Hypertrophe Kardiomyopathie: Diese Warnzeichen deuten auf die erbliche Herzerkrankung hin
Die hypertrophe Kardiomyopathie gilt als die häufigste erbliche Herzerkrankung. Bild: AdobeStock / Drazen
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
17.03.2026 12.07
- Hypertrophe Kardiomyopathie ist die häufigste erbliche Herzerkrankung
- Oft verläuft die Erkrankung asymptomatisch, die Anzeichen variieren
- Die Erkrankung ist nicht vollständig heilbar, lässt sich aber verlangsamen
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Bei der hypertrophen Kardiomyopathie, kurz HCM, handelt es sich um eine erblich bedingte Erkrankung, die zu einer Verdickung des Herzmuskels führt. Sie ist die häufigste erblich bedingte Herzerkrankung – wer betroffen sein kann, welche Anzeichen darauf hinweisen und wie die Erkrankung behandelt wird, verraten wir Ihnen hier.
Was ist eine hypertrophe Kardiomyopathie?
Diagnostiziert wird die hypertrophe Kardiomyopathie meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr – etwa einer von 500 Menschen ist laut dem Universitätsklinikum Heidelberg von ihr betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, auch bei Kindern und Jugendlichen. Neben genetischen Ursachen können auch Bluthochdruck, eine Verengung der Aortenklappe oder Speichererkrankungen (Ablagerungen verschiedener Substanzen in den Zellen oder Organen) Auslöser der Erkrankung sein.
Während der Herzmuskel bei einem gesunden Herz im Bereich der Kammerscheidewand normalerweise maximal elf Millimeter dick ist, kann er bei HCM auf eine Dicke von über 15 Millimetern anschwellen. Ab diesem Schwellenwert sprechen Mediziner üblicherweise von einer hypertrophen Kardiomyopathie. In der Regel ist dabei die linke Herzkammer betroffen. Das kann mitunter den Blutabfluss des Herzens beeinträchtigen – in diesem Fall spricht man von einer obstruktiven HCM.
Durch welche Symptome äußert sich die Herzerkrankung?
Bei vielen Betroffenen verläuft die Erkrankung zunächst asymptomatisch, wie die Uniklinik Leipzig schreibt. Bei ihnen fällt die Erkrankung erst durch eine Routineuntersuchung auf - etwa durch unregelmäßige Herzgeräusche oder Screeninguntersuchungen erkrankter Angehöriger. Dennoch kann es auch zu diversen Symptomen kommen:
- Schwindel
- Engegefühl im Brustkorb
- Kurzatmigkeit und Luftnot bei Belastung oder beim Bücken
- Spüren eines unregelmäßigen oder schnellen Herzschlags
- kurzzeitiger Bewusstseinsverlust
- Müdigkeit oder Erschöpfung
Wer diese Symptome verspürt, sollte sie nicht ignorieren - sie können nicht nur auf eine HCM, sondern auch auf verschiedene andere Erkrankungen hinweisen. Es ist empfehlenswert, die Symptome ärztlich abklären zu lassen und bei Verdacht einen Kardiologen zu Rate zu ziehen.
So kann die hypertrophe Kardiomyopathie behandelt werden
Die Behandlung einer Herzmuskelverdickung hat in der Regel das Ziel, Symptome weitgehend zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Mithilfe von Medikamenten wie Betablockern, die den Blutdruck senken, oder dem neu zugelassenen Wirkstoff Mevacamten für die Behandlung der obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie soll das Herz entlastet werden.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko eines plötzlichen Herztodes – dazu zählen unter anderem:
- ein sehr dicker Herzmuskel (über 35 Millimeter Wandstärke)
- eine Einengung der Ausflussbahn des Herzens (Obstruktion)
- ein plötzlicher Herztod in der familiären Vorgeschichte
Trifft einer oder treffen mehrere der Risikofaktoren zu, raten Fachmediziner häufig zu einem implantierbaren Defibrillator. Dieser kann bei Aussetzen des Herzschlags einen Stromstoß abgeben und so einen plötzlichen Herztod verhindern.
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