Donald Trump: Verbündeter spottete über Realitätsverlust des US-Präsidenten
Donald Trump wurde von einem seiner größten Fans verspottet. Bild: picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci
Erstellt von Tobias Rüster
14.01.2026 13.20
- Trump-Vertrauter öffentlich gedemütigt
- Donald Trump verspottet von eigenem Verbündeten
- Lindsey Graham ist plötzlich Trumps größter Fan
- Trump-Vorschlag ist "das irrste, was ich je gehört habe"
Brisante Dokumente aus dem Wahlbetrugs-Verfahren in Georgia sind jetzt an die Öffentlichkeit gelangt. Die "New York Times" hat vertrauliche Protokolle von Grand-Jury-Befragungen aus dem Jahr 2022 veröffentlicht, nachdem Richter Scott McAfee vom Fulton County Superior Court eine entsprechende Sperrverordnung aufgehoben hatte.
Trump-Vertrauter öffentlich gedemütigt
Die Unterlagen offenbaren erstaunliche Widersprüche bei prominenten Republikanern. Führende GOP-Politiker sagten unter Eid aus, dass sie Donald Trumps Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2020 für haltlos hielten. Besonders brisant sind die Äußerungen von Senator Lindsey Graham aus South Carolina, der heute als einer von Trumps lautstärksten Fürsprechern im Senat gilt. Es kommt einer beispiellosen Demütigung gleich.
Donald Trump verspottet von eigenem Verbündeten
Grahams vertrauliche Zeugenaussage zeichnet ein vernichtendes Bild von Trumps Realitätsverlust. Der Senator bezeugte damals, er habe Trump unzählige Male erklärt, dass er die Wahl verloren habe. Besonders drastisch formulierte Graham seine Einschätzung zu Trumps Leichtgläubigkeit:
- "Wenn du ihm erzählst, Marsianer kamen und stahlen Stimmen, würde er geneigt sein, es zu glauben", spottete er.
Die Behauptungen Trumps bezeichnete Graham als beunruhigend. Zur Niederlage in Arizona lieferte er eine nüchterne Analyse: Trumps Attacken auf den verstorbenen Senator John McCain hätten ihm dort geschadet. Graham verwies auf den "McCain-Effekt" als realen Faktor und erklärte, Trump habe in den Vorstädten der umkämpften Bundesstaaten durchweg schlechter abgeschnitten als andere republikanische Kandidaten. Seine Bemühungen, dies Trump zu vermitteln, blieben erfolglos.
- "Es tut mir leid, dass er verloren hat. Aber er hat verloren", fasste Graham zusammen.
Lindsey Graham ist plötzlich Trumps größter Fan
Der Kontrast könnte größer kaum sein: Derselbe Graham, der 2022 noch von Marsianern und verlorenen Wahlen sprach, gehört mittlerweile zu Trumps enthusiastischen Cheerleadern im Senat. Er scherzt sogar über Trumps verfassungswidrige Ambitionen auf eine dritte Präsidentschaft.
Die Unterwürfigkeit erreichte kürzlich neue Höhen. Als Graham Trumps Wahlsieg als "größtes Comeback aller Zeiten" feierte, widersprach ihm der Präsident öffentlich - er habe das gar nicht als Comeback empfunden. Graham ruderte hastig zurück. Wenige Tage später steigerte er sich in einem Interview mit Fox News zur Aussage, Trump sei "der größte Präsident aller Zeiten".
Trump-Vorschlag ist "das Irrste, was ich je gehört habe"
Graham war nicht der einzige hochrangige Republikaner, der hinter verschlossenen Türen Klartext redete. Georgias Gouverneur Brian Kemp charakterisierte Trumps Bemühungen, die Abgeordneten des Bundesstaates zum Einschreiten zu bewegen, als vergebliche Zeitverschwendung.Noch drastischer äußerte sich David Ralston, der damalige Sprecher des Repräsentantenhauses von Georgia.
- Trumps Vorhaben, gefälschte Wahlleute in umkämpften Bundesstaaten wie Georgia einzusetzen, bezeichnete er schlicht als "das Irrste, was ich je gehört habe".
Georgias Generalstaatsanwalt Chris Carr, der aktuell für das Gouverneursamt kandidiert, enthüllte in seiner Aussage ein aufschlussreiches Telefonat mit Trump.
- Der Präsident hatte ihn gedrängt, seine angebliche Lobbyarbeit gegen eine Klage des texanischen Generalstaatsanwalts Ken Paxton einzustellen.
- Diese Klage sollte vier Swing States daran hindern, ihre Stimmen für Biden abzugeben.
- Carr erklärte Trump, die Klage sei rechtlich, faktisch und verfassungsrechtlich falsch. "Wir sehen einfach nicht die Dinge, die Sie sehen", beschied er dem Präsidenten.
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