Forscher warnen: Lungenkrebs-Risiko nach schwerem Covid-19-Verlauf erhöht
Nach einem schweren Verlauf von Covid-19 kann sich das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Bild: Adobe Stock/ Crystal light
Erstellt von Sabrina Böhme
16.03.2026 14.28
- Studie: Schwere Covid-19-Erkrankung begünstigt Lungenkrebs.
- Grippe und respiratorische Lungenentzündungen begünstigen das Tumorwachstum.
- Forscher raten nach überstandener Coronainfektion zu einem Lungencheck.
- Wissenschaftler empfehlen Coronaimpfungen zum Schutz vor Lungenkrebs.
Wer eine schwere Covid-19-Erkrankung durchgemacht hat, sollte auf seine Lungengesundheit achten. Forscher haben einen Zusammenhang zwischen einem schweren Verlauf und einem erhöhten Lungenkrebsrisiko entdeckt. Auch nach einer Grippe und anderen respiratorischen Infektionen ist Vorsicht geboten, wie aus der im Fachjournal "Cell" veröffentlichten Studie hervorgeht.
Neue Studie: Schwere Covid-19-Erkrankung begünstigt Lungenkrebs
Die Auswertung zeigte, dass eine überstandene schwere Covid-19-Erkrankung mit einem 1,24-fach erhöhten Lungenkrebsrisiko einhergeht. IN Mäuseversuchen wurden den Nagern zwei Wochen nach der Infektion Tumorzellen verabreicht. In der dritten Woche nahm das Tumorwachstum zu. Nach einfachen Infektionen zeigte sich ein umgekehrtes Bild. Die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken, nahm moderat ab. Was dahintersteckt, haben Forscher nicht aufgeschrieben. Eine Erklärung könnte der Vorgang der "trained immunity" sein. Dieses trainierte Immunsystem könnte dem Immunsystem bei der Abwehr helfen, aber auch das Wachstum von Krebszellen mit beeinflussen.
Durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 wird das Lungenepithel beschädigt und es folgt eine Entzündung, was das Wachstum von Krebszellen auch noch Monate nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung begünstigen kann. Hier finden sozusagen Umbauarbeiten in den Genen statt. Spezifische epigenetische Markierungen ändern sich, wodurch die Baupläne der Gene nicht mehr wie üblich abgelesen werden.
Grippe erhöht das Risiko für Tumorwachstum in der Lunge
Nicht nur Coronaviren können Tumore in der Lunge wachsen lassen. Virale Lungenentzündungen, unter anderem durch Influenza begünstigt, können zum Wachstum beitragen,"was darauf hinweist, dass eine erhöhte Entstehung von Lungenkrebs ein allgemeines Muster nach schweren respiratorischen Virusinfektionen darstellen könnte", schreiben die Wissenschaftler. Das zeigte sich in Tests an Mäusen.
Die Forscher haben für ihre ArbeitDaten von 75,9 Millionen Erwachsenen aus der Epic-Cosmos-Datenbank genommen. Davon hatten einige einen milden oder moderaten Verlauf. Andere erkrankten nicht an Covid-19, während andere schwer erkrankten und zwischen 2020 und 2021 im Krankenhaus behandelt wurden. Zusätzlich wertete das Forscherteam Zahlen von Krebsneuerkrankungen ab dem Jahr 2022 aus.
Forscher empfehlen Impfungen zum Schutz vor Lungenkrebs
Was bedeuten die Ergebnisse für Patienten? Eindeutige Handlungsempfehlungen lassen sich nicht ableiten. Sie informieren aber Ärzte, die Risiken genauso ernst zu nehmen. Die Forscher empfehlen allen Betroffenen, sich regelmäßig auf Lungenkrebs untersuchen und gegen Grippe und Covid-19 impfen zu lassen. "Die gute Nachricht ist, dass Impfungen diese schädlichen Veränderungen für das Krebswachstum in der Lunge weitgehend verhindern", erklärt Hauptautor Jie Sun von der University of Virginia. Das hat sein Team durch die Versuche an Mäusen gesehen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allgemein eine Basisimmunität durch Coronaimpfungen – besonders für folgende Personengruppen:
- Personen im medizinischen und pflegerischen Bereich jeden Alters, die im Beruf einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
- Bewohner in Pflegeeinrichtungen.
- Kinder und Jugendliche zwischen sechs Monaten und 17 Jahren, bei denen eine Grunderkrankung vorliegt.
- Schwangere
- Frauen im gebärfähigen Alter
- Familienangehörige, die sich um Personen kümmern, denen eine Impfung keine Immunität bietet.
- 18- bis 59-Jährige ohne Grunderkrankung.
Menschen ab 60 Jahren und sechs Monaten mit Grunderkrankungen, Pflegepersonal und Menschen, die sich um Personen mit einem geschwächten Immunsystem kümmern, sollten ihren Impfschutz einmal im Jahr auffrischen.
Studie zeigt keinen kausalen Zusammenhang
Dass Covid-19 Lungenkrebs auslöst, zeigte die Studie nicht. Einen kausalen Zusammenhang haben sie nicht gefunden, dafür einen statistischen. Denn es können bestimmte Parameter dafür sorgen, dass einige Menschen einen schweren Covid-19-Verlauf durchmachen und an Lungenkrebs erkranken.
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