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Donald Trump: Brisante Analyse zeigt - "The Don" ist in seine eigene Falle getappt

Donald Trump hat sich in eine Sackgasse manövriert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci

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  • Donald Trump ist in seine eigene Falle getappt
  • Donald Trump: "Ich brauche kein Völkerrecht"
  • Delta Force bleibt im Hangar
  • Sanktionen statt Schlagkraft

Donald Trump hat sich mit seinen scharfen Warnungen gegenüber Teheran in eine verzwickte Lage gebracht. Der US-Präsident drohte dem iranischen Regime mit drastischen Maßnahmen, sollten die festgenommenen Demonstranten der vergangenen Tage hingerichtet werden.

Donald Trump ist in seine eigene Falle getappt

Die Bedrohung könnte sich laut einer Analyse bei "The European" jedoch als Bumerang erweisen. Greift Trump tatsächlich militärisch ein, würde dies große Teile seiner eigenen Anhängerschaft gegen ihn aufbringen. Die MAGA-Bewegung unterstützt den Präsidenten gerade, weil er versprochen hat, Amerika aus internationalen Konflikten herauszuhalten. Ein Militärschlag gegen den Iran würde diesem zentralen Wahlversprechen fundamental widersprechen. Bleibt Washington hingegen untätig, falls das Regime doch eine Hinrichtungswelle startet, wirken Trumps martialische Ankündigungen hohl.

Donald Trump: "Ich brauche kein Völkerrecht"

Gegenüber dem Sender CBS kündigte Trump an, was geschehen würde, sollte Teheran die Demonstranten aufhängen: "Wenn sie sie hängen, werden Sie einiges zu sehen bekommen. Wir werden sehr hart vorgehen, wenn sie so etwas tun." Diese Drohgebärde ließ wenig Spielraum für Zurückhaltung.

Noch weiter ging der Präsident in einem Gespräch mit der "New York Times". Auf die Frage, was ihn begrenzen könne, antwortete Trump: "Meine eigene Moral, mein eigener Verstand, das ist das Einzige, was mich aufhalten kann." Als es um völkerrechtliche Beschränkungen ging, wurde er noch deutlicher: "Ich brauche kein Völkerrecht." Der Präsident vermittelt den Eindruck absoluter Handlungsfreiheit – eine Selbstwahrnehmung, die nun zur Belastung werden könnte.

Donald Trumps Delta Force bleibt im Hangar

Eine militärische Operation nach dem Vorbild der Maduro-Festnahme erscheint praktisch ausgeschlossen. Zwar wird in sozialen Medien bereits über einen Zugriff der Spezialeinheit Delta Force auf Revolutionsführer Ali Chamenei spekuliert - doch die Voraussetzungen dafür fehlen vollständig.

Die Aktion in Venezuela beruhte auf monatelanger minutiöser Vorbereitung. Amerikanische Geheimagenten observierten den Diktator seit August aus dem Verborgenen, ein detailgetreuer Nachbau von Maduros Residenz in Kentucky ermöglichte das Training des Sturmangriffs. Solche Bedingungen existieren in Teheran schlicht nicht.

Als Alternative blieben Luftschläge gegen militärische Ziele oder Regierungsgebäude. Allerdings wäre es ohne verlässliche Quellen vor Ort reine Spekulation, ob sich hohe Mullahs zum Zeitpunkt eines Angriffs dort aufhalten würden. Während der israelische Mossad vermutlich Informanten in der iranischen Hauptstadt unterhält, verfügt Washington über kein vergleichbares Netzwerk für präzise Zugriffe.

Trump setzt auf Sanktionen statt Schlagkraft

Washington bleibt dennoch nicht völlig tatenlos. Trump kündigte Sonderzölle von 25 Prozent gegen jene Staaten an, die weiterhin Handelsbeziehungen mit Teheran pflegen. Diese Maßnahme könnte die ohnehin angeschlagene Wirtschaftsbasis des Mullah-Regimes zusätzlich destabilisieren.

Ergänzend kämen möglicherweise großangelegte Cyberoperationen in Betracht, um kritische Infrastruktur im Land lahmzulegen. Doch für einen Präsidenten, der sich selbst als uneingeschränkt mächtig darstellt, wirken solche Instrumente bescheiden. Trump, der nach eigener Überzeugung über grenzenlose Handlungsmöglichkeiten verfügt, müsste sich mit dem langwierigen Mechanismus wirtschaftlicher Strafmaßnahmen und digitaler Sabotageakte zufriedengeben.

Die Situation offenbart das Dilemma deutlich: Durch seinen demonstrativen Machteinsatz in Caracas und sein gleichzeitiges Versprechen an die MAGA-Anhängerschaft, außerhalb der westlichen Hemisphäre keine riskanten Operationen zu starten, hat sich Trump selbst den Weg verbaut. Der Präsident sitzt in einer Sackgasse, die er sich durch widersprüchliche Zusagen und überzogene Drohgebärden selbst errichtet hat.

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