Politik

Proteste nach Mittelfinger-Eklat: "Trefft diesen schmerzenden Zahn!" Diese Worte sollen Trump gezielt provozieren

Der Ausruf "Pädophilen-Beschützer" treibt Donald Trump zur Weißglut. Bild: picture alliance/dpa/AP | Ryan Sun

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  • Eklat in Michigan: Arbeiter beschimpft Trump – Präsident zeigt Mittelfinger
  • Politische Folgen: Demokraten rufen zu landesweiten Protesten auf
  • Debatte entfacht: Streit um Meinungsfreiheit, Vergeltung und Machtmissbrauch

Bei einem Besuch des US-Präsidenten in einem Ford-Werk in Michigan kam es am Montag zu einem bemerkenswerten Zwischenfall. Ein Arbeiter bezeichnete Donald Trump lautstark als "Pädophilen-Beschützer". Trump zeigte dem Mann daraufhin den Mittelfinger und beschimpfte ihn mit den Worten "F*** you". Der Arbeiter, der 40-jährige TJ Sabula, wurde daraufhin von seinem Arbeitgeber suspendiert. Gegenüber der "Washington Post" erklärte Sabula, er bereue seinen Ausruf nicht im Geringsten. Allerdings sei er überzeugt, Opfer "politischer Vergeltung" geworden zu sein, weil er "Trump vor seinen Freunden blamiert" habe. Der Vorfall hat nun eine landesweite Debatte über Meinungsfreiheit und politischen Protest ausgelöst.

Nach Mittelfinger-Eklat: Landesweiter Aufruf zu Protesten gegen Donald Trump

Der einflussreiche demokratische Stratege James Carville wittert eine Chance. In seinem Podcast "Politics War Room" forderte er am Mittwoch dazu auf, Trump künftig überall mit dem Ruf "Pädophilen-Beschützer" zu konfrontieren. "Das trifft ihn, das wissen wir. Wir brauchen nichts anderes, um unter seine Haut zu kommen", erklärte Carville. Seine konkreten Anweisungen: Schilder drucken, bei Auftritten erscheinen, alles tun, was möglich ist. Bei republikanischen Veranstaltungen sollten Bürger die Abgeordneten fragen, ob sie der Einschätzung des Autoarbeiters zustimmen. "Trump hatte eine massiv negative Reaktion darauf. Und wenn man eine wunde Stelle findet, schlägt man weiter drauf", so Carville. "Trefft diesen schmerzenden Zahn hart – im ganzen Land."

Epstein-Verbindung lässt Trump nicht los

Für Carville offenbart der Vorfall noch etwas anderes: Die jahrzehntelange Freundschaft zwischen Trump und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist nach wie vor ein wunder Punkt. "Trotz aller Behauptungen, das Epstein-Thema sei erledigt – es trifft Trump immer noch. Das tut es wirklich", sagte der Stratege zu seinem Co-Moderator Al Hunt.

Trump und Epstein waren über Jahrzehnte befreundet, bevor es in den 2000er Jahren zum Bruch kam. Dem Präsidenten wird vorgeworfen, die Veröffentlichung von Dokumenten aus den Epstein-Ermittlungen behindert zu haben, um sein Image zu schützen. Berichten zufolge wurden sogar bereits publizierte Dateien von der Website des Justizministeriums entfernt – darunter eine mit einem Foto von Trump.

Republikaner zwischen Redefreiheit und Vergeltung

Carville prangert die Doppelmoral der Trump-Unterstützer an. Dieselben Leute, die ständig vor "Zensur" und "kulturellem Autoritarismus" warnten, hätten nun einen Arbeiter für seine freie Meinungsäußerung entlassen lassen. "Ich liebe es", kommentierte er sarkastisch. Der Autoarbeiter habe schließlich niemanden bedroht, sondern lediglich von seinem Recht auf freie Rede Gebrauch gemacht.

Selbst der treue Trump-Verbündete Tim Burchett, republikanischer Abgeordneter aus Tennessee, musste einräumen, dass Sabula im Rahmen des Ersten Verfassungszusatzes gehandelt habe. "Ich halte es für eine schlechte Wortwahl. Aber er hat wohl ein Recht darauf", sagte Burchett – fügte jedoch hinzu, in Tennessee habe man auch das Recht, jemanden dafür zu feuern. Carville hingegen fordert das Gegenteil: Sabula verdiene eine Ehrenmedaille statt einer Suspendierung.

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/fka/news.de/stg

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