Kreatinreiche Ernährung: Schützt Steak vor Krebs? Forscher geben überraschende Antwort
Mediziner raten häufig von einer zu fleischlastigen Ernährung ab - doch einen Vorteil könnte sie laut einer neuen Studie haben. Bild: AdobeStock / BBQ-Fotos
Von news.de-Redakteur Felix Schneider
27.02.2026 12.31
- Krebs-Risiko soll mit der Kreatinaufnahme sinken, so Forscher
- Kreatin wird normalerweise zum Aufbau von Muskeln verwendet
- Faktoren wie Alter, Gewicht und Geschlecht beeinflussen die Wirkung
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Krebs ist eine der führenden Todesursachen - mehr als 10 Millionen Todesfälle weltweit gehen pro Jahr auf das Konto von Krebserkrankungen. Damit stirbt eine von sechs Personen weltweit an Krebs. Forscher untersuchen bereits seit längerem, welchen Einfluss unsere Ernährung auf das Risiko haben kann, Krebs zu entwickeln. Insbesondere eine Substanz hat die Aufmerksamkeit von Krebsforschern erregt: Kreatin.
Was ist Kreatin - und was bewirkt die Substanz?
Bei Kreatin handelt es sich laut "Harvard Health" um einen - besonders aus der Fitnessszene bekannten - körpereigenen Stoff, der sich vor allem in Fisch und Fleisch findet. Kraftsportler nehmen es häufig ein, um ihre Muskeln zu stärken oder potenziell noch schneller zu regenerieren. Tatsächlich wird Kreatin auch vom Körper selbst in Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse aus Aminosäuren produziert.
Eine groß angelegte Analyse fand nun Hinweise darauf, dass eine erhöhte Kreatinaufnahme mit einem geringeren Krebsrisiko einhergehen könnte. Grundlage für die Analyse sind Daten aus einer US-amerikanischen Gesundheitsuntersuchung mit rund 26.000 Teilnehmern. Etwa 10 Prozent der Personen gaben an, bereits an Krebs erkrankt zu sein, ihr Durchschnittsalter betrug etwa 50 Jahre.
Kreatinaufnahme reguliert Krebsrisiko
Die Analyse der chinesischen Forscher stellte zunächst die Frage, wie viel Kreatin Menschen im Normalfall über die Ernährung aufnehmen. Dafür werteten die Wissenschaftler zwei Ernährungsprotokolle aus, in denen die Teilnehmer protokollierten, was sie innerhalb von 24 Stunden gegessen hatten. Dabei zu bedenken: Kreatin kommt fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, darunter Rindfleisch, Geflügel und Fisch.
Veganer und Vegetarier kommen nur über Umwege zu einer Aufnahme von Kreatin: Da der Körper den Stoff auch selbst herstellen kann, sollten Menschen bei einer rein pflanzlichen Ernährung auf die ausreichende Versorgung mit den Aminosäuren Glycin, Methionin und Arginin achten. Diese werden im Körper zu Kreatin umgewandelt.
Im Durchschnitt nahmen die Teilnehmer etwa 0,12 Gramm Kreatin auf - Männer kamen auf rund 0,14 Gramm, Frauen nur auf 0,10 Gramm. Das Forschungsteam teilte alle Teilnehmer in vier Gruppen ein, die auf einer Skala von vergleichsweise hoher bis eher niedriger Kreatinaufnahme lagen. Das Ergebnis zeigte einen messbaren Unterschied bei der Krebswahrscheinlichkeit: Das höchste Viertel hatte eine um 16 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit, Krebs zu entwickeln, als das niedrigste Viertel.
Diese Faktoren machen den Unterschied bei den Effekten von Kreatin
Der Unterschied zeigte sich bei Männern besonders klar: Bereits bei der Gruppe mit der niedrigsten Aufnahme von Kreatin konnte eine um 7 Prozent geringere Krebswahrscheinlichkeit festgestellt werden. Bei Frauen ließ sich der Unterschied nach genaueren Berechnungen nicht mehr sicher nachweisen.
Auch das Körpergewicht wurde bei den Ergebnissen genauer betrachtet. So hatten übergewichtige Teilnehmer bei einer höheren Kreatinaufnahme ein um 8 Prozent niedrigere Krebswahrscheinlichkeit. Für untergewichtige Menschen zeigte sich allerdings das genaue Gegenteil - das Risiko stieg mit der Aufnahme der Substanz.
Am deutlichsten konnte die Verringerung des Krebsrisikos bei älteren Menschen beobachtet werden. Ab etwa 52 Jahren konnte eine höhere Kreatinaufnahme mit einer um bis zu 14 Prozent niedrigeren Krebswahrscheinlichkeit in Verbindung gebracht werden. Für jüngere Erwachsene fiel dieser Effekt deutlich niedriger aus.
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