Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos: Trumps Rumpel-Rede im Detail - "keine Gewalt bei Grönland-Übernahme"
US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine eigenen Leistungen in den höchsten Tönen gelobt. Bild: picture alliance/dpa/KEYSTONE | Gian Ehrenzeller
Erstellt von Claudia Löwe
22.01.2026 12.53
- Donald Trump hält Hetz-Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos
- US-Präsident giftet gegen Europa
- "The Don" brüstet sich mit wirtschaftlichen Errungenschaften
Wann immer Donald Trump ans Rednerpult tritt, hält die Welt den Atem an: Welche Polter-Tiraden wird der US-Präsident diesmal vom Stapel lassen? Auch Donald Trumps Auftritt beim Weltwirtschaftsforum, das derzeit im schweizerischen Davos abgehalten wird, wurde mit Spannung erwartet. Was "The Don" von sich gab, war einmal mehr ein Potpourri aus Eigenlob, erbitterter Europa-Kritik und Trumps derzeitigem Lieblingsthema, den US-amerikanischen Besitzansprüchen auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland.
Donald Trump hält Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos - alle Details im Newsticker-Überblick
Rund 70 Minuten sprang der US-Präsident auf der Bühne des Weltwirtschaftsforums durch die Themen, teilweise wirkte es ein wenig leiernd, als er vom Teleprompter ablas. Er keilte in bekannter Manier aus, er degradierte die Europäer, die aber doch stets vor ihm einknicken würden. Zwischendurch sagte er, dass er Europa liebe. Immer wieder klang durch: Die USA sind stark, die USA sind das angesagteste Land der Welt. Doch hinter dem Eigenlob ein Jahr nach seinem Amtsantritt als 47. Präsident der Vereinigten Staaten machte Trump vor allem Europa richtig runter.
Einen Überblick über die von Donald Trump am 21. Januar 2026 beim Weltwirtschaftsforum in Davos angesprochenen Kernpunkte haben wir im Folgenden für Sie zusammengefasst:
+++ US-Präsident giftet gegen Schweizer Präsidentin: "Hat mich auf die Palme gebracht" +++
US-Präsident Donald Trump hat die zunächst hohen US-Zölle auf Schweizer Exporte mit Ärger über das Verhalten der damaligen Präsidentin Karin Keller-Sutter begründet. Er identifizierte sie fälschlich als Ministerpräsidentin, gab aber den Inhalt eines Gesprächs mit Keller-Sutter wieder, über das auch die Schweizer berichtet hatten.
Er habe nur 35 Prozent Zölle verhängen wollen, aber das Gespräch sei nicht gut gelaufen. Sie habe sich ständig wiederholt und nicht zugehört. "Sie hat mich auf die Palme gebracht", sagte Trump. Er habe das Gespräch beendet und 39 Prozent verhängt. Die Schweiz sei nur auf Kosten der USA so wohlhabend geworden, behauptete Trump. Er sprach über das Handelsdefizit von mehr als 40 Milliarden Dollar so, als handele es sich um einen Gewinn der Schweiz in einem gegenseitigen Geschäft.
Die 39 Prozent Zölle sind inzwischen vom Tisch. Im November haben die Schweizer im Gegenzug für Investitionsversprechen einen Deal bekommen wie die EU, 15 Prozent. Die Vereinbarung dazu muss noch ausgearbeitet werden. Inzwischen ist ein französischsprachiger Winzer Präsident: Guy Parmelin.
+++ Trump: Somalia ist kein richtiges Land +++
US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos schwere Vorwürfe gegen Einwanderer aus Somalia und das ostafrikanische Land selbst erhoben. "Somalische Banditen" hätten in den USA 19 Milliarden US-Dollar durch Betrug ergaunert, behauptete Trump in Davos. "Sie haben sich als intelligenter erwiesen, als wir gedacht hätten. Wie können sie nach Minnesota hereinkommen und all dieses Geld stehlen?"
Die Situation im US-Bundesstaat Minnesota "erinnert uns daran, dass der Westen nicht einfach fremde Kulturen massenhaft importieren kann, die es nie geschafft haben, eine eigene, funktionierende Gesellschaft aufzubauen." Somalia sei ein gescheiterter Staat - "kein Staat, keine Regierung, keine Polizei, kein Militär, gar nichts".
Trump stellt Migranten immer wieder pauschal als gefährliche Kriminelle dar und beleidigt sie rassistisch. Er nutzt dazu auch entmenschlichende Sprache. Der US-Präsident griff zudem die US-Kongressabgeordnete Ilhan Omar persönlich an, die aus Somalia stammt. "Ilhan Omar spricht über die Verfassung - sie kommt aus einem Land, das gar kein richtiges Land ist - und will uns vorschreiben, wie wir Amerika regieren sollen. Damit kommt sie nicht mehr lange durch", sagte Trump.
