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Früherkennung bei Prostatakrebs: Ab welchem Alter ist die Prostatauntersuchung sinnvoll?

Viele Männer scheuen den Gedanken einer Prostatauntersuchung - doch für die Früherkennung ist sie wichtig. Bild: AdobeStock / Georgii

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  • Prostatakrebs ist die häufigste Krebsform bei Männern
  • Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser kann er geheilt werden
  • Wann eine Prostatauntersuchung wirklich sinnvoll ist, erklären wir hier

Mehr Informationen über verschiedene Krebsarten finden Sie am Ende dieses Beitrags.

In jungen Jahren ist Prostatakrebs eher selten - doch bei Männern höheren Alters ist er die häufigste Krebsart überhaupt. In der Regel wächst der Tumor langsam, wodurch die Chancen auf Heilung durch eine Behandlung gut stehen. Doch hat er bereits begonnen zu streuen, ist es meist zu spät. Da die Aussichten auf Erfolg umso größer sind, je früher der Krebs erkannt wird, sind Untersuchungen unerlässlich. Doch ab welchem Alter sollte man zur Prostatauntersuchung?

Ab welchem Alter werden Prostatauntersuchungen bezahlt?

Die gesetzlichen Krankenkassen sind laut Informationen der Deutschen Krebshilfe verpflichtet, Männern ab 45 Jahren jährlich eine Tastuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs zu zahlen. Entsprechend können gesetzlich Versicherte erst ab diesem Alter eine Tastuntersuchung pro Jahr in Anspruch nehmen - Ausnahmen gelten nur in Fällen, bei denen ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs vorliegt. Das kann unter anderem bei einer erblichen Veranlagung der Fall sein. Anlaufstelle für die Prostatauntersuchung ist in der Regel der Hausarzt oder eine Praxis für Urologie.

Vor der Tastuntersuchung fragt der Arzt in der Regel zunächst nach möglichen Beschwerden. Im Anschluss untersucht er die Lymphknoten in der Leiste sowie die äußeren Geschlechtsorgane. Dann kommt es zur Tastuntersuchung: Dafür zieht der Arzt einen Handschuh an, auf den er Gleitgel aufträgt. Dann führt er einen Finger in den Enddarm ein und ertastet die Prostata, um mögliche Veränderungen zu fühlen. Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und ist in der Regel schmerzfrei, kann sich aber leicht unangenehm anfühlen. Wichtig: Eine Vorbereitung des Patienten auf die Untersuchung, etwa durch einen Einlauf, ist nicht nötig.

Die Alternative zur Tastuntersuchung: Der PSA-Test

Wer sich scheut, zur Früherkennung zu gehen, weil er Angst vor der Tastuntersuchung hat, der hat mittlerweile auch andere Optionen. Die bei vielen gefürchtete Methode gilt längst nicht mehr als alleinige Art der Früherkennung - Fachleute empfehlen vor allem die sogenannten PSA-Tests. Diese werden zwar nicht im Rahmen der Früherkennung von den Krankenkassen übernommen, sind für viele Patienten aber deutlich weniger unangenehm.

Bei den PSA-Tests handelt es sich lediglich um eine Analyse einer Blutprobe, wobei der Wert an prostataspezifischen Antigenen gemessen wird. Dabei handelt es sich um ein Eiweiß, das im Blut als Reaktion auf einen Tumor gebildet wird. Laut der Prostata Hilfe Deutschlandkosten die Tests im Schnitt zwischen 25 und 35 Euro. Einziges Manko: Aktuell sorgen PSA-Tests noch zu häufig für Fehlalarme, da ein erhöhter PSA-Wert nicht immer auf Krebs hinweisen muss. Auch die vorangegangene Tastuntersuchung oder Prostataentzündungen können den Wert erhöhen.

Nachteile der Früherkennung von Prostatakrebs

Was Patienten wissen sollten: Beide Methoden sind nicht zu hundert Prozent genau. Auch bei der Tastbehandlung gibt es Probleme - etwa, dass zumeist Tumore vom Fachmediziner nur erkannt werden können, wenn diese bereits auf mehr als einen Zentimeter gewachsen sind und in der Nähe des Darms liegen. Zudem bedeutet eine Veränderung nicht automatisch immer Krebs - ein Fehlalarm kann die psychische Belastung steigern.

Beim PSA-Wert kann ein hoher PSA-Wert wiederum ebenfalls für einen Fehlalarm sorgen oder zu einer Überbehandlung des Tumors führen. Denn: In vielen Fällen wächst Prostatakrebs sehr langsam heran - so langsam, dass er ohne Blutuntersuchung weder aufgefallen noch gefährlich geworden wäre. Eine Überbehandlung kann allerdings beispielsweise zu erektiler Dysfunktion und Problemen beim urinieren führen - und rettet laut einer Harvard-Studie nur sehr wenige Männer vor einem frühen Tod, da der Krebs sich nie gefährlich entwickelt hätte.

Ob und wann eine Prostatauntersuchung tatsächlich sinnvoll ist, müssen Patienten letztlich selbst abwägen - eine pauschale Empfehlung gibt es nicht. Ein Beratungsgespräch mit dem Hausarzt kann dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen.

Dieser Artikel wurde nach umfassender Recherche erstellt und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Im Notfall sollten Sie immer einen Mediziner oder den Rettungsdienst um Hilfe bitten.

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