Gesundheit

Ärztin warnt : Diese frühen Parkinson-Symptome sollte niemand ignorieren

Parkinson belastet den Alltag von Patienten und Angehörigen. Bild: Adobe Stock/ Pixel-Shot

  • Artikel teilen:
  • Welt-Parkinson-Tag 2026 am 9. April 2026
  • Ärzte erklären, welche Symptome oft fehlinterpretiert werden und welche Medikamente helfen können.
  • Das hilft Parkinson-Patienten im Alltag
  • Vorsorge bei Parkinson beachten

Etwa 400.000 Menschen leben in Deutschland mit Parkinson. Die Diagnose stellt das Leben von Patienten und Angehörigen auf den Kopf. Nicht nur körperlich wirkt sich die Erkrankung auf Patienten aus. So individuell wie der Krankheitsverlauf sind auch die Lebensbereiche, die es betrifft. Wir werfen einen Blick auf die wichtigsten Aspekte, die Betroffene beschäftigen.

Was ist Parkinson?

Den Begriff Parkinson haben viele schon gehört. Wie entsteht die Krankheit eigentlich? Durch das langsame Absterben von Gehirnzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren und speichern, nimmt die Bewegungsfähigkeit ab. Es handelt sich um eine neurodegenerative Erkrankung, also um den Sterbeprozess von Nervenzellen. Wie so der Zelltod eintritt, ist noch nicht ausreichend geklärt, schreibt die Parkinson Stiftung.

Frühe Krankheitssymptome erkennen

Parkinson macht sich früh durch verschiedene Symptome bemerkbar, darunter verlangsamte Bewegungen, unsicherer Gang oder einseitiges Zittern. Es können noch weitere Beschwerden hinzukommen:

  • Traumschlafverhaltensstörung: Sprechen im Schlaf, starke Bewegungen, aus dem Bett fallen
  • Verminderter Geruchssinn
  • Schmerzen und Steifigkeit in Schulter und Arm
  • Reduzierte Mimik,
  • Sprechstörung: Patienten reden leise, und die Stimme verändert sich kaum, was ansonsten beim Sprechen üblich ist.

Ärztin klärt auf: Diese Symptome werden fehlinterpretiert

Oftmals werden einige Symptome übersehen. "Die Verlangsamung wird übersehen und als Altersphänomen gedeutet, erklärt Prof. Dr. med. Claudia Trenkwalder
Fachärztin für Neurologie und zweite Vorsitzende des Vorstands der Parkinson Stiftung auf Anfrage von news.de.

  • Zittern gilt als 'Alterszittern'
  • Schlafstörungen werden dem Restless-Legs-Syndrom zugeschrieben
  • Schulterschmerzen werden als orthopädisches Problem gesehen
  • depressive Störungen: Rückzugsverhalten
  • Verstopfung und/oder vermehrter Drang beim Wasserlassen

Parkinson-Symptome: Unterschiede bei Männern und Frauen

Bei Männern und Frauen unterscheiden sich die Symptome. Das sollte bei der Behandlung im Blick behalten werden. Gleiches gilt für Medikamente. "So wissen wir heute, dass Frauen häufiger unter Angst, Depressionen, Fatigue und Schmerzen leiden als Männer", so Dr. Prof. Dr. Claudia Trenkwalder in der Sprechzeit, anlässlich des Welt-Parkinson-Tages 2026. Sie haben ein erhöhtes Osteoporose- und Sturzrisiko im Vergleich zu Männern.

