Donald Trump: Er handelt wie ein "instabiler Diktator" – US-Präsident erpresst Europa
Donald Trump versucht, Europa zu erpressen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Ryan Sun
Erstellt von Anika Bube
18.01.2026 13.13
- Trump versucht, europäische Staaten mit Strafzöllen zu erpressen
- Zölle sollen steigen bis Europa dem "Kauf von Grönland" zustimmt
- Kritiker sprechen von Erpressung, Rechtsbruch und Diktatoren-Methoden
Der US-Präsident Donald Trump hat am Wochenende massive Strafzölle gegen acht europäische Staaten angekündigt. Ab dem 1. Februar 2026 sollen Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland mit Abgaben von zehn Prozent auf sämtliche Exporte in die USA belegt werden. Ab Juni sollen die Zölle auf 25 Prozent steigen. Die Maßnahmen sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den "vollständigen und totalen Kauf von Grönland" zustande kommt. Kritiker reagierten mit scharfer Ablehnung auf die Ankündigung und warfen Trump vor, wie ein "instabiler Diktator" zu handeln.
Trump wirft Europa jahrzehntelange Ausbeutung vor
In seinem Beitrag auf Truth Social rechtfertigte Trump die Zölle mit dem Vorwurf, die USA hätten Dänemark und andere EU-Staaten über viele Jahre hinweg subventioniert. "Nach Jahrhunderten ist es an der Zeit, dass Dänemark etwas zurückgibt – der Weltfrieden steht auf dem Spiel!", schrieb der US-Präsident. Trump behauptete zudem, China und Russland hätten Interesse an Grönland, während Dänemark lediglich "zwei Hundeschlitten als Schutz" besitze. Nur die Vereinigten Staaten unter seiner Führung könnten in diesem Spiel erfolgreich mitspielen. Besonders scharf kritisierte er eine Delegation der acht betroffenen Länder, die kürzlich nach Grönland gereist sei – "zu unbekannten Zwecken". Dies stelle eine "sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten" dar.
Sicherheitsexperte: "Handlungen eines instabilen Diktators"
Die Reaktionen auf Trumps Vorstoß fielen vernichtend aus. Der nationale Sicherheitsanalyst Barry R. McCaffrey bezeichnete das Vorgehen als "Handlungen eines instabilen Diktators, der nach Laune regiert". Er fragte zudem, ob der Kongress bei den Plänen zum Kauf oder zur Übernahme Grönlands überhaupt konsultiert worden sei. "Trump hat unseren globalen Ruf zerstört. Wir werden als Schurkenstaat wahrgenommen", so McCaffrey.
Der demokratische Abgeordnete Don Beyer widersprach der rechtlichen Grundlage der Maßnahmen entschieden. Trump habe "keine gesetzliche Befugnis", amerikanische Verbündete mit Zöllen zu belegen, um sie zur Unterstützung seines "hirnlosen Versuchs" zu zwingen, Grönland zu übernehmen. "Das verstößt gegen das Gesetz", erklärte Beyer und forderte Republikaner im Kongress sowie den Obersten Gerichtshof auf, dem Treiben ein Ende zu setzen.
Sorge um zerstörtes Vertrauen und steigende Preise
Auch aus der Wirtschaftswelt und von weiteren Politikern kamen besorgte Stimmen. Die Investorin Katie Jacobs Stanton äußerte Zweifel, wie die USA das Vertrauen ihrer Verbündeten nach diesem Chaos wiederherstellen könnten. Der Schaden für den Ruf und die Beziehungen des Landes wachse stetig und mache Amerika unsicherer und isolierter. Sie forderte den Kongress auf, Mut zu zeigen.
Die demokratische Abgeordnete Marcy Kaptur verlangte ein Ende der militärischen Drohungen gegen Nato-Partner und der preistreibenden Zölle. Statt "Erpressungstaktiken der Mafia" gegen befreundete Nationen anzuwenden, brauche es eine geschlossene Front und neue Sanktionen gegen Russland.
Kritiker wiesen zudem darauf hin, dass letztlich amerikanische Verbraucher die höheren Preise durch die Zölle zahlen müssten.
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