+++ Trump kritisiert Kanadas Premier Carney für Rede in Davos +++
Donald Trump hat den kanadischen Regierungschef Mark Carney getadelt. Die USA seien immer sehr großzügig mit Kanada gewesen, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Trotzdem habe sich Carney bei seiner Rede in Davos am Vortag nicht sehr dankbar gezeigt. "Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äußern", sagte Trump. Der US-Präsident hatte schon mehrfach den Wunsch geäußert, den USA Kanada als weiteren Bundesstaat einzuverleiben.
Carney hatte in Davos viel beachtete Ideen vorgetragen, wie sich mittelgroße Länder auch in einer Welt mit tiefgreifenden Veränderungen behaupten können. Wenn kleinere Länder sich gegenseitig ausstechen, um die Gunst der Großen zu erlangen, könnten sie nur verlieren, meinte er. Gemeinsam müssten sie auf ihre Werte setzen und Koalitionen schmieden. "Mittelmächte müssen gemeinsam handeln, denn wenn wir nicht am Tisch sitzen, stehen wir auf der Speisekarte", sagte Carney etwa.
+++ Trump zweifelt an Nato-Unterstützung für USA +++
Der US-Präsident hat in Davos die Unterstützung der Nato-Verbündeten für die USA angezweifelt. "Das Problem mit der Nato ist jedoch, dass wir zu 100 Prozent für sie da sein werden, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie für uns da sein werden, wenn wir sie rufen", sagte er beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in dem Schweizer Alpenort. Trump sprach von einem Szenario, in dem die USA "von dieser und jener Nation" angegriffen und um Hilfe bitten würden: "Ich weiß, dass wir für sie da wären, aber ich weiß nicht, ob sie für uns da wären."
Trump legte nach: "Bei all dem Geld, das wir ausgeben, bei all dem Blut, Schweiß und den Tränen weiß ich nicht, ob sie für uns da wären." Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder höhere Verteidigungsausgaben der europäischen Bündnispartner gefordert und kritisiert, die USA würden finanziell und militärisch ausgenutzt.
+++ Trump bei WEF: Will, dass Blutbad in Ukraine endet +++
Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum ein schnelles Kriegsende in der Ukraine gefordert. Allein im vergangenen Monat seien 31.000 Menschen getötet worden, sagte Trump in Davos. "Es ist ein Blutbad dort, und ich will, dass es endet."
"Was bekommen die Vereinigten Staaten für all diese Arbeit, dieses Geld, außer Tod, Zerstörung und riesige Geldsummen für Menschen, die nicht anerkennen, was wir tun", sagte Trump. Nato und Europa müssten sich um die Ukraine kümmern. "Die USA sind weit entfernt. Wir haben einen großen, schönen Ozean, der uns davon trennt. Wir haben damit nichts zu tun." Trump betonte, er arbeite nur wegen der Menschen an einem Kriegsende in der Ukraine. "Sie sind jung. Junge Menschen wie Ihr. (...) Sie ziehen in den Krieg, ihre Eltern sind so stolz." Zwei Wochen später seien sie tot. Nur deshalb wolle er den Krieg beenden. "Aber indem ich das tue, helfe ich Europa, ich helfe der Nato."
+++ Trump: Wollen auf Grönland Schutzschild errichten +++
US-Präsident Donald Trump will auf Grönland ein Schutzschild zur Verteidigung Nordamerikas errichten. Man werde dort den größten "Golden Dome" errichten, den es je gegeben habe, sagte der Republikaner beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Ein "Golden Dome" beschreibt im militärischen Sinne ein Verteidigungssystem. Israel etwa nutzt solch ein Abwehrsystem. Trump sagte zum Plan eines "Golden Domes" auf Grönland: Allein durch dessen Existenz werde man auch Kanada verteidigen. Kanada erhalte viele kostenlose Leistungen von den USA, ergänzte Trump. Dafür sollte das Land dankbar sein, sei es aber nicht.
+++ Trump: Werde bei Grönland-Übernahme "keine Gewalt" anwenden +++
US-Präsident Donald Trump setzt bei der angestrebten Übernahme der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland nicht auf Gewalt. "Ich will keine Gewalt anwenden. Ich werde keine Gewalt anwenden", sagte er beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
+++ Trump geißelt Einsatz für saubere Energie: "Größter Schwindel" +++
Donald Trump hat die Bemühungen um saubere Energie in Europa scharf kritisiert. Er sprach beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos von einem "grünen Betrug", "vielleicht den größten Schwindel der Geschichte". Europa verschandele die Landschaft mit Windrädern, die Energieproduktion sei viel zu teuer.
