J.D. Vance: "Halten Sie endlich den Mund!" Trump-Vize erzürnt mit Holocaust-Post
J.D. Vance sorgt mit einem Beitrag zum Holocaust-Gedenktag für Wut. Bild: picture alliance/dpa/FR159526 AP | Jose Luis Magana
Von news.de-Redakteurin Anika Bube
28.01.2026 08.50
- J.D. Vance postet Holocaust-Gedenken aus Dachau
- In seinem Text fehlen die Begriffe "Juden" und "Nazis"
- Nutzer werfen dem US-Vizepräsidenten Relativierung und Verharmlosung vor
Wegen seinem Beitrag zum internationalen Holocaust-Gedenktag steht US-Vizepräsident J.D. Vance massiv in der Kritik. Der Republikaner veröffentlichte auf der Social-Media-Plattform X, ehemals Twitter, vier Aufnahmen, die ihn gemeinsam mit seiner Ehefrau Usha im ehemaligen Konzentrationslager Dachau zeigen. Dazu schreibt er von "Millionen verlorener Leben" und einem der "dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte". Was auffiel: Weder das Wort "Juden" noch "Nazis" tauchte in seiner Botschaft auf. Im Netz führte die Auslassung der konkreten Opfer- und Tätergruppe zu heftige Reaktionen.
J.D. Vance mit umstrittener Botschaft zum Holocaust-Gedenktag
"Heute gedenken wir der Millionen Menschen, die während des Holocaust ihr Leben verloren haben, der Millionen Geschichten von individuellem Mut und Heldentum und einer der bleibenden Lehren aus einem der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte: dass Menschen zwar wunderschöne Dinge schaffen und voller Mitgefühl sind, aber auch zu unaussprechlicher Brutalität fähig sind", schreibt J.D. Vance in einem Tweet. "Und wir versprechen, niemals wieder den dunkelsten Weg einzuschlagen."
"Ein wichtiges Detail fehlt!" Heftige Kritik an J.D. Vance im Netz
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Nutzer kritisierten die Auslassung scharf und warfen Vance Geschichtsvergessenheit oder bewusste Vermeidung vor:
- "Sie haben den Mann, unter dem Sie als Vizepräsident dienen, buchstäblich als 'Amerikas Hitler' bezeichnet.
Setzen Sie sich einfach hin und halten Sie endlich den Mund", schreibt ein X-Nutzer. - "6 Millionen jüdische Leben", heißt es in einem Tweet.
- "Es hätte nicht geschadet, das J-Wort zu erwähnen", meint ein anderer X-Nutzer.
- "Zu diesen Millionen gehörten insbesondere mehr als zwei Drittel der europäischen Juden, die vor dem Holocaust in Europa lebten. Ein wichtiges Detail", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
- "Vielen Dank, Herr Vizepräsident, für diese einzigartige Gedenkfeier zum Holocaust, bei der es Ihnen gelungen ist, weder Juden zu erwähnen noch Nazis zu verurteilen", schreibt ein X-Nutzer.
- "Wenn politische Führer sich weigern, Nazis als die Täter des Holocaust zu benennen, wird es einfacher, moderne extremistische Bewegungen zu verharmlosen, zu entschuldigen oder umzubenennen", heißt es in einem Tweet.
- "Jemand muss dem Vizepräsidenten sagen, wie man das Wort 'Juden' schreibt", meint ein anderer X-Nutzer.
- "Aber wissen wir nicht bereits, dass es die Nazis waren, die die Juden fast vollständig ausgerottet haben?", ist in einem weiteren Tweet zu lesen.
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