Berlin: Erste Schule wird nach Margot Friedländer benannt
Das Berliner Reichstagsgebäude und die Spree. Aktuelle Nachrichten aus und über Berlin hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / neirfy
Erstellt von Sarah Knauth
12.01.2026 15.16
Eine Berliner Schule wird nach der verstorbenen Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer benannt. Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Gatow habe als erste Schule in Deutschland die Namensrechte von der Margot Friedländer Stiftung erhalten, teilte ein Sprecher der Stiftung mit.
Nach Angaben des Schulleiters Henning Rußbült beschloss die Schulkonferenz am vergangenen Freitag einstimmig die Umbenennung. Das Bezirksamt Spandau muss demnach noch zustimmen, was als Formalie gilt. Wann genau die Schule den neuen Namen erhält, ist noch offen.
Eintreten für die Menschlichkeit
Margot Friedländer (1921-2025) setzte sich jahrzehntelang für Aussöhnung und Menschlichkeit ein und war Anfang Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in Berlin gestorben. Sie stammte aus einer jüdischen Familie und wurde von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Nach der Befreiung 1945 ging sie mit ihrem Mann ins Exil in die USA.
Erst mit 88 Jahren zog Margot Friedländer zurück nach Berlin und erzählte ihre Geschichte als Zeitzeugin unter anderem in Schulen. Das tat sie auch in dem Berliner Gymnasium, das bald ihren Namen tragen wird. "Margot Friedländer hat seit 2011 regelmäßig mit unseren Schülerinnen und Schülern über den Holocaust und ihre persönliche Lebensgeschichte gesprochen", erzählte Schulleiter Rußbült. Friedländers eindringlichster Appell gegen Ende ihres Lebens war: "Seid Menschen." Beigesetzt ist sie auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Politik":
- Massenproteste in Teheran: Berlin dringt auf Terror-Listung von Irans Revolutionsgarden
- Konflikte: Venezuelas Oppositionsführerin Machado beim Papst
- Kriminalität: Wüst will scharfe Gesetze gegen Missbrauch: "Dieser Dreck"
- Donald Trump: Wortsalat statt klarer Antwort - US-Präsident scheitert an einfacher Frage