Wetter in Schleswig-Holstein: Hitze im Norden – Städte bieten Abkühlung und Wasser
Wie wird das Wetter? Bild: Adobe Stock / by-studio
Erstellt von Sarah Knauth
26.06.2026 13.19
Angesichts anhaltender Sonne und Hitze haben die drei einwohnerreichsten Städte Schleswig-Holsteins Maßnahmen ergriffen. Während der noch bis zum 28. Juni laufenden Kieler Woche macht die Landeshauptstadt bei Workshops mit Kindern mittags Pause, um sie vor der Hitze zu schützen. "Die Workshops finden in Zelten statt", sagte eine Sprecherin der Stadt. Aufgrund der Mittagspause würden die Workshops länger in den Abend hinein stattfinden.
An die Besucherinnen und Besucher der Segelregatta und des Volksfestes appellierte die Stadt zuvor, auf sich und andere zu achten. So sorgten auf der Kieler Woche etwa öffentliche Trinkwasserspender auf der Krusenkoppel und in Schilksee für Abkühlung. Ebenfalls gebe es an zahlreichen Flächen die Möglichkeit, Wasserbehälter aufzufüllen - die Stände seien durch Plakate gekennzeichnet und etwa auf dem internationalen Markt, auf dem Asmus-Bremer-Platz, beim Woderkant Festival, im Schlossgarten und an der Kiellinie zu finden.
Ein Polizeisprecher sagte, die Einsatzkräfte seien seit Beginn der Kieler Woche "hitzeerprobt". Bisher habe es keine zusätzlichen Einsätze wegen der Temperaturen gegeben. Das bestätigte auch der Rettungsdienst. Eine Sprecherin erklärte, die vergangenen Tage seien "moderat" verlaufen.
Die Kieler Woche gilt als eine der größten Segelsportveranstaltungen der Welt und ist gleichzeitig ein riesiges Volksfest. 2025 hatte das Sommerfest nach Angaben der Stadt rund 3,3 Millionen Besucher angezogen. Diesmal kamen laut Stadt allein zum Eröffnungswochenende bereits mehr als 1,1 Millionen Besucherinnen und Besucher.
Weitere Maßnahmen im Norden
Überdies startete wegen der erwarteten Hitze am Samstag die Müllabfuhr in Kiel (ABK) schon um 5.00 Uhr morgens statt um 6.00 Uhr. "Mittags wird eine Siesta gehalten", sagte die Sprecherin. Ebenso seien Pflegekräfte schon vor einigen Jahren für heiße Tage mit einem Hitzeplan sensibilisiert worden. Dieser sieht demnach etwa vor, dass die Pflegebedürftigen in den Heimen genug trinken. Zudem können Einwohner ebenso wie Besucher der Stadt auf einer interaktiven Karte sehen, wo
kühle Orte
zu finden sind.
In der Stadt mit der zweitgrößten Einwohnerzahl in Schleswig-Holstein bieten unter anderem Kirchen Abkühlung. So herrschen in den Innenstadtkirchen in Lübeck auch an heißen Tagen angenehme Temperaturen um die 20 Grad, wie der Kirchengemeindeverband Innenstadt Lübeck mitteilte. Besucher können die Gotteshäuser kostenlos als Rückzugsorte nutzen. Geöffnet sind die Brauerkappelle unter dem Turm der St. Jakobi-Kirche, die Marienkirche und die St.-Aegidien-Kirche.
Auch die Katharinenkirche werde am Wochenende von 12.00 bis 16.00 Uhr kostenlos für Besucher geöffnet sein, hieß es von der Kulturstiftung Hansestadt Lübeck. Die kreisfreie Stadt Flensburg verweist hingegen auf eine Karte für
kühle Orte
. Darunter sind etwa mehrere Kirchen, öffentliche Gebäude, Bibliotheken sowie Grünflächen und Stationen zum Wasserauffüllen.
Auf Hitze folgen Gewitter
Nach einer sonnigen Woche erwartet der Deutsche Wetterdienst für Freitag teils deutlich über 30 Grad. Die Höchstwerte sollen zwischen 31 Grad auf den Nordseeinseln und 36 Grad in Hamburg und Lauenburg liegen. An der Ostsee kühlt der Seewind auf etwa 28 Grad. In der Nacht fallen die Temperaturen auf etwa 22 bis 19 Grad.
Am Samstag steigen die Temperaturen den Angaben nach auf rund 33 Grad an der dänischen Grenze und auf etwa 38 Grad rund um Hamburg. Ab Samstagnachmittag komme es abseits der Nordsee zu Starkregen, Gewittern und Hagel. Dazu seien teils stürmische Böen und schwere Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde möglich. Aus Südwesten ist laut den Meteorologen in der Nacht zum Sonntag ein größerer Gewitterkomplex wahrscheinlich.
Heftige Hitze wie in diesen Tagen ist im Zuge der Klimakrise hierzulande häufiger geworden - und dürfte noch weiter zunehmen. Zahlen des Deutschen Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat. Trotz starker Schwankungen zwischen den Jahren sei der Trend insgesamt deutlich steigend, betont das Umweltbundesamt. Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden.
Weitere aktuelle Nachrichten aus dem Ressort "Panorama":
- Hitzewelle in Frankreich: Pride-Parade in Paris wegen Hitze abgesagt
- Bleckede: Wilderer? Armbrust bei Durchsuchung gefunden
- Wetter in Brandenburg: Obdachlosigkeit bei Hitze - Stadt ruft zu Aufmerksamkeit auf
- Wetter in Berlin: Berliner Feuerwehr rüstet sich für mehr Hitze-Einsätze
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
kns/roj/news.de