Leipzig: Nach Tiger-Ausbruch: Verletzter noch nicht vernehmungsfähig
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Erstellt von Sarah Knauth
19.06.2026 12.49
Die Ermittlungen nach dem Ausbruch eines Tigers aus einem privaten Gehege einer ehemaligen Zirkus-Artistin nahe Leipzig dauern an. Der vor fast fünf Wochen bei dem Ausbruch schwer verletzte Helfer sei noch immer nicht vernehmungsfähig, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig auf Anfrage.
Mitte Mai war ein ausgewachsener männlicher Tiger aus der Anlage in einem Gewerbegebiet in Dölzig nahe der Autobahn 9 entkommen. Dabei wurde ein 72 Jahre alter Helfer der Artistin schwer verletzt. Die Polizei erschoss die Raubkatze nur wenige Meter von einer Kleingartenanlage entfernt. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen eingeleitet.
Die Tigerhaltung sei in der Vergangenheit mindestens einmal jährlich vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Nordsachsen kontrolliert worden, teilte das sächsische Sozialministerium auf eine Anfrage der Linksfraktion mit. Die dabei festgestellten Mängel hätten sich stets auf das zu geringe Raumangebot für die Tiger bezogen.
Laut Bundeslandwirtschaftsministerium muss bei Tigern für ein oder zwei Tiere ein Außengehege von mindestens 200 Quadratmetern Fläche zur Verfügung stehen. Für jedes weitere ausgewachsene Tier müssen es je 100 Quadratmeter mehr sein.
Zukunft der acht anderen Tiger weiter unklar
Die Zukunft der verbliebenen acht Raubkatzen in der Anlage ist weiter unklar. Die ehemalige Dompteurin wehrt sich gegen die Auflagen des Landratsamtes mit Widerspruchsverfahren.
Die Ergebnisse der Eilverfahren müssten abgewartet werden, teilte das Sozialministerium in seiner Antwort an die Linksfraktion weiter mit. "Eine Fortnahme stellt einen beachtlichen Eingriff in die Rechte der Tierhalterin dar und kann im vorliegenden Fall erst als letztes Mittel angewendet werden." Zudem müsste dann sichergestellt sein, dass die fortgenommenen Tiere artgerecht und dauerhaft untergebracht werden könnten.
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kns/roj/news.de