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Mainz: Störche auf Expansionskurs

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / daboost

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Die Zahl der in Rheinland-Pfalz einst ausgestorbenen Störche wächst weiter. Während die Südpfalz seit Jahren als Hochburg der Weißstörche gilt, breiten sich die majestätischen Vögel zunehmend auch in Landesteilen wie Eifel oder Hunsrück aus. Von einer Verlagerung könne aber keine Rede sein, betonte Pirmin Hilsendegen von der Aktion PfalzStorch. "Das würde heißen, im Süden wird es weniger und im Norden mehr", sagte Hilsendegen der Deutschen Presse-Agentur. "Das kann man so nicht sagen."

Vielmehr handele es sich um die natürliche Ausbreitung eines gut gewachsenen Bestandes. Der Storchenbestand in Rheinland-Pfalz galt von 1974 bis 1996 als erloschen. 1997 startete ein Wiederansiedlungsprojekt.

Warum die Störche jetzt Eifel und Hunsrück entdecken

Ob die Zahl der Störche in diesem Jahr erneut gestiegen ist, lasse sich noch nicht abschließend beurteilen. "Die meisten Jungen sind noch nicht flügge", erklärte Hilsendegen. Verlässliche Zahlen seien erst Ende August zu erwarten.

In den vergangenen Jahren habe es stets Zuwächse gegeben, wenn auch zuletzt in geringerem Umfang. Anlass zur Sorge gebe es aber nicht. Wenn bestehende Lebensräume gut besetzt seien, suchten sich manche Tiere neue Reviere. "Es gibt Störche, die fühlen sich gestresst, wenn die Umgebung zu dicht besetzt ist, und suchen sich etwas Ruhigeres." Andere drängten dagegen bewusst in bestehende Kolonien.

Die Ausbreitung in Regionen wie Eifel und Hunsrück sei ein normaler Vorgang. Besonders im nördlichen Rheinland-Pfalz werde die Rückkehr der Störche mit Begeisterung verfolgt. "Für viele Menschen dort ist das etwas absolut Neues."

Müll, Starkregen und Strommasten als Risiken

Gefahren für die Tiere gibt es dennoch. Besonders problematisch seien extreme Wetterereignisse. "Vor zwei Jahren hatten wir durch Starkregen und Hochwasser sehr viele tote Jungvögel in den Nestern", berichtete Hilsendegen. Solche Ausfälle habe es zuvor in diesem Ausmaß nicht gegeben.

Auch Strommasten bleiben ein Risiko. Zwar seien inzwischen viele Anlagen gesichert worden. "Aber leider gibt es immer noch gefährliche Masten." Eigentlich hätten diese seit Jahren entschärft werden sollen.

Zunehmend Sorgen bereitet Naturschützern zudem Müll in der Landschaft. Oft werde das Problem erst sichtbar, wenn tote Jungstörche untersucht würden. "Man sieht manchmal nur, dass Junge im Nest sterben", sagte Hilsendegen. "Dann stellt man fest, dass der Magen voller Müll war."

Wie groß das Problem tatsächlich ist, lasse sich nur schwer beziffern. "Wir rechnen hier mit einer sehr hohen Dunkelziffer", sagte der Fachmann. Plastikmüll könne sich langfristig zu einer der größten Gefahren entwickeln.

Warum der Vogel ganze Landschaften verändert

Trotz solcher Risiken gilt der Bestand derzeit als stabil. "Der Storch ist sehr anpassungsfähig und findet immer wieder neue Möglichkeiten, Nahrungsquellen zu nutzen", meinte Hilsendegen.

Die erfolgreiche Rückkehr des Vogels nach Rheinland-Pfalz habe zudem positive Folgen für den Naturschutz insgesamt gehabt. "Der Storch war ein sehr guter Motivator", betonte der Experte. Sein Schutz habe vielerorts dazu beigetragen, Lebensräume zu erhalten, Feuchtgebiete zu sichern und Menschen für Umweltprobleme zu sensibilisieren.

"Der Schwerpunkt des Weißstorchvorkommens in Rheinland-Pfalz liegt in der Pfalz, im Gebiet des Rheintales von der elsässischen Grenze im Süden bis Worms im Norden", heißt es auf der Internetseite des Landesamts für Umwelt. Aber auch weitere, wenngleich kleinere Vorkommen schließen sich demnach nach Norden in Rheinhessen bis nach Mainz an sowie im Nahetal, vor allem im Raum Bad Kreuznach, im Glantal, am Nordrand der Westpfälzer Moorniederung und in den Tälern von Schwarzbach und Hornbach.

Von einem Bestandsrückgang wie in den 1970er Jahren sei man derzeit weit entfernt, sagte Hilsendegen. "Der Bestand gilt wirklich als stabil." Dennoch werde die Entwicklung genau beobachtet. "Wir wollen rechtzeitig erkennen, wenn es tatsächlich einmal abwärtsgeht."

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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