Gesundheit

Soll bei Heuschnupfen helfen: Japanische Studie zeigt überraschenden Effekt von Matcha

Matcha ist derzeit absolut im Trend - kein Wunder, denn er besitzt viele gesunde Eigenschaften. Bild: AdobeStock / Farknot Architect

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  • Während der Pollensaison leiden Allergiker an heftigem Schnupfen
  • Eine Studie aus Japan deutet darauf hin, dass Matcha helfen könnte
  • Das Trend-Getränk unterdrückt den Niesreflex direkt im Gehirn

Mehr Infos rund um Ernährung finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Die Pollensaison hat Deutschland fest im Griff. Erle, Birke und Co. sorgen bei Millionen Menschen für triefende Nasen, gerötete Augen und endlose Niesattacken. Für Betroffene gibt es nun aber gute Nachrichten aus Japan: Der trendige Grüntee Matcha könnte gegen das lästige Niesen helfen.

Matcha kann Niesreflex bei Allergien unterdrücken

Wissenschaftler der Universität Hiroshima haben in einer aktuellen Studie untersucht, wie sich Matcha-Extrakt auf allergische Reaktionen auswirkt. Herkömmliche Allergiemedikamente unterdrücken die Immunantwort des Körpers auf Pollen und andere Reizstoffe. Die Forscher um Professor Osamu Kaminuma gingen zunächst davon aus, dass Matcha ähnlich funktioniert - doch tatsächlich zeigte sich die Wirkung nicht im Immun-, sondern im Nervensystem.

Konkret dämpfte er jene Nervenzellen im Hirnstamm, die für das Auslösen des Niesreflexes verantwortlich sind. Die allergische Reaktion selbst blieb dabei unverändert – typische Immunmarker wie IgE-Antikörper zeigten keine Veränderung. "Wir erwarten nicht, dass Matcha eine wesentliche therapeutische Wirkung auf die Allergie selbst hat", erklärte Studienleiter Kaminuma gegenüber dem Magazin "Food and Wine". Dennoch könnte die Linderung der Symptome für Betroffene bereits eine spürbare Erleichterung bedeuten.

Anti-Heuschnupfen-Effekt bisher nur bei Mäusen bestätigt

So vielversprechend die Ergebnisse auch klingen - noch handelt es sich lediglich um Tierversuche aus dem Labor. Dabei erhielten Mäuse mit Heuschnupfen-Symptomen über mehr als fünf Wochen hinweg zwei- bis dreimal wöchentlich hochkonzentrierten Matcha-Extrakt in einer Dosierung von 250 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ob sich dieser Effekt beim Menschen in ähnlicher Form zeigt, bleibt völlig offen.

Die Forscher der Universität Hiroshima kündigen zwar weitere Untersuchungen an. Ihr langfristiges Ziel ist eine evidenzbasierte Ergänzung zur Standardtherapie bei allergischer Rhinitis. Bis jedoch belastbare Daten aus klinischen Studien mit menschlichen Probanden vorliegen, bleibt Matcha ein interessantes Forschungsobjekt – aber keine gesicherte Behandlungsoption gegen Heuschnupfen. Allergiker sollten sich weiterhin auf ärztlich empfohlene Therapien verlassen.

Koffein-Schock macht Matcha-Behandlung unpraktisch

Ein praktisches Problem bleibt allerdings bestehen: Die Mäuse erhielten im Experiment hochkonzentrierte Mengen an Matcha-Extrakt. Eine vergleichbare Dosierung beim Menschen könnte unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Denn neben all den bioaktiven Substanzen wie Catechinen, L-Theanin und Antioxidantien steckt in dem leuchtend grünen Pulver auch reichlich Koffein.

Wer also auf eigene Faust versucht, seine Niesattacken mit großen Mengen Matcha zu bekämpfen, riskiert möglicherweise einen Tauschhandel: weniger Niesen tagsüber, dafür schlaflose Nächte, Herzrasen und Magenprobleme. Für koffeinempfindliche Menschen könnte das zum echten Problem werden. Bis die Forschung praktikable Dosierungen für den Alltag ermittelt hat, bleibt der morgendliche Matcha-Latte wohl eher Genussmittel als Medizin.

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/ife/news.de/stg

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