft Omar bei Kundgebung
- Harte Gegenattacke: Demokratin stellt Trumps geistige Verfassung infrage
Bei einer Bürgerversammlung in Minneapolis wurde die demokratische Kongressabgeordnete Ilhan Omar am Dienstagabend (27.01.2026) Opfer eines Angriffs. Ein Trump-Anhänger sprühte ihr mit einer Spritze Apfelessig ins Gesicht. Nur wenige Stunden vor dem Vorfall hatte Donald Trump die Abgeordnete bei einer Kundgebung in Iowa direkt ins Visier genommen. Er bezeichnete Omar als "Klugscheißerin" und spielte auf ihre somalische Herkunft an: "Sie kommt aus einem Land, das eine Katastrophe ist. Es ist nicht einmal ein Land... Sie sind in einer Sache gut – Piraten." Die Menge reagierte mit lauten Buhrufen. Nach dem Angriff auf Omar bestritt der US-Präsident jedoch jegliches Interesse an ihr. Gegenüber einem ABC-Reporter erklärte er: "Ich denke nicht an sie. Ich halte sie für eine Betrügerin." Zudem unterstellte er der Demokratin, den Vorfall inszeniert zu haben: "Sie hat sich wahrscheinlich selbst besprühen lassen, so wie man sie kennt."
Omar kontert mit Demenz-Vorwurf gegen den US-Präsidenten
Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (28.01.2026) in Minneapolis ging die Abgeordnete zum Gegenangriff über. Sie stellte Trumps geistige Verfassung offen infrage: "Erinnert er sich nicht? Leidet er an Demenz?" Omar verwies auf den offensichtlichen Widerspruch in Trumps Aussagen: "Wie kann man 20, 30 Minuten auf der Bühne verbringen und sich dabei mehrfach namentlich über mich auslassen – und dann Momente später sagen: 'Ilhan Omar? Ich denke nicht an sie.'" In einem CNN-Interview legte sie nach und forderte, möglicherweise den 25. Verfassungszusatz anzuwenden. Der 79-jährige Präsident könne sich offenbar nicht erinnern, was er eine Stunde zuvor gesagt habe. Zuletzt hatte Trump in Davos Grönland mit Island verwechselt und benötigte Hilfe seiner Pressesprecherin, um sich an die Alzheimer-Erkrankung seines Vaters zu erinnern.
Die Abgeordnete Ilhan Omar spricht während einer Pressekonferenz. Bild: picture alliance/dpa/AP | Adam Gray
Morddrohungen auf Rekordniveau seit Trump-Rückkehr
Omar stellte zudem einen direkten Zusammenhang zwischen der Rhetorik des US-Präsidenten und ihrer persönlichen Sicherheitslage her. "Die Fakten zeigen: Jedes Mal, wenn der Präsident hasserfüllte Rhetorik über mich und meine Gemeinde verwendet, schießen meine Morddrohungen in die Höhe", erklärte sie. Während Trumps erster Amtszeit benötigte die Abgeordnete einen Rund-um-die-Uhr-Schutz durch sechs Beamte der Capitol Police für sich und ihre Familie. Unter Präsident Biden seien die Drohungen dann drastisch zurückgegangen. Mit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus und seiner erneuten feindseligen Rhetorik habe sich die Situation wieder verschärft. Omar erklärte, sie erhalte derzeit mehr Morddrohungen als jedes andere Mitglied des Kongresses.
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