Gesundheit

Ibuprofen-Alarm: Experten warnen vor Medikament wegen drohender Nierenschäden

Die entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamente können zu Nierenproblemen führen. Bild: picture alliance/dpa | Lino Mirgeler

  • Artikel teilen:
  • Experten aus Großbritannien warnen vor Einnahme von Ibuprofen
  • Das schmerzstillende Medikament kann zu Nierenproblemen führen
  • Die Folgen sind verheerend - chronische Nierenerkrankungen sind unheilbar

Mehr Infos zu Medikamenten finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Verbraucher werden dazu aufgefordert, bei der Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten Vorsicht walten zu lassen: Schmerzlindernde Medikamente wie Ibuprofen können die Nierenfunktionen einschränken, warnen Experten der britischen Organisationen Kidney Care UK und der National Pharmacy Association (NPA).

Warnung vor Nierenerkrankungen durch Ibuprofen

Wie unter anderem die britische Tageszeitung Daily Express"berichtet, rufen die Gesundheitsorganisationen Verbraucher zur Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten wie Ibuprofen auf. Menschen mit einem erhöhten Risiko für chronische Nierenerkrankungen (CKD) - etwa durch Diabetes oder Bluthochdruck - sollen demnach besonders betroffen sein.

Zu den Medikamenten, die das Risiko weiter erhöhen können, zählen neben Ibuprofen auch weitere Entzündungshemmer wie Naproxen oder Diclofenac. Diese können den Bluthochdruck steigen lassen und damit Blutgefäße und Nieren schädigen. "Medikamente können sowohl heilen als auch schaden", so Olivier Picard, Vorsitzender der NPA.

"Obwohl NSAIDs wie Ibuprofen wirksame und sichere Medikamente sind, sollten Patienten sich ihrer Auswirkungen bewusst sein – insbesondere wenn sie ein erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen haben – und gegebenenfalls alternative Medikamente in Betracht ziehen." Bestehen seitens der Patienten Bedenken bei der Einnahme, ist ein Gespräch mit dem Apotheker empfehlenswert.

Mehr als 1,3 Millionen Menschen von chronischen Nierenerkrankungen betroffen

Laut dem Zentralinstitut für kassenärztliche Versorgung leiden mehr als 1,3 Millionen Menschen in Deutschland an einer chronischen Nierenerkrankung in den fortgeschrittenen Stadien 3 bis 5. Zu den Personen mit einem erhöhten Risiko gehören neben Diabetikern und Menschen mit Bluthochdruck außerdem Menschen mit einer familiären Vorgeschichte und Patienten mit Herzinsuffizienz.

"Eine Nierenerkrankung kann jeden jederzeit treffen und verheerende Auswirkungen auf Ihr Leben, Ihre Beziehungen, Ihre Finanzen sowie Ihre körperliche und geistige Gesundheit haben", so Fiona Loud, Policy Director bei Kidney Care UK.

Was passiert bei einer chronischen Nierenerkrankung?

Loud zufolge kann es dazu kommen, dass Menschen bis zu 90 Prozent ihrer Nierenfunktionen verlieren, ohne es zu bemerken. Daher sei es umso wichtiger, die Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Müdigkeit und Schwäche
  • Ödeme, besonders in Beinen und Füßen
  • Häufiger Harndrang
  • Übelkeit und Erbrechen aufgrund von angesammelten Abfallstoffen
  • Juckreiz aufgrund angestauter Giftstoffe
  • Verwirrtheit und Konzentrationsstörungen
  • Atemprobleme, besonders wenn sich Flüssigkeit in der Lunge sammelt

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch Urin- und Bluttests, um die Nierenfunktion zu bewerten. Die Behandlung zielt in der Regel darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Symptome zu lindern. Heilbar ist die Erkrankung allerdings nicht - wer einmal erkrankt ist, leidet sein Leben lang darunter.

Mehr Infos zu Medikamenten lesen Sie in diesen Beiträgen:

/loc/news.de

Themen

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.