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Halle: Fahne, Schatz und Zappeltanz: Halloren pflegen Salztradition

Täglich bestens informiert mit den aktuellen Nachrichten auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / natali_mis

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Wenn die Halloren in ihren roten und blauen Festtrachten auf den Festplatz vor der Saline in Halle ziehen, wird ein Stück Stadtgeschichte lebendig. Halloren-Hauptmann Uwe Frosch zeigte sich zuversichtlich für die Zukunft der traditionsreichen Bruderschaft. "Die Halloren werden auch in Zukunft ein wichtiger Teil der Tradition und Identität der Saalestadt Halle sein. Trotz mancher Herausforderungen bewahren wir ein Kulturerbe, das über viele Generationen weitergegeben wurde", sagte Frosch.

Halloren bewahren das Kulturerbe Salz

"Unsere Aufgabe ist es, die Geschichte des Salzes lebendig zu halten und sie den Menschen nahezubringen. Wir bewahren ein einzigartiges Kulturerbe und machen die Geschichte des Salzes für die Menschen erlebbar." Die Gemeinschaft verstehe sich als Bindeglied zwischen der jahrhundertealten Salzgeschichte Halles und der Gegenwart.

Mit Musik, Fahnen und traditionellen Zeremonien begehen die Nachfahren der Salzarbeiter am Samstag (6. Juni) das sogenannte "Sonnen". Der Brauch wird an geraden Jahreszahlen alle zwei Jahre gefeiert, dazwischen gibt es das Pfingstbierfest. Die Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück. Die Salzwirker-Brüderschaft versteht sich als Hüterin eines besonderen kulturellen Erbes.

"Sonnen" ist uraltes Ritual

Das "Sonnen" zählt zu den wichtigsten Festen der Halloren. Ursprünglich wurden dabei Waffen und Fahnen öffentlich präsentiert und symbolisch "in die Sonne gestellt". Heute steht vor allem die Erinnerung an die Geschichte der Salzarbeiter im Mittelpunkt. Das Fest lockt regelmäßig Besucher an die Saline und verbindet historische Traditionen mit Musik, Tanz und festlichen Zeremonien.

Der öffentliche Teil folgt einem genau festgelegten Ablauf, der seit Generationen überliefert wird. Die Halloren ziehen gemeinsam mit Musik und Fahnenabordnungen zum Festplatz vor der Saline. Dort beginnt das sogenannte "Friedewirken". Der Oberbürgermeister der Stadt wird mit Bier und Kuchen begrüßt und durch ihn dann symbolisch der Friede zwischen den Brüdern verordnet. Der Brauch erinnert an die einst enge Verbindung zwischen den Salzarbeitern und der Stadt Halle, deren Wohlstand über Jahrhunderte eng mit der Salzgewinnung verbunden war.

"Zappeltanz" als sportlicher Wettkampf

Besonders eindrucksvoll ist für viele Besucher das traditionelle Fahnenschwenken. Nach festen Bewegungsabläufen werden die historischen Fahnen präsentiert. Anschließend folgt der sogenannte "Zappeltanz" der Platzknechte – einer der ungewöhnlichsten Teile des Festes. Zwei Tänzer treten dabei gegeneinander an und bewegen sich rund um die Brüderschaftsfahne. Mit schnellen Sprüngen, abrupten Richtungswechseln und täuschenden Bewegungen versuchen sie, den Gegner aus dem Gleichgewicht und zu Fall zu bringen. Der Sieger erhält traditionell einen Kuss einer "Hallorenbraut".

Silberschatz der Halloren wird gezeigt

Zum Fest gehört auch die Präsentation des historischen Silberschatzes der Halloren. Der Schatz umfasst insgesamt 96 silberne Trinkgefäße und Pokale, dazu eine silberne Kanne, zwei silberne Gürtelketten sowie mehrere Amtsketten der Brüderschaft. Viele Stücke stammen aus mehreren Jahrhunderten und gelten als bedeutende Zeugnisse von handwerklicher Silberschmiedekunst. Der erste bekannte Silberbecher wurde den Halloren bereits 1671 von Bürgern der Stadt geschenkt – als Dank für ihre Hilfe bei der Bekämpfung eines Brandes.

Die Geschichte der Halloren reicht weit zurück. Die älteste Urkunde der "Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle" stammt aus dem Jahr 1409. Tatsächlich wurde in Halle jedoch schon deutlich früher Salz gewonnen. Archäologen entdeckten 2013 eine rund 3100 Jahre alte Salzsiedestelle und damit Hinweise auf eine der ältesten Salzproduktionen Mitteleuropas.

Tradition wird weiter gegeben

Über Jahrhunderte prägte die Salzgewinnung das Leben und den Wohlstand der Stadt. Erst 1964 endete die reguläre Salzproduktion in Halle. Die Tradition der Halloren lebt jedoch weiter. Heute gehören der Brüderschaft nach eigenen Angaben noch rund 50 Mitglieder an. Sie kümmern sich um die Pflege der Bräuche, bewahren historische Gegenstände und halten die Erinnerung an das alte Salzlederhandwerk wach.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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