Die USA setzten neben Öl und Gas auch in großem Umfang auf Atomenergie. "Ich habe eine Verordnung unterzeichnet, die den Bau und die Genehmigung vieler neuer Kernreaktoren vorsieht", sagte er. Es seien große Fortschritte bei der Sicherheit von Atomreaktoren gemacht worden.
+++ Weniger Strom in Deutschland? Trump lobt Merz +++
Der US-Präsident hat in seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum Bundeskanzler Friedrich Merz gelobt. Deutschland generiere derzeit gut ein Fünftel weniger Strom als noch 2017, sagte Trump, doch das sei aber nicht die Schuld des CDU-Politikers. "Er löst das Problem. Er wird großartige Arbeit leisten", so Trump im Schweizer Alpenort Davos.
+++ Trump bekräftigt US-Besitzanspruch auf Grönland +++
Donald Trump hat seine Ansprüche auf das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland bekräftigt. Nur die USA könnten "dieses riesige Stück Land" verteidigen, sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. "Wir brauchen es für die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit." Er strebe darüber "unverzügliche Verhandlungen" mit Europa an.
Tatsache sei, dass keine Nation oder Gruppe von Nationen in der Lage sei, Grönland zu sichern. Eine Übernahme durch die USA sei "gut für Europa", sagte Trump. Das sei auch "keine Bedrohung für die Nato", meinte der US-Präsident. Er kritisierte das Bündnis dafür, so viel zu nehmen und so wenig zu geben. Für die Verteidigung der Insel müsse Grönland in den Besitz der USA übergehen - mit weniger könne sie nicht verteidigt werden. Mit wem verhandelt werde, sagte Trump nicht - Dänemark und weitere europäische Staaten hatten stets bekräftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf steht.
+++ Trump lobt sich für eigene Zollpolitik +++
US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine eigene stark umstrittene Wirtschafts- und Zollpolitik gelobt. "Anstatt Steuern zu erhöhen oder einheimische Produzenten zu fördern, senken wir diese und erhöhen die Zölle für ausländische Nationen, um für die Schäden aufzukommen, die sie verursachen", sagte Trump in dem Schweizer Alpenort.
"In zwölf Monaten haben wir über 270.000 Beamte aus den Gehaltslisten des Bundes gestrichen, was den größten Rückgang der Beschäftigtenzahl im öffentlichen Dienst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs darstellt. Niemand hätte das erwartet, aber wir hatten keine andere Wahl, um unser Land wieder groß zu machen."
Auch seine - bei Ökonomen stark umstrittene Haushaltspolitik - lobte Trump in seiner Rede: "Wir haben die Bundesausgaben um 100 Milliarden Dollar gekürzt und das Haushaltsdefizit des Bundes in einem einzigen Jahr um 27 Prozent gesenkt. Es wird noch deutlich weiter sinken, wodurch die Inflation von den Rekordhöhen der Biden-Regierung deutlich zurückgehen wird."
+++ Lange Schlangen und Schubsereien vor Trump-Rede +++
Der Ansturm zur Rede von US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos ist gewaltig. Schon gut eine Stunde vor Beginn der für 14.30 Uhr angekündigten Ansprache bildeten sich vor dem Saal lange Schlangen. Hunderte Menschen standen vor dem zentralen Saal an, um einen Platz zu erhaschen. Dabei kam es auch zu Schubsereien und verstärktem Ellenbogeneinsatz, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Die Organisatoren betonten, dass nur WEF-Teilnehmer mit einem bestimmten Zugangsausweis überhaupt Chancen auf einen Platz im Saal hätten. Weitere Säle sollten als Überlauf dienen, dort sollte Trumps Rede auf Leinwänden gezeigt werden.
+++ US-Präsident Trump in Zürich gelandet +++
US-Präsident Donald Trump ist nach technischen Problemen an der Air Force Oneam 21. Januar deutlich verspätet in Zürich gelandet. Nach Angaben mitreisender Journalisten gab es auf der Reise über den Atlantik keine weiteren Vorfälle.
Nach der Landung will Trump weiter nach Davos reisen, wo er am Nachmittag eine Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) hält - angesetzt war diese ursprünglich für 14.30 Uhr. Am Rande der Veranstaltung will er sich mit Staats- und Regierungschefs sowie Managern treffen.
Die Besatzung an Bord der Air Force One hatte am späten Dienstagabend (Ortszeit) ein "kleines elektrisches Problem" festgestellt - deshalb habe man den Flug vorsichtshalber abgebrochen, teilte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt mitreisenden Journalisten mit. Die Regierungsmaschine machte kurz nach dem Start kehrt und flog zurück zum Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe der US-Hauptstadt Washington. Trump war dann in die kleinere Air Force One - eine Boeing 757 - umgestiegen und hatte die Reise in Richtung Schweiz angetreten.
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