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Polizei-News Gelsenkirchen, 13.01.26: Ermittlungen nach Sparkassen-Einbruch laufen auf Hochtouren/Komplexe Spurensicherung

Die Polizei berichtet über einen aktuellen Fall (Symbolbild). Bild: picture alliance / dpa / Andreas Arnold

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Nach dem Einbruch-Diebstahl in eine Gelsenkirchener Sparkasse, der am Freitag, 29. Dezember 2025, festgestellt wurde, dauern die Ermittlungen dazu weiter an.

Die Polizei Gelsenkirchen richtete die Besondere Aufbauorganisation, kurz BAO, "Bohrer" ein. In dieser arbeiten jeden Tag über 200 Ermittelnde in Zwölf-Stunden-Schichten daran, den Tathergang zu rekonstruieren, Beweise zu sichern, Spuren zu verfolgen und Zeugen zu vernehmen.

Mittlerweile lässt sich anhand der ausgewerteten Daten sagen, dass die Täter am Samstag, 27. Dezember 2025, um 10.45 Uhr das erste Schließfach in dem Tresorraum aufbrachen. Die letzte digitale Aufzeichnung der Öffnung eines Schließfaches war um 14.44 Uhr.

In einer Zeitspanne von mindestens vier Stunden wurden demnach Schließfächer aufgebrochen, der Tresorraum verwüstet und durch die Mitnahme der Inhalte über 3000 Menschen massiv geschädigt.Ob und wie lange sie zuvor schon in dem Gebäude waren und wie lange sie gebraucht haben, um die Beute abzutransportieren, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. Fest steht inzwischen, dass eine vom Parkhaus nicht zu öffnende Fluchttür manipuliert wurde. Dadurch war den Tätern ein ungehinderter Zugang vom Parkhaus in das Sparkassengebäude möglich.

In dem Tresorraum befinden sich 3256 Schließfächer. Fast alle wurden gewaltsam geöffnet, der Inhalt wahllos auf dem Boden entleert und zahlreiche Gegenstände von finanziellem und persönlichem Wert entwendet. Mittlerweile ist davon auszugehen, dass sich noch mehrere Hunderttausend Gegenstände in dem Raum befinden.

Kriminaltechniker aus ganz Nordrhein-Westfalen sind damit befasst, diese Gegenstände auf Spuren zu untersuchen, zu katalogisieren, fotografisch zu sichern und schließlich sicher aufzubewahren. Um diese Mengen bewältigen zu können, wurden sogenannte Bearbeitungsstraßen eingerichtet.

Bei den gesamten Sicherungen befinden sich Mitarbeitende der Sparkasse Gelsenkirchen an den Bearbeitungsstraßen.Diese Arbeit wird voraussichtlich mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Polizei bittet alle geschädigten Kunden um Verständnis, dass die Abarbeitung noch andauern wird. Jeder Gegenstand beinhaltet die Chance, den entscheidenden Hinweis zu liefern. Daher wird alles akribisch abgearbeitet.

Im Anschluss an die polizeilichen Maßnahmen werden die Gegenstände an Verantwortliche der Sparkasse Gelsenkirchen übergeben. So lange die Polizei noch in dem Tresorraum arbeitet, gilt dieser als Tatort und darf von niemandem betreten werden.

Da der Tresorraum durch die Täter mit verschiedenen chemischen Flüssigkeiten kontaminiert worden ist, mutmaßlich um Spuren zu verwischen, ist die Arbeit für die Ermittlerinnen und Ermittler vor Ort sehr fordernd.

Ein wesentlicher Aspekt im Rahmen der Ermittlungen ist die Kontaktaufnahme und Vernehmung der geschädigten Kundinnen und Kunden. Bei weit über 3000 Personen erfordert das eine umfangreiche logistische Planung, die sich bereits weit fortgeschritten zeigt. Jede Geschädigte und jeder Geschädigter wird bei der Polizei vernommen, um Angaben zu den Inhalten der Schließfächer machen zu können. Diese Informationen fließen direkt in die Ermittlungen mit ein und können neue Ansätze liefern. Dazu werden zeitnah weitere Informationen zum Ablauf bekanntgeben.

Polizeipräsident Tim Frommeyer ordnet die Arbeit der Polizei in diesem Fall wie folgt ein: "Wir haben es hier mit einem der größten Kriminalfälle in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen zu tun. Meine Behörde, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind sich bewusst, wie groß die Ausmaße dessen sind. Die finanziellen Schäden, die Verunsicherungen und der Frust sitzen tief! Alle Kolleginnen und Kollege und auch ich tun alles, um die Täter zu überführen und das Tageschehen im Detail aufzuklären. Ich bitte aber um Verständnis, dass viele Dinge ihre Zeit brauchen, um auch zum Erfolg zu führen."

Kriminaldirektor André Dobersch, der den Einsatz als verantwortlicher Polizeiführer leitet, hat wenig Verständnis für die teilweise in den sozialen Medien geäußerten Sympathien für die Täter: "Unser Auftrag ist es, die Tat lückenlos aufzuklären, die Täter zu ermitteln und festzunehmen. Zudem können sich alle Geschädigten sicher sein, dass sie gehört werden und ihnen Hilfe angeboten wird.

Ich will es deutlich betonen: Wir sprechen hier nicht von Panzerknackern in einem Comic, sondern von Kriminellen, die vielen Schließfachinhabern schlaflose Nächte bereiten und Existenzen zerstört haben. Daher gibt die gesamte Polizei alles, um in dieser beispielslosen Tat Licht ins Dunkel zu bringen!"

Die Polizei Gelsenkirchen nimmt weiter Hinweise zu dem Fall entgegen. Bitte melden Sie sich telefonisch unter der Rufnummer 0209 365 8112.

Ebenso wurde ein Hinweisportal aufgeschaltet, unter dem Bürgerinnen und Bürger schriftlich Hinweise an die Polizei steuern können. Sie erreichen das Portal unter folgendem Link:

+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizei Gelsenkirchen vom 13.01.2026 gegen 11:48 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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