Polizeieinsatz Leipzig, 17.01.2026: Polizeieinsatz anlässlich mehrerer Versammlungen
Die Polizei Sachsen informiert zu einem aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / NEWS5 / Grube
Erstellt von Team Datenjournalismus
17.01.2026 20.35
Verantwortlich: Olaf Hoppe
Ort: Leipzig, Stadtgebiet Zeit: 17. Januar 2026, ab 12:00 Uhr bis ca. 22:00 Uhr
Heute fanden vorwiegend im Leipziger Süden mehrere Versammlungen statt, bei dem sich Menschen mit unterschiedlicher Haltung zum Nahost-Konflikt gegenüberstanden. Neun Versammlungen mit einer Gesamtteilnehmerzahl von etwas über 3.000 Personen wurden durch die Polizei betreut. Am Aufzug der palästinensischen Unterstützer nahmen circa 1.400 Personen teil. Für die Ausübung der Versammlungsfreiheit als grundrechtlich geschütztes Recht und zur Verhinderung von Straftaten sowie Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung waren mehr als 1.400 Polizeikräfte im Einsatz.
Während des Einsatzes kam es vereinzelt zu Straftaten. Bisher wurden rund 30 Anzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Beleidigungen, Volksverhetzung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Diese Zahl ist noch nicht abschließend. Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen und in den Zentralen Polizeigewahrsam gebracht.
Unterstützt wurden die eigenen Kräfte durch die sächsische Bereitschaftspolizei, das Polizeiverwaltungsamt, das Landeskriminalamt, die Hochschule der Sächsischen Polizei und den Polizeidirektionen Chemnitz und Zwickau. Außerdem handelten Kräfte aus Berlin, Baden-Württemberg, Thüringen, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. In enger Abstimmung führte die Bundespolizeiinspektion Leipzig einen eigenen Einsatz für die An- und Abreise von Versammlungsteilnehmern durch.
Die Polizeidirektion hat zum Einsatzverlauf als Liveticker auf ihrer Homepage zum Versammlungsgeschehen berichtet: https://www.polizei.sachsen.de/de/einsatz-zum-versammlungsgeschehen-am-17-januar-in-leipzig-39626.html
Der Einsatzverlauf kann im Wesentlichen wie folgt zusammengefasst werden:
Der Fund einer leblosen Person auf der Gleisstrecke zwischen Leipzig-Nord und Hauptbahnhof sorgte am Vormittag für eine Vollsperrung des Citytunnels. Nach derzeitigen Ermittlungsstand wird nicht von einer Fremdeinwirkung ausgegangen. In der Folge kam es zu Verzögerungen in der Anreise von Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern.
So startete ein angezeigter Gegenprotest zur propalästinensischen Demonstration mit 90 Minuten Verzögerung am S-Bahnhof Connewitz in Richtung Kreuz. Auf dem Weg kam es zu einzelnen Verstößen gegen das Vermummungsverbot. Die Teilnehmer wurden gestoppt und aufgefordert dies zu unterlassen. Da sie der Aufforderung nachkamen, konnte der Aufzug bis zum Kreuz weiterziehen und sich einer weiteren Demonstration anschließen. Zusammen mit einer dritten Versammlung fand der Gegenprotest anschließend auf der südlichen Seite des Connewitzer Kreuzes statt.
Im nördlichen Bereich fand die Auftaktkundgebung der propalästinensischen Versammlung statt, ebenfalls mit verspätetem Beginn. Auf Wunsch der Anmelderin wurde am Freitagnachmittag die von der Stadt beschiedene Versammlungsroute geändert. Ursprünglich hatte sie eine andere Route durch den Stadtteil Connewitz angezeigt. Der neue Verlauf folgte dem Connewitzer Kreuz über die Karl-Liebknecht-Straße in die Leipziger Innenstadt bis zum Augustusplatz.
Gegen 13:45 Uhr kam es am Connewitzer Kreuz zu einem körperlichen Übergriff zum Nachteil eines Kameramannes. Das Drehteam des öffentlichen Rundfunks befand sich zu diesem Zeitpunkt für Filmaufnahmen im Bereich der noch nicht begonnenen propalästinensischen Versammlung. Einsatzkräfte waren schnell zur Stelle und konnten einen Tatverdächtigen stellen. Ein entsprechendes Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung wurde eingeleitet.
Gegen 14:00 Uhr startete der Aufzug. Während des Verlaufs wurden immer wieder strafrechtlich relevante Verstöße festgestellt, unter anderem gegen das Vermummungsverbot. Trotz mehrfacher Aufforderung via Lautsprecher, die Vermummung zu unterlassen, kamen die Versammlungsteilnehmer diesem zum Teil nicht nach, sodass es zu Zugriffen kam und beispielsweise vor dem Gesicht gehaltene Banner durch Einsatzkräfte eingezogen, Identitätsfeststellungen durchgeführt und Platzverweise ausgesprochen wurden.
Grundsätzlich verlief das Versammlungsgeschehen weitgehend störungsfrei. Die Polizei ist auch in den Abendstunden weiter mit Kräften im Stadtgebiet präsent.
Parallel sind Kräfte beim Bundesligaspiel zwischen RB Leipzig und Bayern München im Einsatz.
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Polizeipräsidiums Leipzig. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben erstellt und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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