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Kinderleiche in Schorndorf: Mutter (44) vergisst Kind im Auto - Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

In Schorndorf bei Stuttgart ist ein Kind leblos in einem Auto entdeckt worden. Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge wurde es von seiner Mutter im Fahrzeug vergessen (Symbolfoto). Bild: picture alliance/dpa | Christophe Gateau

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  • Mutter (44) vergisst Kleinkind im Auto - Mädchen (20) stirbt
  • Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung in Schorndorf (Baden-Württemberg)
  • "Forgotten Baby Syndrome": Wieso vergessen Eltern ihre Kinder im Auto?

In Schorndorf bei Stuttgart (Baden-Württemberg) hat sich eine erschütternde Tragödie ereignet: Ein 20 Monate altes Mädchen ist gestorben, nachdem seine Mutter es stundenlang im geparkten Auto zurückgelassen hatte. Die 44-Jährige entdeckte ihre leblose Tochter erst am Nachmittag des 17. Juni 2026 im Fahrzeug, wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilte.

Lebloses Kind in geparktem Auto entdeckt - Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Sofort herbeigerufene Rettungskräfte versuchten noch vor Ort, das über Stunden im aufgeheizten Pkw gefangene Kleinkind wiederzubeleben – jedoch ohne Erfolg. Das Mädchen verstarb trotz aller Bemühungen von Notarzt und Rettungsdienst. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Vorwurf der fahrlässigen Tötung richtet sich ausschließlich gegen die Mutter des Kindes, bestätigte eine Sprecherin der Behörde gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Frau wurde bislang nicht festgenommen.

Mutter (44) vergisst Kind (20 Monate) auf dem Weg zur Kinderkrippe im Auto

Der Vorfall ereignete sich dem Polizeibericht zufolge auf einem Parkplatz vor einer Kletterhalle in der rund 42.000 Einwohner zählenden Stadt im Rems-Murr-Kreis. Gegen 14.50 Uhr ging bei der Polizei die Meldung über das leblose Kleinkind ein. Wie genau es dazu kam, dass die 44-Jährige ihr Kind über mehrere Stunden im Wagen vergaß, teilte die Behörde zunächst nicht mit. Auch zum Aufenthaltsort des Vaters während des Vorfalls machte die Polizei keine Angaben. Dafür wird in Medienberichten über die Hintergründe spekuliert. Laut "Bild"-Zeitung war die Mutter eigentlich unterwegs zur Arbeit und wollte ihre Tochter zuvor in einer Kinderkrippe abgeben – doch das Kind blieb im Fahrzeug zurück. Zur Mittagszeit herrschten am Parkplatz Temperaturen von etwa 28 Grad im Schatten. Unter diesen Bedingungen kann sich ein geschlossenes Auto innerhalb kurzer Zeit massiv aufheizen.

Todesursache noch unklar: Mädchen soll nach Hitzetod im Auto rasch obduziert werden

Eine Frau legt in Schorndorf (Baden-Württemberg) Blumen nieder, nachdem ein lebloses Kind in einem Auto gefunden wurde. Bild: picture alliance/dpa | Jason Tschepljakow

Die Kriminalpolizei Waiblingen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart führen die weiteren Ermittlungen. Eine zentrale Frage dabei: Starb das Mädchen an den Folgen der Hitze im aufgeheizten Fahrzeug, oder könnten andere gesundheitliche Ursachen den Tod herbeigeführt haben? Eine Obduktion des Kindes soll darüber Aufschluss geben. Laut Polizei könnte die Untersuchung noch diese Woche stattfinden – möglicherweise bereits am 18. oder 19. Juni. Ein konkreter Termin für die Autopsie stand zunächst nicht fest.

NachFund von totem Kind im Auto: Wie gehen die Ermittler jetzt vor?

 

Nach dem Tod eines Kindes in einem Auto in Schorndorf setzen die Ermittler auf die Ergebnisse der anstehenden Obduktion und hoffen, damit einige der offenen Fragen beantworten zu können. "Wie es nun weitergeht, hängt vor allem vom Ausgang der Obduktion ab", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Aalen.

Die Obduktion könnte nach Angaben der Stadt klären, ob Austrocknung, Überhitzung oder andere medizinische Faktoren den Tod des Mädchens verursacht haben. Forensische Daten werden auch dazu genutzt, den zeitlichen Verlauf des Todes näher zu bestimmen und eventuelle Faktoren auszuschließen. Auch die medizinischen Unterlagen werden Teil der Ermittlungen. Sie könnten Hinweise auf den Zustand des Kindes beim Fund und den Todeszeitpunkt geben.

Die Ermittler hoffen auch auf eine Aussage der Mutter, die dazu laut Polizei noch nicht vernommen wurde und zu Angaben nicht gezwungen ist. Sie ist auf freiem Fuß und hat einen Rechtsbeistand gewählt. Dadurch gewinnt sie rechtliche Sicherheit, um etwa mit ihrem Anwalt den möglichen Zeitpunkt und die Form der Vernehmung zu klären. "Bislang ist nicht sicher, ob und in welcher Form sich die Mutter äußern wird", sagte der Polizeisprecher am Tag nach dem Fund des Kindes.

Wichtig sei es vor allem, ein Bild vom Tag des Fundes zu bekommen. "Es ist jetzt elementarer Bestandteil der Ermittlungen, den Tag zu rekonstruieren", sagte der Polizeisprecher. Unklar sei bislang etwa, wann das Kind ins Auto gesetzt wurde, welche Route genommen und wann der Wagen verlassen wurde. Zudem suchten die Ermittler Zeugen, die das Auto oder die Mutter gesehen haben könnten. Die Staatsanwaltschaft machte bislang keine Angaben dazu, wie die Mutter ihr Kind im Auto vergessen konnte und wo sie sich aufhielt, während das Mädchen allein im Wagen war.

"Forgotten Baby Syndrome" erklärt: Wieso vergessen Eltern ihre Kinder im Auto?

Dass Kinder durch Überhitzung in geparkten Fahrzeugen sterben, kommt auch in Deutschland immer wieder vor. Experten sprechen in solchen Fällen vom sogenannten "Forgotten Baby Syndrome" – dem Vergessenes-Baby-Syndrom. Hinter diesem Phänomen steckt eine fatale Kombination aus verschiedenen Faktoren: Übermüdung, hoher Stress und Veränderungen im gewohnten Tagesablauf können dazu führen, dass Eltern in einen Autopilot-Modus verfallen. Selbst kleinste Abweichungen von der Routine bringen dann wichtige Handlungsabläufe durcheinander. So kann es passieren, dass Mütter oder Väter direkt zum Arbeitsplatz fahren, anstatt wie geplant zunächst die Kindertagesstätte anzusteuern – ohne zu bemerken, dass ihr Nachwuchs noch auf dem Rücksitz sitzt.

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/kns/roj/news.de/dpa/stg

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