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München News: Herzog Franz: Ludwig II. hätte Trubel in Schlössern gescheut

Der Marienplatz und die Münchner Skyline. Aktuelle News aus und über München hier auf news.de. Bild: Adobe Stock / f11photo

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Tausende Menschen drängen täglich durch die Schlösser von König Ludwig II., rund 1,4 Millionen Besucher sind es allein jedes Jahr in Neuschwanstein nahe der Grenze zu Österreich. Ob der Monarch selbst daran Gefallen gefunden hätte, ist allerdings zweifelhaft.

"Ich bin nicht sicher, ob sich König Ludwig II. über die Besucherscharen in seinen Schlössern freuen würde. Seine Wunschvorstellung war ja die Einsamkeit", sagte Herzog Franz von Bayern, Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, anlässlich des 140. Todestages des "Märchenkönigs" der Deutschen Presse-Agentur. "Trotzdem würde ihn doch auch die Bewunderung und die Freude so vieler Menschen aus der ganzen Welt an der Schönheit seiner Schöpfungen freuen. Für Bayern hat er damit eine enorme Leistung vollbracht."

Identitätsfigur für das heutige Bayern

Zur Faszination für Ludwig II. sagte Herzog Franz: "Wir sehen heute König Ludwig II. als eine herausragende Figur in seiner Zeit und bei allen Widersprüchen schon als Identitätsfigur für das heutige Bayern. In seinem persönlichen Leben sehen wir auch seine Tragik." König Ludwig II. fasziniere viele Menschen, "gerade weil er in Traumwelten flüchtete, die von seinem kreativen Genie zeugen".

"Hoch verehrt und auch geliebt"

Diese Einzigartigkeit ziehe Menschen aus der ganzen Welt an. "Zum politischen München und dem Hof hatte Ludwig II. ein distanziertes Verhältnis, aber von den Menschen auf dem Land, vor allem auf seinen Reisen, wurde er hoch verehrt und auch geliebt. Aus heutiger Sicht denken wir an ihn als einen feinen und kunstsinnigen Menschen, dem das Säbelrasseln seiner Zeit zuwider war."

Die Förderung von Künstlern, Kunst und Kultur habe über Jahrhunderte eine große Tradition im Hause Wittelsbach, sagte Herzog Franz, selbst Sammler moderner Kunst. "Ludwig II. war an Wissenschaft und Technik sehr interessiert und ist Gründer der Technischen Universität München (TUM). Allerdings muss man sagen, dass ihn an der Technik vor allem mehr die Ergebnisse als die dahinterliegenden technischen Probleme und Lösungsansätze interessierten."

Ein Einzelgänger

Ludwig war nie verheiratet. Zwar verlobte er sich 1867 mit Sophie Charlotte in Bayern, der Schwester der späteren Kaiserin Elisabeth "Sisi", löste die Verlobung jedoch wieder. Manche Historiker gehen davon aus, dass Ludwig homosexuell war oder eher Männer begehrte. Allerdings gibt es dafür nur Hinweise aus Briefen, Tagebüchern und zeitgenössischen Berichten. Forscher sahen hier einen möglichen Grund für seinen Rückzug.

Der rätselhafte Tod

Ludwig II. starb unter bis heute ungeklärten Umständen. Tage zuvor hatte ihn der Nervenarzt Bernhard von Gudden für geisteskrank und somit regierungsunfähig erklärt. Am 13. Juni 1886 gingen die beiden in Berg spazieren - und wurden beide später tot im flachen Wasser gefunden. Offiziell gilt Suizid als wahrscheinlich. Bis heute ranken sich Legenden darum.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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