Kristi Noem: Eklat auf Pressekonferenz - Trump-Ministerin löst Nazi-Wirbel aus
Kristi Noem sieht sich mit Nazi-Vorwürfen konfrontiert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Yuki Iwamura
Von news.de-Redakteur Tobias Rüster
14.01.2026 08.15
- Kristi Noem unter Beschuss: Trump-Ministerin löst Sturm der Entrüstung
- Rockstar wirft Regierung Nazi-Rhetorik vor
- Ministerium weist Nazi-Vorwürfe als "ermüdend" zurück
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem steht im Zentrum einer heftigen Kontroverse. Bei einer Pressekonferenz am 8. Januar trat sie hinter einem Rednerpult auf, das den Schriftzug "One of Ours, All of Yours" trug - übersetzt etwa "Einer von uns, alle von euch".
Kristi Noem unter Beschuss: Trump-Ministerin löst Sturm der Entrüstung
In den sozialen Medien brach daraufhin ein Sturm der Entrüstung los. Zahlreiche Kritiker brandmarkten die Formulierung als Parole aus der Nazi-Zeit, die für kollektive Bestrafung stehe.
Die Phrase weckt Erinnerungen an eines der grausamsten Verbrechen der NS-Zeit, die Kollektivstrafen für Einzelne vorsahen. Im Juni 1942 löschten die Nazis das tschechische Dorf Lidice als Vergeltung für das Attentat auf Reinhard Heydrich vollständig aus. SS-Einheiten erschossen nahezu alle männlichen Bewohner über 14 Jahren.
Rockstar wirft Regierung Nazi-Rhetorik vor
Der Rage Against the Machine-Gitarrist Tom Morello erhob schwere Vorwürfe gegen die Trump-Regierung. Auf Instagram teilte der Musiker ein Foto von Noems Auftritt und bezeichnete die Aufschrift auf dem Rednerpult als "wörtliches Zitat" eines "Nazi-Massenmord-Slogans". Dass es sich um ein "wörtliches Zitat" handelt, ist unter Historikern umstritten - eine sinngemäße Verbindung hingegen nicht.
Zu seinem Beitrag fügte Morello ein Bild von sich mit einem "F Trump"-Plakat an seiner Gitarre hinzu. Außerdem postete er ein Zitat aus Ernest Hemingways Roman "Wem die Stunde schlägt" über den Spanischen Bürgerkrieg: "Es gibt viele, die nicht wissen, dass sie Faschisten sind, aber es herausfinden werden, wenn die Zeit kommt."
Der Musiker ist seit Langem ein entschiedener Gegner der Einwanderungsbehörde ICE und der Trump-Regierung. Im Juli veröffentlichte er den Protestsong "Pretend You Remember Me" als Reaktion auf die Abschiebungsaktionen.
Ministerium weist Nazi-Vorwürfe als "ermüdend" zurück
Das US-Heimatschutzministerium reagierte auf die Anschuldigungen mit deutlichen Worten. "Alles, was einem nicht gefällt, als 'Nazi-Propaganda' zu bezeichnen, ist ermüdend", erklärte die Behörde gegenüber "Billboard". Das DHS werde weiterhin alle Mittel nutzen, um die amerikanische Bevölkerung zu informieren.
Die umstrittene Pressekonferenz fand nur einen Tag nach einem tödlichen Zwischenfall in Minneapolis statt. Am 7. Januar hatte der ICE-Beamte Jonathan Ross die 37-jährige Renee Nicole Good während eines Einsatzes erschossen. Die unbewaffnete US-Bürgerin saß in ihrem Auto.
Die Darstellungen des Vorfalls gehen weit auseinander. Trumps Regierung spricht von Notwehr, da Good den Beamten habe überfahren wollen. Der Bürgermeister von Minneapolis und die Regierung Minnesotas bestreiten diese Version. In der Stadt kam es zu Protesten und Zusammenstößen mit der Polizei.
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