Medikamente in der Parkinson-Therapie

Die Symptome sind aber behandelbar. "Besonders in den ersten Jahren lassen sich die Symptome durch Medikamente in der Regel sehr gut kontrollieren – und auch in späteren Krankheitsstadien sind gut wirksame Therapien verfügbar", erklärt Dr. med. Vera Jäger. Neben Arzneimitteln, gibt es auch nicht-medikamentöse Therapien, darunter Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. Später können auch operative Verfahren zum Einsatz kommen. "Die Medikamente richten sich auf unterschiedliche Art gegen den Dopaminmangel. So werden Dopamin oder dem Dopamin ähnliche Substanzen ebenso eingesetzt wie Wirkstoffe, die den Dopaminabbau hemmen", erklärt Dr. med. Tamara Schmidt. Alle Behandlungsmöglichkeiten wirken dauerhaft. Für einige Symptome gibt es keine Medikamente beziehungsweise sie sind nicht behandelbar. Dazu gehören unter anderem Gangunsicherheit oder Blutregulationsstörungen. 

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei allen Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten. Das hängt immer von verschiedenen Faktoren ab. "Zudem gilt es, zwischen Nebenwirkungen und den Folgen des fortschreitenden Krankheitsverlaufs zu unterscheiden", rät PD Dr. Eva Schäffer. Die Medikamente können zum Beispiel den Blutdruck senken, zu Impulskontrollstörungen oder zu Überbewegungen führen. Dopamingenerika können psychische Folgen begünstigen, darunter Halluzinationen. Wenn Patienten Beschwerden durch ein neues oder bekanntes Medikament bemerken, sollten Sie sich an ihren Arzt wenden. Dort erhalten Sie alle wichtigen Informationen über mögliche Nebenwirkungen und können entsprechend Ihres Krankheitsverlaufs und der Symptome auf den Wirkstoff eingestellt werden. 

Patienten sollten die Therapie mit ihrem behandelnden Arzt im Blick behalten. "Je nach individuellen Symptomen und Krankheitsstadium sollte alle drei bis sechs Monate ein Termin zur Überprüfung der Therapie und des Krankheitsverlaufs vereinbart werden", rät XY. Bei Frauen sollte auch bedacht werden, dass die Wirksamkeit von Medikamenten nachlassen kann.

Gibt es Hoffnung in der Parkinson-Forschung?

Die Erkrankung ist bislang nicht heilbar. Dennoch gibt es in der Forschung einige interessante Ansätze, die untersucht werden, erklärt Prof. Dr.Trenkwalder. Darunter das sogenannte Drug-Repurposing. Hier werden für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente eingesetzt, darunter Mittel gegen Diabetes. Zudem beschäftigt sich die Wissenschaft unter anderem noch mit Impfungen, die anti-entzündliche Substanzen enthalten, oder mit Gentherapie.

Wieso die psychische Gesundheit bei Parkinson wichtig ist

Mit der Erkrankung kommen viele Sorgen. Patienten sollten selbst überlegen, wem sie davon erzählen. Es kann helfen, sich der Familie anzuvertrauen, um psychische Folgen zu verhindern oder besser damit umzugehen. Depressionen sind keine Seltenheit, lassen sich aber behandeln. Die psychische Gesundheit sollte mit im Vordergrund stehen und nicht außer Acht gelassen werden. Auch Bewegung und Sport sind wichtig. Mit einer auf den Patienten abgestimmten Therapie und Anpassungen können sie ihren Alltag bewältigen oder ihren Beruf ausüben. 

Sieben Tipps zur Vorsorge bei Parkinson

Viele sorgen sich um die Zukunft und wollen vorsorgen. Daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig darum zu kümmern, bevor sich ihr Zustand verschlechtert. Wenn es so weit kommt und der Patient Pflege benötigt, kann es ratsam sein, an barrierefreie Umbauarbeiten zu denken. Sie benötigen Tipps zur Vorsorge? Eine Übersicht mit wichtigen Unterlagen und Anträgen:

  • Vorsorgevollmacht
  • Bankvollmacht
  • Patientenverfügung
  • Advance Care Planning, ein Gespräch über medizinische Wünsche
  • Testament
  • Antrag für Pflegegeld
  • Rentenantrag

Anmerkung: Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner, den ärztlichen Notdienst unter 116117 oder den Rettungsdienst unter 112 um Hilfe bitten.

Diese Gesundheitsratgeber könnten Sie auch interessieren:

/news.de/rag

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.