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Polizei-News Kreis Plön, 14.04.26: Verkehrssicherheitsbericht 2025 für den Kreis Plön

Die Polizei informiert über einen aktuellen Unfall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Christian Charisius

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Die Polizeidirektion Kiel stellt am heutigen Tage den Verkehrssicherheitsbericht des Jahres 2025 vor. Die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle von 4.019 im Jahr 2025 (2024: 4.053) im Kreis Plön ist um 0,8 % gesunken. In nahezu allen Bereichen sind sinkende Fallzahlen festzustellen. Einzig die Bagatellunfälle sind mit 3.361 (2024: 3.314) leicht angestiegen.

Der Anteil aller Bagatellunfälle am Gesamtunfallgeschehen stieg auf 83,6 Prozent. In diesen Fällen erfolgt keine polizeiliche Unfallaufnahme, so dass nähere Einzelheiten zu den Ursachen und zu den Beteiligten nicht bekannt sind.

Während die Gesamtzahl der polizeilichen registrierten Unfälle nur leicht zurückgegangen ist, gab es bei der Verletztenzahl einen deutlichen Rückgang. In erster Linie verunglückten weniger Pkw-Insassen.

Die Fallzahlen bei den Unfällen mit Radfahrerbeteiligung sind das dritte Jahr in Folge angestiegen. Die Anzahl der schwerverletzten Radfahrer befindet sich mittlerweile auf dem Niveau der Pkw-Insassen.

Weniger verletzte Personen

Verglichen mit dem Vorjahr sank die Zahl der durch Verkehrsunfälle verletzten Personen um 14,3 % auf 540 (2024: 630).Es wird deutlich, dass der Rückgang der Verletztenzahlen in erster Linie auf den Rückgang bei den Pkw-Insassen zurückzuführen ist. Ebenso ist ein deutlicher Rückgang in der Gruppe der Fußgänger auf 25 Fälle (2024: 38) zu verzeichnen.Im Jahr 2025 kamen im Landkreis Plön sieben Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Kindern gesunken

Die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Kindern (unter 15 Jahre) fiel um 33,3% auf 34 (2024: 51) Unfälle. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Wert der letzten 10 Jahre. Ähnlich wie die Unfallzahlen sank auch die Anzahl der verunglückten Kinder auf 38 (2024: 56).Am häufigsten verunfallten Kinder als Mitfahrer in Pkw, gefolgt von der Beteiligung als Radfahrer. Bei den Radfahrern ist die Altersgruppe der 10 - 14 Jährigen besonders betroffen.

Verkehrsunfälle mit Senioren auf gleichem Niveau

In 2025 stieg die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Senioren (Verkehrsteilnehmer ab dem 65. Lebensjahr) verglichen mit dem Vorjahr leicht um 3,8 % auf 219 (2024: 211).Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Seniorenbeteiligung ist in letzten zehn Jahren lediglich leichten Schwankungen unterworfen. Im Jahr 2025 wurden 114 (2024: 116) Personen im Seniorenalter verletzt. Zwei Personen verstarben.Die überwiegende Verursachung erfolgte zu 74,1 % und somit in 149 Fällen(2024: 75,1 % in 142 Fällen) durch die Senioren selbst.Wie in den Vorjahren waren Senioren am häufigsten als Nutzer von Pkw und als Radfahrer an Unfällen beteiligt.Die Hauptursachen Vorfahrt, Verstoß gegen das Rechtsfahrverbot und Abbiegen sind seit Jahren unverändert. Dies deutet darauf hin, dass komplexe Verkehrssituationen eine besondere Herausforderung für Senioren darstellen.

Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung gestiegen

Die Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Radfahrern stieg im Jahr 2025 um 9,3 % auf 177 (2024: 162). Einhergehend dazu stieg die Anzahl der verletzten Radfahrer im Vergleich zum Vorjahr von 155 auf 169.In 78 Fällen (2024: 74) verunglückten Radfahrer allein beteiligt, was zirka 44 % des Unfallgeschehens mit Radfahrerbeteiligung ausmacht.Oft sind die Gründe für den Sturz nicht bekannt. Erkennbar ist jedoch, dass nasser, glatter oder unebener Untergrund, insbesondere in Kurvenlage, eine erhebliche Rolle spielt. Alkoholeinfluss ist hier gelegentlich festzustellen. Konflikte mit dem Kantstein sind ebenfalls häufig festzustellen, entweder weil der Radfahrer zu nah an den Kantstein herangefahren ist und diesen seitlich berührte oder weil der Kantstein beim Wechsel von der Fahrbahn auf den Radweg in einem zu spitzen Winkel angefahren wurde. Überhaupt bereiteten Höhenunterschiede den Radfahrern offenkundig Probleme, z. B. auch auf Spurplattenwegen. In einigen Fällen geschah der Sturz in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Auf- oder Absteigen.

In 14 Fällen (2024: 8) ereigneten sich die Unfälle unter Radfahrenden. Das entspricht einem Zuwachs von 75 %. Die Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern haben sich mit 13 Fällen (2024: 6) mehr als verdoppelt.

Bei den Hauptunfallursachen auf Seiten der Radfahrer hat sich im Vergleich zum Vorjahr nichts Wesentliches verändert. Weiterhin spielt der Alkohol- und Drogeneinfluss eine große Rolle. Den Spitzenplatz nimmt jedoch weiterhin die "nicht angepasste Geschwindigkeit ein" ein. Damit sind Fälle gemeint, in denen der Radfahrer seine Geschwindigkeit nicht in angemessener Weise der jeweiligen Verkehrssituation angepasst hat, wodurch es zum Unfall kam.

Kaum Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen

Seit dem Jahr 2020 werden Elektrokleinstfahrzeuge (EKF) in der Statistik erfasst. Es handelt sich hierbei beispielsweise um elektrische Tretroller oder Segways.Während sich diese neue Verkehrsart in den urbanen Räumen Schleswig-Holsteins etabliert, bleibt sie in der Fläche des Kreis Plön offenbar eine Randerscheinung. Lediglich 10 Verkehrsunfälle (2024: 14) mit Beteiligung dieser Verkehrsart wurden seitens der Polizei im Berichtszeitraum verzeichnet. Dabei wurden 8 Personen verletzt (2024: 13). Die Ursachen ergeben bisher kein klares Bild.

Unfälle mit motorisierten Zweirädern weiterhin auf niedrigem Niveau

Genau wie im Vorjahr wurden 60 Fälle festgestellt. Damit befindet sich das Unfallgeschehen in diesem Bereich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Dabei wurden 57 Kradfahrer (2024: 54) verletzt und drei (2024: einer) getötet.

Wildunfälle kontinuierlich hoch

Die Zahl der von der Polizei registrierten Wildunfälle ist um 5,3 % gestiegen und beträgt nunmehr 1.744 (2024: 1.656). Somit sind 43,4 % aller im Kreis Plön festgestellten Verkehrsunfälle auf Wildwechsel zurückzuführen. In lediglich 1,3 % dieser Fälle hatten diese Unfälle Personenschäden zur Folge. Dabei wurden 25 (2024: 21) Personen verletzt. Unter anderem wurden zwei Pkw-Fahrer schwer verletzt, weil sie versuchten, dem Wild auf der Fahrbahn auszuweichen und dabei mit einem Baum kollidierten. Insgesamt ist zu konstatieren, dass die Unfallfolgen in diesem Bereich vergleichsweise gering sind

Verkehrsunfälle unter Einfluss von Alkohol- und anderen berauschenden Mitteln

Mit 38 (2024: 46) Fällen wurde ein neuer historischer Tiefststand der Fallzahlen erreicht. Im zurückliegenden Jahr wurde dabei 22 Personen verletzt, davon zwei schwer. In einem längeren Rückblick ist festzustellen, dass Unfälle unter Alkoholeinfluss im Kreis Plön überwiegend in der Zeit zwischen 16:00 und 02:00 Uhr stattfinden, und zwar besonders am Wochenende. Die Unfälle unter Einfluss anderen berauschenden Mittel wurden aufgrund der geringen Fallzahl nicht näher untersucht.

