Ian Huntley ist tot: Kindermörder stirbt nach brutaler Knast-Attacke - Metallstange steckte in seinem Körper
Einer der berüchtigsten Kindermörder Großbritanniens kam nach einer brutalen Attacke im Gefängnis ums Leben. Bild: AdobeStock / tomas
Erstellt von Anika Bube
07.03.2026 14.01
- Tod nach Gefängnis-Attacke: Soham-Kindermörder Ian Huntley stirbt im Alter von 52 Jahren nach einem Überfall im Gefängnis.
- Schwere Verletzungen: Ärzte stellten einen vegetativen Zustand fest und stellten schließlich die lebenserhaltenden Maßnahmen ein.
- Historischer Kriminalfall: Huntley wurde wegen des Mordes an den zehnjährigen Mädchen Holly Wells und Jessica Chapman verurteilt.
Der britische Kindermörder Ian Huntley ist eine Woche nach einem brutalen Überfall im Gefängnis seinen schweren Verletzungen erlegen. Der 52-Jährige starb am Freitagmittag, nachdem Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen abgeschaltet hatten. Hirntests hatten zuvor ergeben, dass sich Huntley in einem vegetativen Zustand befand. Seine Mutter Lynda Richards war bei ihm, als die Beatmungsgeräte abgestellt wurden. Sie soll die einzige Angehörige gewesen sein, die ihn im Krankenhaus besuchte. Die Mediziner hatten Huntley nach dem Angriff nur eine Überlebenschance von fünf Prozent gegeben.
Soham-Kindermörder Ian Huntley stirbt nach brutalem Gefängnisangriff
Huntley verbüßte eine lebenslange Haftstrafe für den Mord an den zehnjährigen Mädchen Holly Wells und Jessica Chapman. Er hatte die beiden Freundinnen im August 2002 in seinem Haus im englischen Soham getötet. Das Verbrechen erschütterte damals ganz Großbritannien und gilt bis heute als einer der schockierendsten Kriminalfälle des Landes.
Der Angriff ereignete sich am Morgen des 26. Februar in einer Werkstatt der Hochsicherheitsanstalt HMP Frankland in Durham. Laut Berichten der "Daily Mail" wurde Huntley mit einer mit Spitzen versehenen Metallstange attackiert. Die Wucht der Schläge war so heftig, dass ein Teil der Stange in seinem Körper stecken blieb. Er erlitt katastrophale Schädelverletzungen. Als Täter gilt der 43-jährige Anthony Russell, ein dreifach verurteilter Mörder. Mehrere Gefängnisquellen bestätigen diesen Verdacht. Mitgefangene sollen gejubelt haben, als Russell in Handschellen abgeführt wurde. Er rief dabei angeblich: "Ich hab's geschafft, ich hab ihn umgebracht."
Huntley lag zunächst in einer Blutlache und atmete nicht mehr. Sanitäter versetzten ihn in ein künstliches Koma und brachten ihn ins Krankenhaus. Die Polizei von Durham ermittelt weiterhin und bereitet eine Akte für die Staatsanwaltschaft vor.
Die Morde von Soham erschütterten Großbritannien
Holly Wells und Jessica Chapman verschwanden am 4. August 2002, nachdem sie Süßigkeiten kaufen wollten. Der damalige Schulhausmeister Huntley lockte die beiden besten Freundinnen in sein Haus in der Kleinstadt Soham. Anschließend entsorgte er ihre Leichen in einem Graben etwa 20 Kilometer entfernt und versuchte später, sie anzuzünden. Mehr als eine Woche suchten rund 400 Polizisten gemeinsam mit Anwohnern nach den Mädchen. Huntley geriet unter Verdacht, als er einem Journalisten auffällig detailliert schilderte, wie die Kinder auf eine Entführung reagiert haben könnten. Im Jahr 2003 wurde er trotz seiner Unschuldsbeteuerungen wegen beider Morde verurteilt. Das Gericht verhängte eine lebenslange Freiheitsstrafe mit einer Mindesthaftzeit von 40 Jahren. Seine damalige Verlobte Maxine Carr, die als Lehrassistentin an der Schule der Mädchen arbeitete, erhielt dreieinhalb Jahre Haft. Sie hatte ihm ein falsches Alibi gegeben, belastete ihn jedoch später vor Gericht.
Wiederholte Angriffe auf den Kindermörder
Der tödliche Überfall war bereits der dritte Angriff auf Huntley während seiner Haftzeit. Im Jahr 2010 schnitt ihm der bewaffnete Räuber Damien Fowkes mit einer selbstgebauten Waffe die Kehle auf. Die klaffende Wunde am Hals war 18 Zentimeter lang und musste mit 21 Stichen genäht werden. Bereits 2005 hatte ein Mitgefangener namens Mark Hobson kochendes Wasser über ihn geschüttet.
Huntley provozierte auch selbst immer wieder. Im vergangenen Jahr trugen Wärter ihn aus seiner Zelle, nachdem er ein rotes Manchester-United-Trikot mit der Nummer 10 getragen hatte. Holly und Jessica waren zum Zeitpunkt ihres Verschwindens in solchen Trikots fotografiert worden – beide waren zehn Jahre alt.
HMP Frankland, auch "Monster Mansion" genannt, beherbergt einige der gefährlichsten Verbrecher Großbritanniens. Darunter befinden sich Mörder, Vergewaltiger und Terroristen wie der Polizistenmörder Wayne Couzens.
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