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Donald Trump: Alarmstimmung im Weißen Haus - jetzt kippt die Stimmung

Donald Trump verliert laut einer Umfrage an Zustimmung. Bild: picture alliance/dpa/AP | Alex Brandon

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  • Donald Trump: Die Stimmung scheint zu kippen
  • Zwei Drittel gegen Umsetzung der Trump-Abschiebungen
  • Interne Umfragen lösen Alarm bei Donald Trump aus

Die Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung gegenüber der Einwanderungsbehörde ICE hat sich dramatisch verschlechtert. Eine aktuelle Erhebung von CBS News/YouGov, die zwischen dem 14. und 16. Januar durchgeführt wurde, zeigt einen massiven Vertrauensverlust für Präsident Donald Trumps Einwanderungspolitik.

Donald Trump: Die Stimmung scheint zu kippen

Mehr als die Hälfte der befragten Amerikaner (52 Prozent) ist überzeugt, dass die Trump-Behörde die Sicherheit in ihren Gemeinden verringert statt erhöht. Die Ablehnung richtet sich besonders gegen die gewalttätigen Einsätze, die sich seit Jahresbeginn gehäuft haben.

Besonders der Fall der getöteten Renee Nicole Good sorgt dabei für Aufsehen. 54 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, dass der tödliche Schuss nicht zu rechtfertigen war. Die 37-Jährige wurde von einem ICE-Agenten erschossen, was die negative Wahrnehmung der Behörde deutlich verschärft hat.

  • Der Vorfall ereignete sich am 7. Januar in Minneapolis, nachdem Renee Nicole Good ihr sechsjähriges Kind zur Schule gebracht hatte.Der 43-jährige ICE-Agent Jonathan Ross eröffnete das Feuer, als die Mutter mit ihrem Fahrzeug anfuhr. Die 37-Jährige erlitt tödliche Schussverletzungen.
  • Eine Videoaufnahme des gesamten Geschehens zeigt auch, wie ein ICE-Mitarbeiter die angeschossene Frau mit einer vulgären Beleidigung bedachte. Trotz der dokumentierten Umstände stellten Trump und seine Unterstützer das Verhalten des Opfers öffentlich infrage.
  • Trump bezog den Vorfall auf Truth Social in seine Kritik an linken Bewegungen ein.
  • Trumps Heimatschutzministerin Kristi Noem ging noch weiter und warf der getöteten Mutter "Inlandsterrorismus" vor, mit der Behauptung, sie habe absichtlich versucht, Ross mit ihrem Auto zu treffen.

Zwei Drittel gegen Umsetzung der Trump-Abschiebungen

Die CBS/YouGov-Umfrage offenbart weitere besorgniserregende Zahlen für die Trump-Administration.

  • 61 Prozent der Amerikaner bewerten die Vorgehensweise der Einwanderungsbehörde als übermäßig aggressiv. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) kritisiert zudem, dass ICE nicht vorrangig gefährliche Straftäter ins Visier nimmt.
  • Während Trumps grundsätzliche Einwanderungsziele die Bevölkerung noch spalten, lehnen zwei Drittel der Befragten die praktische Durchführung seines Abschiebungsprogramms ab. Nach Goods Tod fordern 53 Prozent eine Reduzierung der ICE-Operationen.
  • Die Bewegung zur kompletten Auflösung der Behörde gewinnt massiv an Zuspruch. Laut einer Erhebung von "The Economist/YouGov" befürworten mittlerweile 46 Prozent die Abschaffung von ICE - im September 2024 waren es noch lediglich 19 Prozent. Dieser Anstieg zeigt die Radikalisierung der öffentlichen Meinung gegen die Behörde.

Interne Umfragen lösen Alarm bei Donald Trump aus

Die negativen Umfragewerte haben in der Trump-Regierung Unruhe ausgelöst. Eigene interne Erhebungen bestätigen, dass die Mehrheit der Amerikaner die gegenwärtigen ICE-Taktiken ablehnt. Der Tod von Good und die bundesstaatliche Intervention in Minneapolis führten zu landesweiten Demonstrationen in zahlreichen Städten, die Verantwortung von der Behörde forderten.

Ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses sagte gegenüber "Axios" über Trump: "Er will Abschiebungen. Er will Massenabschiebungen. Was er nicht will, ist das, was die Leute sehen. Ihm gefällt nicht, wie es aussieht. Es sieht schlecht aus, also hat er darüber ein gewisses Unbehagen geäußert." Trotz der internen Besorgnis prüften Sicherheitsbehörden mögliche Hintergründe der Proteste. Konkrete Belege für ausländische Einflussnahme wurden nicht genannt.

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