Corona-Spätfolgen besser behandeln: Hoffnung bei Long-Covid – Krankenkassen reagieren bei Medikamenten
Ein belastendes Symptom bei Long-Covid-Patient:innen: Fatigue - eine bleiernde, andauernde Müdigkeit. Bild: Adobe Stock/Heng Heng - AI Stock
Erstellt von Ines Fedder
07.04.2026 08.15
- Long-Covid-Betroffene bekommen finanzielle Entlastung
- Krankenkassen übernehmen Kosten von vier Medikamenten zur Behandlung von Post-Covid
- Symptome von Betroffenen schwer zu greifen
Auch wenn die Corona-Pandemie für viele nur noch eine verschwommene Erinnerungslücke darstellt, ist sie für Long-Covid-Patient:innen immer noch allgegenwärtig. Betroffene haben es oft schwer bei einer entsprechenden Behandlung. Doch dies soll nun künftig zumindest in finanzieller Hinsicht einfacher werden.
Vier Corona-Medikamente bei Long-Covid werden von den Krankenkassen übernommen
Wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) berichtet, sind Behandlungen langwieriger Beeinträchtigungen nach Corona-Infektionen künftig auf Kassenkosten mit bestimmten Medikamenten möglich, die außerhalb ihrer eigentlichen Zulassung angewendet werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen regelte dies für vier Wirkstoffe, wie das Gremium in Berlin mitteilte.
Post-Covid – Hoffnung auf eine bessere Therapie
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist ein wichtiger Schritt und gibt Betroffenen Hoffnung auf eine bessere Therapie." Lange hätten Betroffene von Long-Covid und Post-Covid auf mehr Behandlungsoptionen gewartet. "Wir werden nicht nachlassen, um in der Forschung, Versorgung und Behandlung weitere Fortschritte zu erzielen."
Einsatz außerhalb der eigentlichen Zulassung
Auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen verschrieben werden können künftig unter anderem zwei Wirkstoffe, die regulär zur Behandlung schwerer Depressionen zugelassen sind. Sie können bei Patienten mit Long-Covid eingesetzt werden, um andauernde starke Erschöpfungszustände (Fatigue) oder kognitive Beeinträchtigungen wie eine verringerte Aufmerksamkeit zu behandeln, wie der Gemeinsame Bundesausschuss erläuterte.
Keine spezifischen Long-Covid-Medikamente bisher
Der Vorsitzende Josef Hecken sagte, Empfehlungen einer Expertengruppe seien nun schnell umgesetzt worden. Es bestehe aber weiter dringender Bedarf an wissenschaftlichen Erkenntnissen zu guten Therapiemöglichkeiten bei Long- und Post-Covid und dem myalgischen Enzephalomyelitis-/chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS). Anwendungen außerhalb der Zulassung könnten nur eine "Behelfsoption" sein. Arzneimittel, die speziell für die Behandlung von Long- und Post-Covid zugelassen sind, gibt es den Angaben zufolge bisher nicht.
Long-Covid-Symptome oft schwierig zu differenzieren
Unter Long Covid versteht man teils schwere Beschwerden wie Erschöpfung und Atemnot, die nach einer akuten Krankheitsphase von vier Wochen fortbestehen oder neu auftreten. Betroffene klagen häufig unter anderem über:
- Anhaltende Müdigkeit, auch nach ausreichend Schlaf
- Schnelle Erschöpfung bei kleinen Aktivitäten
- Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren
- Vergesslichkeit
- Brain Fog
- Kurzatmigkeit bei Belastung oder sogar in Ruhe
- Herzrasen (Tachykardie)
- Diffuse Schmerzen im ganzen Körper
- Kopfschmerzen und Schwindel
Da das Beschwerdebild häufig schwer zu fassen ist, ist auch eine Behandlung oft schwierig. Eine Übernahme der Kosten von weiteren Arzneimitteln ist ein erster Schritt, Patient:innen zu helfen.
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