Polizei-News Stuttgart, 23.01.26: Abschlussveranstaltung des bundesweiten Projekts CESA zur Bekämpfung des Callcenter-Betrugs
Die Polizei informiert über ein aktuelles Delikt (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Klaus-Dietmar Gabbert
Erstellt von Team Datenjournalismus
23.01.2026 11.32
Das mit hohen Ambitionen im März 2024 gestartete Projekt "CESA - Callcenterbetrug Enkeltrick/Schockanruf" der Kommission Organisierte Kriminalität befindet sich auf der Zielgeraden und konnte in der Abschlussveranstaltung letzte Woche in Bad Kissingen auf eine erfolgreiche Teamleistung blicken, die auch nachhaltig Wirkung zeigt.Anlass für das Projekt waren anhaltend hohe Fall- und Schadenszahlen: Im Jahr 2023 belief sich die Schadenssumme alleine in Baden-Württemberg auf über 12 Millionen Euro im Bereich dieser besonders perfiden Kriminalitätsform des Enkeltricks und Schockanrufs. Neben dem materiellen Schaden hinterlässt dies oft auch tiefe psychische Narben bei den Opfern.
CESA verfolgte daher einen gesamtheitlichen Ansatz, der sowohl präventive als auch repressive Aspekte aufweist und wurde hierfür mit über einer Million Euro an EU-Mitteln gefördert.
Das unter der Leitung des LKA Baden-Württemberg geführte Projekt mit über 80 Expertinnen und Experten aus Polizei und Justiz, BKA, Europol und ausländischen Partnern konnte im Rahmen der Veranstaltung erfolgreich bilanzieren:16 groß angelegte Strafverfahren gegen organisierte Täterstrukturen im In- und Ausland konnten durch CESA unterstützt werden. In 23 Verfahren wurden Haftbefehle erlassen.
Stimm- und Funkzellendatenbanken samt Auswertetools konnten bundesweit für den gesamten Phänomenbereich Callcenterbetrug entwickelt, etabliert und in eine rechtssichere Anwendung überführt werden. Dies ermöglicht, Tatbeteiligungen zuzuordnen und Täter zu identifizieren.Die operative Zusammenarbeit dem wichtigen Partnerland Polen konnte im gegenseitigen Verständnis in intensive und strukturierte Abläufe überführt werden. Weitere Partnerländer, wie Ungarn, werden aktuell eng in die Projektarbeit eingebunden.
"Der Auf- und Ausbau der internationalen Zusammenarbeit ist und bleibt ein erfolgskritischer Faktor, um gegen international agierende und hoch flexible Täterstrukturen erfolgreich vorgehen zu können", so Andreas Stenger, Präsident des LKA Baden-Württemberg.
Die Entwicklung und Umsetzung einer Präventionskampagne stellte einen weiteren Schwerpunkt der Projektarbeit dar:Bereits seit Ende 2025 sprechen daher großformatige Plakate in den Innenstädten und Bahnhöfen, Social Media-Inhalte, Print- und Werbeartikel bundesweit alle Zielgruppen an. Auf regionaler Ebene wurden Projekte beispielsweise in Zusammenarbeit mit ÖPNV-Betrieben unterstützt, um eine möglichst große Reichweite zu ermöglichen (wir berichteten: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110980/6160095).
Auch die zweite wichtige Zielgruppe in der Prävention von Anrufstraftaten wurde berücksichtigt: Bankmitarbeitende sind oft die einzigen Personen, die Betrugshandlungen erkennen und noch unterbrechen können, um weiteren Schaden von den potentiellen Opfern abzuwenden. Durch die Entwicklung einer elektronischen Lernanwendung samt Lehrfilm wird dieser Personenkreis ertüchtigt, die Betrugshandlung zu erkennen und geeignet zu reagieren.
"Dank einer engagierten und eingespielten Teamleistung der Projektpartner konnten wir mit CESA einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung und Bekämpfung der Callcenter-Kriminalität leisten", betont Projektleiter Markus Kubo. "Darauf ruhen wir uns aber angesichts weiter hoher Fallzahlen nicht aus. Wir bleiben flexibel, kreativ und hartnäckig - und wollen zukünftig weitere Handlungsfelder
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Landeskriminalamt Baden-Württemberg vom 23.01.2026 gegen 11:00 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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