Polizeiliche Maßnahmen

Auch im vergangenen Jahr führte das Polizeibezirksrevier Kiel Geschwindigkeitsmessungen im Kreis Plön durch. Die Polizeidirektion Kiel ist bestrebt, diese Messeinsätze möglichst flächendeckend im gesamten Kreis Plön zu verteilen, auch an Örtlichkeiten mit geringerem Verkehrsaufkommen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei weiterhin den Verkehrsbereichen vor Schulen und Kindergärten. Bei insgesamt 98 Messeinsätzen wurden 35.803 (2024: 41.147) Fahrzeugführer eingemessen. Davon waren 4.012 (2024: 3.832) zu schnell. Dieses entspricht einer Beanstandungsquote von zirka 11,2 % (2024: 9,3 %). Dabei mussten 20 Fahrverbote ausgesprochen werden (2024: 36). Die höchste Überschreitung erreichte ein Fahrzeugführer, der auf der B 502 im Bereich Schönberg bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h mit 157 km/h gemessen wurde. Flankierend wurden im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung Messeinsätze mit dem Laserhandmessgerät durchgeführt.

Bei allgemeinen Verkehrskontrollen im Rahmen der Verkehrsüberwachung stellten die Einsatzkräfte 47 straf- oder ordnungsrechtlich bedeutsame Trunkenheitsfahrten fest, was einer Abnahme von 57,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 111). In der Mehrzahl der Fälle (43) handelte es sich um Straftaten nach § 315c oder § 316 StGB.Bei den Fahrten unter Drogeneinfluss waren es 8 (2024: 19).

Neben der allgemeinen Verkehrsüberwachung im Rahmen des täglichen Dienstes beteiligte sich die Polizeidirektion Kiel auch im zurückliegenden Jahr an den europaweiten, gemeinsamen Roadpol-Kontrollaktionen. Die Organisation Roadpol ist ein Netzwerk der europäischen Verkehrspolizeien und unterliegt deutschem Vereinsrecht. Themenschwerpunkte waren unter anderem Ablenkung und Gurt, Alkohol und Drogen sowie Geschwindigkeit.

Fazit

Das Jahr 2025 hat in vielen Bereichen erfreuliche Entwicklungen gebracht.

Kennzeichnend für die langfristige Verkehrslage im Kreis Plön ist weiterhin ein hoher Anteil an Wildunfällen. Bisherige Bestrebungen zur Eindämmung der Fallzahlen wie Beschilderung, Aufklärung der Öffentlichkeit und Geschwindigkeitsüberwachung waren offenbar nicht erfolgreich. Um eine nachhaltige Senkung der Gesamtunfallzahlen zu erreichen, wird es unvermeidbar sein, verstärkt mit baulichen Maßnahmen anzusetzen, die im Vorfeld der Schadensereignisse wirken.

Negativ hervorzuheben ist die Entwicklung im Radverkehr. Der gesamtgesellschaftliche Trend zur verstärkten Nutzung des Fahrrades im Alltag ist auch im Kreis Plön verstärkt zum politischen Thema geworden. Bisher ist die Unfalllage jedoch nicht so besorgniserregend wie in den urbanen Gebieten. Eine kritische polizeiliche Begleitung von Maßnahmen zur Radverkehrsförderung dürfte in Zukunft zunehmend erforderlich werden

Der vollständige Verkehrssicherheitsbericht 2025 für den Kreis Plön kann unter folgendem Link im Internet abgerufen werden:

https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/POLIZEI/DasSindWir/PDen/Kiel/_downloads/vsb/vsb_ploen_2025.pdf?__blob=publicationFile&v=2

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeidirektion Kiel vom 14.04.2026 gegen 10:05 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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